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Diese zehn Punkte könnte man am Bahnhof Olten noch verbessern

Olten ist der Bahnknoten des Mittellandes, ÖV-Zentrum für eine Region mit 100000 Einwohnern und Umsteigestation für Reisende nach Basel, Biel, Bern, Luzern und Zürich. Doch in Sachen Kundenfreundlichkeit wäre im Bahnhof Olten noch einiges möglich.

Christian von Arx
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Rolltreppen sucht man am Bahnhof Olten vergebens.
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Auch die Fahrgastinformationen zu den Bussen lassen zu Wünschen übrig.
Um halb acht macht der Schalter spätestens dicht.
Eine zentrale grosse Anzeigetafel gibt es in Olten nicht.
Wer am Bahnhof Olten auf die Toilette will, muss dafür 1.50 Franken bezahlen.
10 Punkte, die es am Bahnhof Olten zu beanstanden gibt.
Der Marronistand befindet sich zwischen den Gleisen 7 und 4, in der Unterführung würden aber wesentlich mehr Personen am Stand vorbeikommen.
Ein Ort wo die Schlagzeilen des Tages ausgehängt sind vermisst man am Bahnhof Olten ebenfalls.
Die Wegweiser am Bahnhof lassen ebenfalls zu wünschen übrig, denn für viele Orte gibt es gar keinen.

Rolltreppen sucht man am Bahnhof Olten vergebens.

Bruno Kissling

Liebe SBB

Vor vier Jahren hast du den Bahnhof Olten für 27 Millionen Franken umgebaut. Das war super. Vieles hast du damals moderner, heller, praktischer gemacht. Das kommt den 80 000 Bahnreisenden, die täglich hier aus-, um- und einsteigen, seither zugute. Natürlich blieb der eine oder andere Wunsch unerfüllt. Man kann ja nicht alles haben. Trotzdem: Darf ich dir heute wieder mal ein paar kleine und grosse Anliegen ins Ohr flüstern? Hier ein Wunschzettel mit meinen persönlichen Favoriten. Vielleicht schicken dir die andern 79 999 Bahnhof-Oltner ja ihre eigenen Wünsche. Merci für dein Wohlwollen, und noch manchen schönen Halt in Olten!

Erstens: Rolltreppen

Findest du nicht auch, dass für einen Bahnhof wie Olten Rolltreppen zeitgemäss wären? Ich denke da an die Zugänge von aussen in die zwei Unterführungen und an den Aufgang im Glaskubus zu den Gleisen 4 und 7. Und dass die Hardegg-Unterführung überhaupt nicht rollstuhlgängig ist, geht gar nicht. Bitte Rampen bauen!

Zweitens: Information zum Bus

Es heisst doch immer, der öffentliche Verkehr sei ein System: Bus und Zug! Das gilt nicht im Bahnhof Olten: Hier sind Auswärtige verloren, die auf einen Bus umsteigen sollten. In der Martin-Disteli-Unterführung hängen irgendwo zwei kaum lesbare Tafeln mit Hunderten Bus-Abfahrtszeiten. In der Hardegg-Unterführung fehlt jede Information zum Bus, Herumirren ist angesagt. Wäre es nicht möglich, ankommenden Zugspassagieren die Busabfahrten der nächsten Stunde elektronisch anzuzeigen?

Drittens: Schalteröffnungszeiten

Der Billettschalter im Bahnhof Olten schliesst um 19.30 Uhr, am Sonntag um 18.30 Uhr. Das mag ja für einen Provinzbahnhof in Ostlappland reichen, wo abends Rentiere brüllen. Aber doch nicht für den Bahnhof von «SBB City», wo nach 19.30 Uhr noch weit über 100 Züge auf dem Fahrplan stehen! Also bitte, mindestens bis 22 Uhr dürftest du deine Kunden in Olten schon bedienen, werte SBB.

Viertens: Grosse Anzeigetafel

In jedem grossen Bahnhof prunkst du mit riesigen Anzeigetafeln für die Zugsabfahrten. Nur in Olten gibts bloss Kästchen von der Grösse eines TV-Bildschirms, vor denen sich die Leute die Sicht verstellen. Sogar Aarau (Bild) stellt Olten da in den Schatten! Wann schenkst du uns so eine tolle Anzeige für den Glaskubus?

Fünftens: Kostenlose WC-Anlagen

Wo sich täglich 80 000 Männer, Frauen und Kinder tummeln, muss auch mal einer aufs Klo. Bist du wirklich so klamm, dass du für jedes Bisi einen Stutz fünfzig verlangen musst? Das darf doch im Billettpreis inbegriffen sein. Ein kostenloses Angebot an sauberen Toiletten im Bahnhof Olten wäre ein Zeichen von Zivilisiertheit. Oder Pflicht für ein nationales Transportunternehmen.

Sechstens: Sitzgelegenheiten

Mir fällt auf, dass die paar wenigen Bänklein auf den Perrons im Bahnhof Olten spätestens 10 Minuten vor Abfahrt des nächsten Zuges immer besetzt sind. Also dauernd. Das deutet auf ein Publikumsbedürfnis hin. Also, galante SBB, zwei Dutzend neue Bänke her! Die Füsse deiner Kundinnen und Kunden werden es dir danken.

Siebtens: Marronistand in der Unterführung

Heisse Marroni im Herbst und Winter, das macht Stimmung im kalten Bahnhof. Zum Glück hat auch Olten einen Marronistand! Aber leider am falschen Ort. Natürlich gehört er dorthin, wo er früher immer war, nämlich in die grosse Unterführung. Und sicher nicht auf ein Perron, wo ihn nur diejenigen sehen, deren Zug zufällig dort fährt. Einen Fehlentscheid korrigieren ist keine Schande!

Achtens: Velo-Einstellplätze

Auf der Bahnhof-Ostseite sollen ja neue Velo-Einstellplätze entstehen. Gibt es nicht auch Velofahrer, die von der linken Stadtseite her zum Bahnhof kommen? Jedenfalls stehen beim Abgang in die Unterführung nach der Bahnhofbrücke Tag für Tag Hunderte von Zweirädern ohne Parkplatz, die dortige Veloeinstellanlage ist hoffnungslos überfordert – seit Jahren.

Neuntens: Wegweiser zur Stadt

Wo, bitte, gehts da zum Spital? Das Kantonsspital ist vom Bahnhof aus in ein paar Gehminuten zu erreichen, nur angeschrieben ists dort nicht. Nicht nur zum Spital, auch zur Fachhochschule/Hotel Arte, zum Stadttheater und zu den Sportanlagen im Kleinholz brauchts im Bahnhof ein paar richtig grosse Wegweiser, die jedem sofort in die Augen springen.

Zehntens: Ein Kiosk mit Aushang

Ja, und dann noch mein Extrawunsch. Im Bahnhof Olten gibts zwar Kiosks, aber keinen Aushang mit den Schlagzeilen des Tages. Der Kiosk Muscillo an der Oltner Citykreuzung (Bild) zeigt, wies geht! Erst das Morgenpanorama der Lokal- und Weltpresse macht aus dem Bahnhof Olten einen Bahnhof von Welt. – Wenn sonst alles unerfüllt bleiben muss, tröstest du mich dann mit Nr. 10, liebe SBB?

Was ist Ihr Wunsch für den Bahnhof Olten?

Was sollte besser werden im wichtigsten Bahnhof des Mittellandes? Schreiben Sie Ihren Wunsch in die Kommentarspalte zu diesem Artikel oder per Mail an die Redaktion des Oltner Tagblatts (Betreffzeile: Bahnhof): redaktion@oltnertagblatt.ch