Projektleiter Gilles Cantor von tpc kennt die Kirchgasse eigentlich schon seit Frühling. Damals nämlich besuchte er sämtliche möglichen «Donnschtig-Jass»-Spielorte des laufenden Jahres. tpc Switzerland AG, in deren Auftrag er tätig ist, ist eine Tochtergesellschaft der SRG und der technische Dienstleister von SRF. Das gilt auch für den «Donnschtig-Jass», für den der Projektleiter bereits in der 10. Saison unterwegs ist.

Spielort längst vermessen

So also weiss Cantor stets im Voraus, wie der neue Spielort zu nutzen sein wird. Er kennt Winkel und Nischen, freie Flächen, weiss, was allenfalls temporär entfernt werden muss. In Olten sind dies etwa Sitzbänke westlich der Stadtkirche, weil dort das Satellitenübertragungsfahrzeug platziert wird, wie René Wernli, Leiter Werkhof, weiss.

Cantor hat auch vorausplanen können, was wo untergebracht, platziert, hingestellt und von wo Energie bezogen werden kann. Mit zehn Lastwagen à 18 Tonnen Maximallast ist tpc angereist. «Die Wagen sind nicht bis zum Höchstgewicht belastet», sagt Cantor.

Aber die Zahl der Fahrzeuge ergibt dennoch ein Bild vom intensiven Material- und Personalaufwand, der für die Sendung betrieben wird. Am Dienstagmorgen hatte tpc sicher weit mehr als ein Dutzend Arbeitskräfte für den Aufbau im Einsatz, der in Olten bereits am 1. August begonnen hatte. Die signifikanten Vorboten der Sendung, Showbühne und Jasszelt, sind schon platziert.

Für die Gewerbebetriebe an der Kirchgasse ist das alles grundsätzlich kein Problem. Und wenn, dann gehts höchstens um ein paar Zentimeter; darüber lässt sich mit Gilles Cantor aber gut verhandeln. Eine Lösung gibts immer. «Mir ist ein solcher Betrieb lieber als der Autoverkehr früher», sagt der Filialleiter von Herren Globus, Beat Plüss. Er erhält einen Beleuchtungsturm nahe des Geschäftseingangs platziert.

Stellproben ab 16.30 Uhr

Der «Donnschtig-Jass» kennt keine Pause, wie Cantor weiss. In Küssnacht wurde alles – wie üblich – innert 24 Stunden nach Sendeschluss abgebaut und verladen, dann am Montag erstes Material in Olten aufgebaut. Nun liegen also haufenweise Paletten mit Streben, Zeltspindeln, Riegeln und anderes mehr noch herum, bis diese letztlich an Ort und Stelle verarbeitet werden.

Bis Dienstagabend 18 Uhr waren Lichttürme, Bild, Ton und Beleuchtung montiert, damit heute Mittwoch, nach Finisharbeiten, zwischen 16.30 und 19 Uhr Stellproben durchgeführt werden können. Dabei werden Positionen, Gehwege, Haltungen der Protagonisten festgelegt und die Beleuchtung darauf abgestimmt. Nicht mehr die Aufgabe von tpc, sondern der SRF-Regie.

Alles gut also? «Olten ist im Fahrplan», sagt Wernli. Vorfreude pur. Bereits kurz nach Mittag ist das Festgelände morgen Donnerstag offen, bei freiem Eintritt und freier Platzwahl. «Gutes Wetter wär was», sagt der Werkhofleiter noch. Am späteren Donnerstagabend nämlich sind heftigere Gewitter angesagt.