Hägendorf
Diese Solaranlage legt sich nachts wie eine Blume zusammen

Die F. Murpf AG installiert in Hägendorf ein Solarsystem als Schmuck auf den Scheuermatt-Kreisel. Die wie eine Blume aussehende Anlage soll das weltweit erste "All-in-One-Solarsystem" sein.

Karin Schmid
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2011 wurde der Kreisel Scheuermatt, der den Verkehr von Egerkingen her kommend in die Hägendörfer Industrie leitet, fertiggestellt. In Sachen Kreiselgestaltung waren nach Angaben von Vizegemeindepräsident Heiner Roschi und Bauverwalter Walter Müller danach «zwar Ideen, aber kein konkretes Projekt vorhanden». Im November 2014 wandten sich die Verantwortlichen der F. Murpf AG an die Gemeindevertreter mit der Anfrage, ob immer noch die Option eines Kreiselschmucks bestehe. Die Hägendörfer bejahten – und erhielten prompt das Projekt «Smartflower» eingereicht. «Wir waren von Anfang an begeistert und überzeugt davon», sagt Heiner Roschi. «‹Smartflower› ist etwas Schönes, Nachhaltiges – die Idee traf bei uns voll ins Schwarze.»

Nach Zustimmung der Kantonsverantwortlichen – der Scheuermatt-Kreisel liegt an einer Kantonsstrasse – gingen die Vertreter der Firma Murpf auf die Suche nach Solardachlieferanten – und stiessen «aus Zufall auf Smartflower», erzählt Geschäftsleitungsmitglied Rolf Murpf. «Wir merkten sofort, dass dies das richtige System für den Kreisel ist». Bis anhin verfügt noch keine der Murpf-Liegenschaften über ein Solardach, «doch in Zukunft wollen wir diese Energie nachhaltig nutzen». Laut Murpf steht schon eine «kluge Blume» (Smartflower) in der Schweiz, in einem Strassenkreisel in der deutschen und französischen Schweiz wäre sie jedoch die erste.

Bei Sturm und Hagel im Gehäuse

Bei der von der Smartflower Energy Technology GmbH im österreichischen Güssing produzierten «Smartflower POP» in Blumenoptik handelt es sich nach deren eigenen Angaben um «das weltweit erste All-in-One-Solarsystem». Die 1.2 Tonnen schwere Anlage mit einer Höhe von sechs Metern und einem Durchmesser von fünf Metern ist grundsätzlich mobil platzierbar, wird in Hägendorf aber an sechs Befestigungspunkten mittels Erdschrauben fix in den Kreisel montiert.

Die «Blume» inklusive Photovoltaikmodule, Steuerung und Wechselrichter verfügt über eine Solarfläche von 18 Quadratmetern, einen Drehmechanismus und einen sogenannten «Windwächter», der während des Betriebs laufend die Windstärke kontrolliert und, je nach Druck, automatisch in eine der beiden Sicherheitspositionen fährt. «Bei Sonnenaufgang drehen sich einzelne Elemente auf und richten sich jeweils gegen die Sonne aus», erklärt Rolf Murpf. Bei Sonnenuntergang lege sich die «Blume» selbständig in eine Sicherheitsposition zusammen. Bei Sturm oder Hagel kann die mit GPS ausgerüstete Anlage per Knopfdruck komplett in das Gehäuse eingefahren werden.

Installation am 13. Mai

Pro Jahr erzeugt die «Smartflower»-Anlage laut der Produktionsfirma im Schnitt rund 4000 Kilowattstunden, was dem kompletten Strombedarf eines Einfamilienhauses entspricht. Zu den Kosten: Weder die Verantwortlichen der Murpf AG noch diejenigen der Gemeinde wollen einen Preis für das Solarsystem nennen. Aber: «Die Firma Murpf finanziert die Anlage vollumfänglich.» Sie wird den produzierten Strom in ihr System einspeisen und für ihre eigenen Bedürfnisse nutzen. Für die Gemeinde sei das Kreiselgestaltungsprojekt «vollständig positiv, denn die Firma zahlt auch den vollen Unterhalt und die Pflege des Kreisels».

Das «Smartflower»-System wird am kommenden Mittwoch, 13. Mai, in den Scheuermatt-Kreisel montiert. Er wird bei dieser Gelegenheit offiziell der Gemeinde übergeben. Damit ist die Hägendörfer «Smartflower» laut Rolf Murpf «die erste auf einem Strassenkreisel in der deutsch-französischen Schweiz».

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