Olten

Diskussion zwischen Präzisionsmaschinen

Nick Wälli, CEO der Acutronic, bei der Führung durch die Produktionshalle.- Foto: Fabio Baranzini

Nick Wälli, CEO der Acutronic, bei der Führung durch die Produktionshalle.- Foto: Fabio Baranzini

Das diesjährige Ambassadoren-Meeting stand im Zeichen der Unternehmenssteuerreform III und ging in der Produktionshalle der Firma Acutronic in Olten über die Bühne.

Die Unternehmenssteuerreform III: Das ist eine ziemlich trockene Angelegenheit, die – wenn man sie verstehen will – auch einiges an Fachwissen voraussetzt. Und obwohl sich der eine oder andere Unternehmer wohl lieber nicht damit beschäftigen würde, ist sie ein wichtiges Thema. Genau aus diesem Grund war sie denn auch der Hauptbestandteil des jährlich stattfindenden Ambassadoren-Meetings der Wirtschaftsvertreter aus der Region Olten. Seit 2010 treffen sich die rund 240 Ambassadoren, die als Boschafter für die Region Olten fungieren, zwei Mal im Jahr, wobei jeweils im Frühling ein Meeting stattfindet, bei dem ein aktuelles Thema behandelt wird. Initiiert wurde das Projekt von der Wirtschaftsförderung Region Olten, deren Geschäftsführer Urs Blaser auch diesmal eingeladen hatte.

Kanton Solothurn ist gefordert

Gut 50 Ambassadoren folgten der Einladung. Im grossen Produktionsraum der Firma Acutronic in Olten, umgeben von Hochpräzisionsmaschinen, die wohl die meisten der anwesenden Gäste noch nie gesehen haben, ergriff Steuerexperte Oskar Ackermann das Wort. Der Leiter Juristische Personen vom Steueramt des Kantons Solothurn referierte während mehr als einer Stunde sehr detailliert über die Unternehmenssteuerreform III (USR III) und ihre Auswirkungen auf die Unternehmen im Kanton Solothurn. Gleich zu Beginn betonte Ackermann, dass die USR III «ein Jahrhundertprojekt» sei, welches «in einem Tsunami für die Wirtschaft enden kann, wenn wir nicht reüssieren.»

In der Folge führte Ackermann die komplexen Bezüge zur internationalen Entwicklung aus und beschrieb die Veränderungen durch die USR III ausführlich. Abschliessend hielt er fest, «dass die Unternehmenssteuerreform eine riesige Chance für den Kanton Solothurn ist, wenn wir einen guten Job machen.» Dann nämlich würde es gelingen, Wachstum zu generieren, den Standort Solothurn noch attraktiver zu machen und die Wohn- und Arbeitsqualität hochzuhalten. Falls es dem Kanton Solothurn jedoch nicht gelingt, auch in Zukunft ein kompetitives Steuersystem zu etablieren, droht der Wegzug vieler Unternehmen, was erhebliche Verluste für Gemeinden und Kanton zur Folge hätte.

Qualität zahlt sich aus

«Bevor wir Steuern bezahlen können, müssen wir arbeiten und schauen, dass wir Geld verdienen.» Mit diesen Worten leitete Nick Wälli, CEO der Acutronic, zum zweiten Teil des Meetings über. Wälli stellte die Acutronic- Gruppe vor, die trotz weltweit lediglich 110 Mitarbeitern als Weltmarktführer in der Marktnische der Bewegungssimulatoren auftritt. Über 80 Prozent der Kunden von Acutronic stammen aus Luft- und Raumfahrt, sowie der Verteidigungsindustrie. Diese testen und kalibrieren ihre Produkte mit Hilfe der Bewegungssimulatoren von Acutronic.

Das Schweizer Unternehmen, das in Olten produziert und alle übrigen Geschäftstätigkeiten von Bubikon aus koordiniert, ist nur zu einem verschwindend kleinen Teil auf dem Schweizer Markt aktiv. «99 Prozent unserer Produkte werden exportiert. Das ist einerseits sehr schön, andererseits werden wir jedoch vom Wechselkurs immer wieder herausgefordert», so Wälli. Trotzdem setzt man bei der Acutronic konsequent auf eine hohe Qualität der Produkte und nimmt so auch höhere Preise im Vergleich zur Konkurrenz in Kauf. «Auf Qualität zu setzen, ist zwar anstrengend, aber es zahlt sich aus. Vor allem dann, wenn man die Qualität dem Kunden gegenüber belegen kann», rät Wälli seinen Gästen, die er zum Abschluss durch den Produktionsraum führte und ihnen die Funktionsweise eines Bewegungssimulators demonstrierte.

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