Sie wirkte irgendwie wie ein kleiner Fasnachtsscherz, die Meldung aus dem Stadthaus, man wolle aus Gründen der Lichtverschmutzung beziehungsweise aus Spargründen vorerst mal ein, zwei Nächte lang die Geländerbeleuchtung der Bahnhofbrücke ausser Betrieb nehmen. Aber, es war keiner.

Nun sind die zwei, drei Nächte um; etwas früh um eine Bilanz zu ziehen, aber Grund genug, eine Zwischenbilanz ins Auge zu fassen.

Regelkonform

Während der Abschaltung sollte unter anderem auch mit Helligkeitsmessungen getestet werden, ob die verbleibende Fahrbahnbeleuchtung auch für den Fussgänger- und Veloverkehr genügt, das heisst ob die gesetzlichen Vorschriften und die Anforderungen an die Sicherheit weiterhin erfüllt sind. «Diese Messresultate liegen noch nicht vor», wie Stadtschreiber Markus Dietler auf Anfrage erklärt. Dass der Eindruck, ohne die Beleuchtung wirke der Fussgängerbereich nur unwesentlich anders, nicht gänzlich aus der Luft gegriffen ist, kann der Stadtschreiber nachvollziehen. Es habe bislang auch wenig Reaktionen auf die kurze Versuchsphase gegeben. Und wenn, dann machten die Absender geltend, dass die Beleuchtung eine gewisse Behaglichkeit vermittle und womöglich auch verhindere, dass Teile des Fussgängerbereichs durch die Abstrahlungswärme gefrieren würden.

Der Stadtschreiber geht davon aus, dass die Messresultate in Kürze vorliegen. Dann könne mit dem Kanton eruiert werden, ob die Fahrbahnbeleuchtung ausreiche, um den Langsamverkehrbereich mit genügend Restlicht zu versorgen. Sollte das nicht der Fall sein, fällt eine komplette Ausserbetriebnahme der Beleuchtung ausser Rang und Traktanden. «Das würde schliesslich auch zu einer Versicherungsfrage werden», so Markus Dietler weiter.

Kostenersparnis: sekundär

Auch wenn die Ausserbetriebnahme der Beleuchtung für die Stadt eine jährliche Kostenersparnis von ein paar tausend Franken bedeuten würde: Hauptintention der Überprüfung ist dies nicht. Hauptabsicht ist eher eine Verringerung der sogenannten Lichtverschmutzung.

Und Olten steht mit solcherlei Bemühungen nicht alleine da: Auf der A1 zwischen der Reussbrücke bei der Verzweigung Birrfeld und der Ausfahrt Neuenhof soll die Strassenbeleuchtung versuchsweise für sechs Monate gelöscht werden und in Recherswil etwa werden seit rund anderthalb Jahren die Strassenlampen von 1.00 bis 5.00 Uhr vollständig abgeschaltet. Ohne nennenswerte Zwischenfälle, wie man in der Wasserämter Gemeinde versichert. Auch die Befürchtung der Einwohner, die Dunkelheit im Dorf begünstige womöglich Einbrüche, bewahrheitete sich nicht. «Wenn Einbrüche zu verzeichnen sind, fallen diese nicht in das fragliche Zeitfenster», so Gemeindepräsident Hardy Jäggi.

Sollten die Messungen in Olten die Abschaltung rechtfertigen, so wird die Baudirektion in den nächsten Wochen zuhanden des Stadtrats entsprechend Antrag stellen.