Olten

Dieses Jahr sind die Acts am OltenAir zur Hälfte weiblich

OltenAir 2019: Die Organisatoren erwarten an die 1000 Festbesucher.

OltenAir 2019: Die Organisatoren erwarten an die 1000 Festbesucher.

Anfang August kommt es auf der Schützi zur dritten Ausgabe des OltenAir. Erwartet werden an die 1000 Gäste.

Die Open Air-Saison hat begonnen – so auch in Olten. Zum dritten Mal wird in der Schützi am 2. und 3. August geschwitzt, getanzt und gefeiert. Was ist zu erwarten?

Das OltenAir setzt dieses Jahr am Freitag auf Hiphop, Rap und R&B und am Samstag auf Rock und Pop. 18 verschiedene nationale und internationale Acts treten dabei vor dem Publikum auf.

Die Hälfte aller Acts sind weiblich

Es ist dem neuaufgestellten Bookingteam gelungen, ein klar gestecktes Ziel eines fünfzigprozentigen Frauenanteils der Künstler zu erreichen. Mit dem Engagement von Ta’Shan, der im Juli von SRF frisch gebackenen Best-Talent-Künstlerin aus Bern, ist ihm ein Coup gelungen. Neben der zurzeit in London wohnhaften Urban-Multi-Kulti-R&B-Musikerin spielt vor allem am Freitag viel weibliche Musik. Mit Naomi Lareine, die mit ihrer seidig-kratzigen Stimme dem R&B-Genre ein Upgrade verpasst, tritt an diesem Tag auch die Luzerner Rapperin Ivorrie auf, die mit Jason Derulo schon zusammengearbeitet hat. Auch am Samstag erscheinen viele weibliche Künstlerinnen auf der Bühne, zum Beispiel das Indie-Rock-Duo Gurr aus Deutschland, die Zofinger Band Miss Kryptonite und auch die aus Zürich stammende Rockerin Evelinn Trouble, die 2018 den Schweizer Musikpreis entgegennehmen durfte.

Internationale Künstler am Start

Wie letztes Jahr finden sich nächsten Monat wiederum internationale Acts ein. Da ist einerseits der Deutsche Rapper und Labelbesitzer Megaloh, der schon mit Xavier Naidoo, Samy Deluxe und anderen Berühmtheiten zusammengearbeitet hat. Zum anderen tritt auch die niederländische Alternativ-Rockband De Staat auf, die schon als Vorband von Muse gespielt hat. Weil das Festival in Olten primär das Ziel verfolgt, jungen aufstrebenden Künstlern ein Sprungbrett zu bieten, sind viele regionale Künstler vertreten, beispielsweise die beiden aus Solothurn stammenden Rapper Pronto, der in diesem Monat bereits am Open Air Frauenfeld aufgelaufen ist, und Pato, ein junger, authentischer und lebensfroher Newcomer. 

Ebenfalls heimisch und Newcomer, sogar mit Oltner Beteiligung, tritt Monokind mit seinem selbst ernannten Kuschelfunk auf. Dieses breite Spektrum ist einerseits durch Präferenzen des Bookingteams entstanden, aber auch durch Anfragen der Künstler selbst, welche man nach interner Abklärung ins Line-Up aufgenommen hat.

Ein wenig eingebüsst hat dieses Jahr allerdings der Reggae. Im erneuerten Bookingteam des OltenAir ist die traditionell jamaikanische Musikrichtung nicht mehr so dominant vertreten. «Es hat sich einfach nicht mehr ergeben», erklärt Nils Löffel, der Co-Präsident OltenAir und fügt an, dass mit Ta’Shan und Zion Step ähnlich erfrischende Musik zu hören sein wird. Es sei aber keineswegs ein bewusster Entscheid gewesen.

Das OltenAir nimmt Rücksicht auf die Bewohner in der Umgebung, denn an beiden Tagen verlegt es sich nach 23 Uhr in die Schützi selbst. Die Party wird da bis 4 Uhr morgens dauern. Drinnen werden kurz nach Mitternacht Late Night Acts auftreten, die die Musikfans bis zum Schluss auf ihre Kosten kommen lassen. Apropos Kosten: Das Open Air sei nicht nur wegen der Acts und dem besonderen Stadtambiente so attraktiv. Nein, es sei auch preislich mit 39 Franken im Vorverkauf zu empfehlen, wie Nils Löffel meint. Die Preise sind allerdings seit letztem Jahr rund einen Fünfliber gestiegen. Dies sei zurückzuführen auf die erhöhte Platzmiete, mehr Infrastrukturkosten und den buchhalterischen Verlust des letzten Jahres. Löffel erhofft sich trotz des geringen Preisanstiegs für 2019 zwischen 900 und 1200 Besucher. Da während der letzten Durchführung nebst dem Open Air Gränichen und dem heissen Wetter auch noch ein zweitägiges Ed Sheeran-Konzert im Letzigrundstadion in Zürich stattgefunden hat, war das OltenAir nicht ganz ausverkauft gewesen. Von Gränichen habe man sich bezüglich des Line-Ups zu distanzieren versucht.

Das diesjährige OltenAir hat ein Budget von 130’000 Franken exklusiv Freiwilligenarbeit. Zirka 40’000 Franken gibt das OK für die Infrastruktur aus, etwa gleich viel für das Booking. Zusätzlich fallen noch Nebengagen an und weitere Kleininvestitionen.

Die Macht der freiwilligen Helfer

Viele Sponsoren und Stiftungen haben die Durchführung ermöglicht. Man habe sich aber generell mehr Unterstützung von der Stadt erhofft, so Löffel. Weiter zählen kann das Open Air aber auf zahlreiche Freiwillige, die noch einmal 130’000 Franken unentgeltlich übernehmen. Das heisst: zirka 100 freiwillige Helfer und 3400 unbezahlte Arbeitsstunden.

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