Unglaublich, der FC Olten lief dem Leader SV Höngg neunzig Minuten lang hinterher, war praktisch nur mit Defensivarbeit beschäftigt und dann das: Golobs Befreiungsschlag in der 91. Minute wurde zur perfekten Vorlage für Canik, der den FC Olten mit einem satten Flachschuss aus 18 Metern zum glücklichen Heimsieg schoss.

«Von den Spielanteilen her war der Sieg natürlich nicht verdient», sagte denn auch FCO-Trainer Juan Castro. «Höngg spielte sehr gut, sie waren nicht umsonst Erster. Doch meine Spieler haben neunzig Minuten gekämpft, und dafür wurden sie am Schluss belohnt.»

Die Oltner setzten in diesem Spiel nicht nur das letzte, sondern auch das erste Ausrufezeichen. Panzeri nickte einen Freistoss von Gerardi in der 14. Minute zum 1:0 ein. Die Führung des Heimteams hielt aber nur eine Viertelstunde.

Die Höngger erhöhten den Druck und tauchten nun vermehrt gefährlich im Strafraum der Oltner auf. Beim Doppelpass von Forner und Pereira gings für den FCO zu schnell. Pereira, der Topskorer der Zürcher, wurde gefoult und verwandelte den Penalty gleich selbst. Der Ausgleich war bereits sein 9. Saisontor.

«Wir haben 20, 25 Minuten lang gut gespielt. Nach dem Gegentor hatten wir aber plötzlich zu viel Respekt. Und Angst, den Ball in den eigenen Reihen zirkulieren zu lassen», analysierte Castro hinterher. Die Spieler hätten die 0:3-Niederlage vom letzten Wochenende gegen Dietikon – das laut Castro bisher einzige schlechte Spiel der laufenden Saison – wohl noch in den Köpfen gehabt.

Nur mit viel Mühe retteten die Oltner das Unentschieden in die Pause. In der 38. Minute wurde Höngg das 2:1 wegen Abseits aberkannt, fünf Minuten später hätte sich der FCO nicht über den zweiten Penaltypfiff beschweren können.

Und in der Nachspielzeit hatte die Heimelf erneut Dusel, als Husi den Ball mit der Faust gleich zweimal verfehlte. Doch spätestens in der 63. Minute machte Oltens Torthüter diese Unsicherheit wieder gut, als er den zweiten Penalty der Gäste, wiederum von Pereira getreten, parierte. «Er hat uns im Spiel gehalten», so Castro. «Nach dem gehaltenen Penalty ging ein Ruck durch die Mannschaft.»

Die Oltner kamen in den letzten zwanzig Minuten endlich zu Schüssen. Shaqiri (76.), Canik (77.) und Gerardi (86.) waren die Absender. Dennoch war der SV Höngg auch in der zweiten Halbzeit das bessere und gefährlichere Team.

Die Zürcher müssen sich einzig vorwerfen lassen, dass ihnen aus dem Spiel heraus trotz Überlegenheit kein Tor gelang. Den zielgenauen Freistoss von Pereira in der 81. Minute kratzte Husi mirakulös aus dem Lattenkreuz. Somit stand es nun 2:1 für Husi im internen Duell zwischen Goalie und Topskorer.

Dafür, dass am Ende auch auf der Anzeigetafel ein 2:1 aufleuchtete, sorgte dagegen Oltens Topskorer Tunahan Canik mit seinem 7. Saisontreffer.

Solothurner Trio mit Niederlagen

Dank des 6. Saisonsiegs verbleibt Olten auf dem 6. Tabellenplatz. Die anderen drei Solothurner Vertreter in der Gruppe 5 der 2. Liga inter kassierten am 11. Spieltag allesamt Niederlagen. Der FC Dulliken unterlag auswärts dem FC Liestal mit 1:2 und rutschte auf den 11. Platz zurück.

Subingen lag gegen Schöftland daheim bereits früh mit 0:2 im Hintertreffen. Sasso verkürzte vor der Pause zwar auf 1:2, Punkte gab es für die Elf von Trainer Erich Hert aber keine. Nach Gegentoren in der 69. und 85. Minute war die Partie zuungunsten der Wasserämter entschieden. Wiedmann betrieb mit dem Tor zum 2:4 noch ein bisschen Resultatkosmetik.

Somit bleibt Subingen auf dem 12. Platz, weiterhin Tabellenletzter ist der FC Iliria. Die Stadt-Solothurner kassierten mit dem 1:5 bei Wohlen II bereits die 9. Niederlage im 11. Saisonspiel.