Olten

Dieses Projekt ist «ein bisschen anders»

Die Zuger Wohn-, Ausbildungs- und Arbeitsstätte Zuwebe tritt mit BlasArt auf.

Die Zuger Wohn-, Ausbildungs- und Arbeitsstätte Zuwebe tritt mit BlasArt auf.

Das Oltner Musikensemble BlasArt hat sich auf fremdes Terrain gewagt und tritt zusammen mit Menschen mit Behinderungen im Schwager Theater auf.

Es sind wichtige Fragen, die sich die Schauspielerinnen und Schauspieler der Zuger Wohn-, Ausbildungs- und Arbeitsstätte Zuwebe stellen. «Ist das Leben lebenswert?», «Ist krank sein schön?» oder «Was mache ich mit meiner Liebe?». Die Augen rollen, die Köpfe drehen sich. Dazu sind sanfte Klänge der Formation BlasArt aus Olten zu hören. Die beiden Künstlergruppen probten für eine gemeinsame Produktion, die Anfang Oktober in Zug zu sehen war und nun auch ins Oltner Schwager Theater kommt.

Im Stück geht es um die Liebe und das Leben. Dabei zeigen die physisch und psychisch beeinträchtigten Schauspieler verschiedene kurze Szenen und Geschichten. Bestehende Inhalte werden dabei mit neuen Szenen gemischt. Darunter sind Klassiker wie Gedichte von Heinrich Heine aber auch Texte, die von den Schauspielerinnen und Schauspielern selber geschrieben wurden. Komplettiert und ergänzt werden die Szenen durch ganz unterschiedliche Einschübe der Musikerinnen und Musiker. Feine Melodien aber auch kraftvolle Klänge vereinen sich mit den Texten und ergeben eine berührende Mischung aus Theater und Musik.

Für BlasArt aus Olten, in der sechs professionelle Musikerinnen und Musiker mitspielen, ist es die erste Zusammenarbeit in dieser Art. «Wir sind immer auf der Suche nach Projekten und Ideen, die ein bisschen anders sind», erklärt der Präsident Heinz Schoenenberger von BlasArt. Begeistert sei er vom Talent der verschiedenen Spielerinnen und Spieler und auch von deren Professionalität während der Proben. «Davon könnte sich mancher Profi eine Scheibe abschneiden», meint er. Aufmerksamkeit und Konzentration während den Proben ist von allen gefordert, denn es gibt nur wenige Möglichkeiten, an denen Spieler und Musiker gemeinsam üben können. «Den Grossteil der Zeit probten unsere Gruppen getrennt. Die verschiedenen Teile werden wie ein Puzzle zusammengefügt», erklärt Schoenenberger.

Die Menschen mit Behinderungen probten eineinhalb Tage pro Woche. An den anderen Tagen arbeiten die Schauspielerinnen und Schauspieler an einem anderen Arbeitsplatz innerhalb des Arbeits- und Ausbildungsstätte. Immer wieder wird die Theatergruppe aber auch für private Veranstaltungen engagiert oder steht an Kulturveranstaltungen im Intermezzo auf der Bühne. Seit Beginn des Angebots wird die Schauspielerei von der Theaterpädagogin Jitka Nussbaum Weber geleitet.

Der Auftritt im Schwager Theater ist für die Theatergruppe etwas Besonderes: «Normalerweise spielen wir die Musik für die Szenen ab Band. Mit einer so tollen Live-Band zu spielen, ist für uns etwas Besonderes und macht uns viel Spass», sagt Nussbaum-Weber. Dem stimmen alle Schauspielerinnen und Schauspieler zu. Spielerin Eliane Strickler meint: «Wenn wir eine Szene spielen, finde ich es lustig, dass plötzlich die Musik einsetzt und so eine Verbindung entsteht.» (mgt)

Meistgesehen

Artboard 1