Olten

Divisionär Thomas Süssli hält Vortrag über Munition aus Bits und Bytes

Landammann Roland Fürst (links) und SOGART-Präsident Oberstlt i Gst Florian Federer (Mitte) lassen sich vom designierten Chef der Armee, Divisionär Thomas Süssli, die Cyberbedrohung erklären.

Landammann Roland Fürst (links) und SOGART-Präsident Oberstlt i Gst Florian Federer (Mitte) lassen sich vom designierten Chef der Armee, Divisionär Thomas Süssli, die Cyberbedrohung erklären.

Im Oltner Stadttheater präsentiert Thomas Süssli ein Vortrag über «moderne Artilleriemunition». Schon vor vier Jahren erfolgte ein Weckruf.

«Mein Ziel ist, Ihnen etwas Angst zu machen», betonte der designierte neue Chef der Armee, Divisionär Thomas Süssli, gegenüber den Mitgliedern der Schweizerischen Offiziersgesellschaft der Artillerie (SOGART) im Stadttheater Olten. Zum Thema «moderne Artilleriemunition» gehöre in der heutigen Zeit auch die Munition aus Bits und Bytes. Süssli verstand es, den Artilleristen klarzumachen, dass mehr unternommen werden müsse, denn «Cyber schläft nie».

Der Präsident der SOGART, Oberstlt i Gst Florian Federer, freute sich sichtlich, als er den kürzlich vom Bundesrat zum neuen Chef der Armee gewählten Divisionär Thomas Süssli vorstellen konnte. 2018 habe er ihn als Referenten zum Thema «Cyber – Munition aus Bits und Bytes» angefragt und nun sei das Thema aktueller denn je. Süssli sprach dabei in seiner heutigen Funktion als Chef der Führungsunterstützungsbasis der Armee.

Seit 2003 gebe es Konzepte in der Schweizer Armee zur Abwehr von elektronischen Angriffen. Bis 2018 hätten sich rund 40 Mitarbeitende und 100 Armeeangehörige der Miliz dem Thema gewidmet. Dabei hätte eine grosse Stärke der Miliz genutzt werden können, denn die Milizsoldaten seien top ausgebildet. Den eigentlichen «Wake-up-Call» habe die Cyberabwehr dann 2015 mit dem elektronischen Angriff auf die Ruag erhalten. Es schnell wurde klar, dass mehr gemacht werden müsse, denn «Cyber schläft nie» – und bei Ruag hätten die Angreifer über eine lange Zeit viele Daten erbeuten können. Süssli verstand es, in anschaulicher Art und Weise – in Deutsch und Französisch – den Artilleristen die zunehmende Bedrohung aus dem Internet zu verdeutlichen. Vor allem die immer grössere Vernetzung führe zu einer grösseren Verwundbarkeit. «Unsere Gegner können ihre Cyberwaffen in speziellen Internet-Shops einkaufen.» Die Komplexität des geplanten Angriffes zeige sich dann anhand des geforderten Preises der Cyberwaffe. Süssli erklärte den Ablauf eines Angriffs auf, und die Offiziere konnten erkennen, dass diese Art der Kriegsführung heute schon oft praktiziert werde, was meist der Bevölkerung nicht bekannt sei.

Reagiert mit einem Cyberlehrgang

Die Schweizer Armee hat mit der Schaffung eines Cyberlehrgangs reagiert und bildet nun die ersten Spezialisten in 40-wöchigen Lehrgängen aus. Diese Soldaten sind wirklich hervorragend, freute sich Süssli, zudem sei die Ausbildung ein Gewinn für den Soldaten selber, die Armee und die Wirtschaft. Mit diesem Spezialisten will die Armee künftig schneller, schlagkräftiger auf Angriffe reagieren und gegebenenfalls auch mit einem Gegenangriff reagieren können – dies sei aber nur auf ausdrückliche Anordnung des Bundesrats erlaubt.

Den jungen Artillerieleutnants gratulierte Süssli zum erfolgreichen Absolvieren der Offiziersschule. «Stehen Sie dazu, Offiziere zu sein und seien Sie gegenüber ihren Arbeitgebern transparent». Zwar würden diese einige WK-Abwesenheiten in Kauf nehmen müssen, dafür bekämen sie Mitarbeitende, welche die beste Führungsausbildung der Schweiz erfolgreich durchlaufen hätten. Thomas Süssli suchte anschliessend mit dem Solothurner Landammann Roland Fürst, der Kantonsratspräsidentin Verena Meyer-Burkhard sowie den rund 130 Offizieren das Gespräch. «Mein Beruf ist mir eine Herzensangelegenheit und ich möchte Situationen analysieren, ein System weiterentwickeln und Ziele erreichen», hatte Süssli den Morgen im Oltner Stadttheater begonnen und sein Engagement spürten die Artilleristen förmlich.

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