Dorfmuseum
Mit Bildern Gespräche anregen: Eine neue Ausstellung zeigt Trimbach von allen Seiten

Er fotografiert für die «Trimbacher Märet-Zytig»: Jetzt sind die Werke von Ingmar Nowak im Gemeindehaus ausgestellt – mit Skulpturen eines bekannten Künstlers.

Sharleen Wüest
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Bruno Kissling

Bei Nacht, in Schnee gehüllt oder von der Ferne: Fotograf Ingmar Nowak bildet die Gemeinde Trimbach aus allen Perspektiven ab. Seit Freitag ist seine Kunst im Dorfmuseum zu sehen. Ausgestellt werden seine Fotografien zusammen mit Skulpturen von Wilhelm Kufferath von Kendenich. Es ist bereits die achte Ausstellung, welche der Verein Trimbacher Kulturgut organisiert hat.

Kufferath beschäftigt sich schon lange mit dem Thema Ausbruch.

Kufferath beschäftigt sich schon lange mit dem Thema Ausbruch.

Bruno Kissling

Die beiden Künstler stehen vor einem grossen Panorama, welches das Dorf mit all seinen Facetten zeigt. «Das geht unter die Haut», sagt Kufferath. Damit meint der Künstler die Fotografien seines Kollegen. «Gewaltig» nennt er sie. Auch seine Skulpturen sind eindrücklich. Im Einklang ergeben sie die Ausstellung «Trimbach – ein Dorf mit Erholungswert». Am 1. Oktober luden die beiden Künstler zusammen mit dem Verein Trimbacher Kulturgut zur Vernissage ein. Ab Montag, 4. Oktober, ist die Ausstellung frei zugänglich – mit Maskenpflicht.

Fotograf hofft, Gespräche anzuregen

Ein Blick der Wand entlang zeigt: Die Fotografien sind vielfältig. Dennoch verfolgen sie das gleiche Ziel. Ingmar Nowak, der auch für die Dorfmäret-Zytig fotografiert, möchte Trimbach mit seinen Bildern symbolisch zusammenbringen. Denn die Gemeinde werde oft zweigeteilt wahrgenommen. Die beiden Dorfteile würden gegeneinander ausgespielt. «Ich habe versucht, schöne Aufnahmen von beiden Dorfteilen zu machen», sagt Nowak. Denn das Dorf sei vor allem wegen der Aussicht für Neuzuzüger, die bauen möchten, sehr attraktiv.

Morgenstimmung über der Aare von der Rankwog aus gesehen.
5 Bilder
Blick vom Gassacker dorfaufwärts: Ein harmonisches Ortsbild.
Der Aufbruch ist der Anfang allen Werdens, so Künstler Wilhelm Kufferath von Kendenich.
Wilhelm Kufferath von Kendenich (sitzend im Gespräch) bot einen philosophischen Exkurs über die Entstehung von Kultur.
Ingmar Nowak plädierte für einen Baustopp und Neuorientierung zur Nutzung der Landreserven.

Morgenstimmung über der Aare von der Rankwog aus gesehen.

zvg

Vor allem die Sozialregion Olten und die Kritik seitens Trimbach ist seit Jahren immer wieder Thema. Viele Einwohnerinnen und Einwohner sind verärgert. «Eigentlich müsste man die Richtung wechseln. Es fehlt eine Vision», sagt der Künstler. Mit der Ausstellung hofft er, Gespräche anzuregen. Denn er möchte zeigen, dass Trimbach einen starken Erholungswert hat, der zu bewahren ist. Man müsse sich für die Probleme einer Gemeinde öffnen, um die Lösung voranzutreiben.

Bis zum 14. Januar im Gemeindehaus

Damit ist auch schon das Hauptthema von Kufferaths Arbeiten angeschnitten. Seit über dreissig Jahren verfolgt der Künstler das Thema Aufbruch. Mit Holz und Stahlkette setzt er ein Zeichen für die neugewonnene Freiheit, wenn man im Leben nicht nur festhält. «Wenn man auf seinem Fell sitzen bleibt, kann man sich nicht entwickeln», sagt Kufferath. Er zeigt auf eine seiner Skulpturen. Das Objekt ist fast komplett in grüner Farbe gehalten, nur an einer Stelle kommen verschiedene Farben zum Vorschein: «Wenn die Welt zu dicht wird, bricht etwas aus», sagt der Künstler.

Die beiden freuen sich darauf, ihre Werke Interessierten zeigen zu können. Die Ausstellung des Vereins ist noch bis zum 14. Januar im Gemeindehaus zu sehen.

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