Wie viel Arbeit wirklich hinter einer Radiosendung steckt, durfte die 15-jährige Kantischülerin Chiara Imbimbo dank dem Jugendjournalismus-Projekt «Young Reporters» vom international tätigen Kinderhilfswerk Plan Schweiz am eigenen Leib erfahren. Zusammen mit zwei anderen Teilnehmerinnen nahm sie im Zusammenhang mit Kinderrechten einen einstündigen Radiobeitrag zum Thema «Recht auf Identität» auf.

Betreut wurden sie vom Berner Kulturradio Rabe, welches den Beitrag auch ausstrahlte. Ein Jahr nach der ersten Radioerfahrung wurden die besten Beiträge der insgesamt 36 Teilnehmenden mit einem einwöchigen Aufenthalt in Burkina Faso belohnt. Mit dabei auch der Radiobeitrag der jungen Schönenwerderin, welche sonst eher den Stift dem Mikro vorzieht.

Wahnsinnig viel Arbeit

«Ich hatte es beinahe vergessen», denkt Chiara Imbimbo zurück. Erst letzten Monat – ein Jahr nach der Projektdurchführung – schneite plötzlich das Mail der «Young Reporters»-Organisatoren mit den tollen News herein. Den Wert der Anerkennung realisierte die Schülerin erst an der Übergabefeier, als sie die Profi-Jury unter dem Vorsitz von David Strohm, Redaktor «NZZ am Sonntag» und Präsident des Zürcher Pressevereins, kennenlernte. «Ich war sehr beeindruckt und auch stolz auf mich.»

Zu Recht, denn ein Zuckerschlecken war es nicht, den Radiobeitrag zu produzieren: «Was auf den ersten Blick einfach aussieht, stellte sich als sehr aufwendig heraus. Wahnsinn, was es für eine 60-Minuten-Sendung braucht.» Die Herausforderungen waren dabei grösstenteils technischer Natur. «Dafür wurden wir aber von der Radiomoderatorin von Rabe gut betreut», so die Schülerin zufrieden.

Chiara Imbimbo, die in ihrer Freizeit gerne Gedichte und Kurzgeschichten schreibt und sich deshalb eher das schriftliche Medium gewohnt ist, hatte zu Beginn kurz Bedenken, als sie dem Radio zugeteilt wurde. Offen und flexibel, wie sie ist, nahm sie aber die Herausforderung an und hatte bald Freude an der Sache. «Es hat sehr Spass gemacht und allgemein war es sehr spannend, selber Hand anzulegen.» Zudem konnte sie viel von dieser Erfahrung mitnehmen: «Die Radiomoderatorin gab uns allgemein viele Tipps. Beispielsweise zur Recherchetechnik, zur Strukturierung der Beiträge und auch zum Umgang mit Interviewpartnern.»

Andere Welten entdecken

Zum Hauptberuf wolle sie den Journalismus aber nicht unbedingt machen. «Nach der bilingualen Matur möchte ich Medizin studieren», sagt Chiara Imbimbo mit leuchtenden Augen. Auch Reisen steht auf dem Zukunftsprogramm der sprachbegeisterten Schülerin: «Nicht nur wegen der Sprache, sondern viel mehr um fremde Kulturen und Menschen zu erleben und kennenzulernen.»

Und Letzteres wird sie auch bald tun können: Vom 21. bis 27. Juli wird sie nämlich zusammen mit den zwei anderen Gruppenmitgliedern und der Projektbetreuerin Bettina Bauer in Burkina Faso die ländlichen Regionen besuchen und sich mit den einheimischen «Young Reporters» treffen und austauschen können. «Ich freue mich sehr auf den Austausch vor Ort», meint Chiara Imbimbo, die seit dem Projekt sporadisch Kontakt zu den Jungreportern im westafrikanischen Staat hat. «Es wird auch spannend sein, die von ihnen beschriebene Situation mit eigenen Augen betrachten zu können.

Ready? «Ja, der Koffer ist mehr oder weniger reisebereit», sagt die Schülerin und ergänzt «die Reisevorbereitungen waren dafür aber ziemlich aufwendig.» Davon nahmen die medizinischen Abklärungen am meisten Zeit in Anspruch. Auch musste sie das Visum organisieren und sich tiefgründig über das Land und seine Kultur informieren.

Trotz der vielen Vorbereitungen realisiert Chiara Imbimbo noch nicht, dass sie bald nach Westafrika reisen wird. «Ich denke, ich werde es erst glauben können, wenn ich dort bin», sagt sie mit einem vorfreudigen Lächeln.