Fulenbach
«Dort kannst du ja gar nicht 50 fahren»: Tempo 30-Zone wird gutgeheissen

Die Gemeindeversammlung in Fulenbach heisst die neue Tempo 30-Zone im Gebiet Stöckler und Breiten grossmehrheitlich gut.

Urs Huber
Drucken
Teilen
Die Schmiedengasse (im Vordergrund) ist bereits mit Tempo 30 belegt; jetzt folgen ihre südlichen und östlichen Ausläufer.

Die Schmiedengasse (im Vordergrund) ist bereits mit Tempo 30 belegt; jetzt folgen ihre südlichen und östlichen Ausläufer.

Oltner Tagblatt

Es gab nicht wirklich Opposition an der Gemeindeversammlung in Fulenbach. Auch nicht gegen die Einführung des Tempo 30-Regimes in den jungen Wohnquartieren Breite und Stöckler. Viele unter den 34 anwesenden Stimmberechtigten waren gar der Meinung, die vorgesehene Temporeduktion würde vor allem den Fremdverkehr betreffen und diesen zu bändigen helfen.

Denn speziell Paketzusteller, so die Beobachtung, würden im Quartier häufig hart an der Grenze der bislang erlaubten 50 km/h verkehren. Tempomessungen hätten ergeben, dass im Quartier ziemlich korrekt gefahren werde. Lediglich ein Ausreisser mit knapp 70 km/h sei festgestellt worden, meinte der zuständige Gemeinderat Christian Nyfeler. Im Übrigen aber werde, in Relation zu den 50 km/h in den Quartieren, meist korrekt gefahren.

Wie fahren eigentlich die Quartierbewohner?

Fast unerwähnt blieb in der Diskussion, dass sich nicht selten der quartiereigene Verkehr ungezügelt verhält. Paul Jäggi etwa tippte diese Thematik kurz an. «Einige meinen, vor ihrem Haus müsste der Wagen geschoben werden. Und genau diese nehmen 50 Meter vom eigenen Haus entfernt keinerlei Rücksicht mehr.» Er fand die Temporeduktion eigentlich eher etwas überflüssig, würden diese fraglichen Quartierstrassen doch von zahllosen Hauseinfahrten gesäumt, deren Unübersichtlichkeit schier jede Grenze sprenge. «Dort kannst du ja gar nicht 50 fahren», so Jäggi.

Etwas anderes trieb Markus Lüscher um. Er störte sich an der vorgesehenen Platzierung von sogenannten «Kissen», welche als Tor zu den Einfahrten der Tempo 30-Zone dienen und den Verkehrsteilnehmenden signalisieren sollen: Achtung, Tempo 30! «Die Limite stört mich keineswegs», so Lüscher. Aber er glaube nicht an die Wirkung der Kissen, wenn sie, wie im Planwerk eingezeichnet, unmittelbar bei den Eingangspforten zu liegen kämen. Die definitive Platzierung sei noch nicht festgelegt, hielt Nyfeler dem entgegen. Schliesslich stimmten, bei 4 Enthaltungen, die Anwesenden für die Einführung der Tempo 30-Zone. «Wir machen das auch nicht via hunderttausenfränkigem Projekt, sondern im Zuge der Sanierung Breitenstrasse», so Gemeindepräsident Thomas Blum.

Budget war völlig unbestritten

Mit einer «roten Null», wie sich Blum ausdrückte, wartet das Budget 2021 auf. Will heissen: Die Gemeinde steht mit knapp 78000 Franken in der Kreide. Trotz aller Schwierigkeiten in der Budgetierungsphase, STAF, und Corona-Krise, bezeichnete Verwaltungsleiter Jörg Nützi den Voranschlag, basierend auf dem bisherigen Steuerfuss von 110 Prozent, als «realistisch».

Auch bei der Investitionssumme von gut 500'000 Franken schaffte der Gemeinderat eine schiere Punktlandung im Sinne der mittelfristigen Finanzplanung, entspricht diese genannte Summe doch ziemlich exakt dem Planwert der Exekutive. Und die Bemerkung, die Gemeinde verfüge über genügend flüssige Reserven, um eine Neuverschuldung im Jahr 2021 abzuwenden, wirkte beruhigend. Im Übrigen hiess die Versammlung auch alle andern Anträge des Gemeinderates einstimmig gut.

Jetzt sind Hölzliweg und Breitenstrasse an der Reihe

Zwei Kredite zum Investitionsvolumen 2021 von 507'900 Franken genehmigte die Gemeindeversammlung. Sie sagte Ja zur Sanierung «Hölzliweg» für 135'000 Franken. Der Weg sei in keinem guten Zustand, hatte Gemeindepräsident Thomas Blum vorausgeschickt. Die Arbeiten betreffen Wasserversorgung und Belagssanierung und erstrecken sich auf die Jahre 2021/2022.

Ebenfalls Ja sagte die Versammlung zur Sanierung Breitenstrasse; der Kredit über 750'000 Franken wird auf die Investitionsrechnungen 2021 und 2022 verteilt. Total entfallen 448'000 Franken auf die Wasserversorgung (brüchige Leitungsinfrastruktur), knapp 200'000 Franken auf die Abwasserbeseitigung und 106'000 Franken auf die Strassensanierung. Auch diese Arbeiten werden in den Jahren 2021 und 2022 ausgeführt. Dazu gesellen sich eine neue Informatiklösung (Kanzlei), eine Motorspritze mit Transportwagen (Feuerwehr) und eine Schulzimmersanierung (Salzmatt).