Volles Haus für das Abschlussstück des Kurses 21 von Theater JUcKT. Unter der Regie von Fabienne Käppeli stellten sich zehn Jugendliche aus der Region den Fragen zum Stellenwert von Nagellack, zur Kommunikation der Pinguine und der Angst vor negativen Antworten.

Es war der Erstling von Fabienne Käppeli aus Zürich. Sie leitete im Rahmen des Forums für Jugend- und Kindertheater Olten, Theater JUcKT, den Kurs für die Elf- bis Vierzehnjährigen. Was im Spätsommer als Baustelle unter dem Arbeitstitel «Dr Soundtrack zo mim Läbe» begann, fand kürzlich als Werkstattaufführung mit dem Titel «Alles unter Kontrolle?» seinen gebührenden Abschluss.

Ann-Florance Kohler, Chiara Pelosi, Cynthia Willnat, Janis Gonzales, Jonas Wyss, Lily Diemer, Michelle von Arx, Oliver Moor, Ronja Korencic und Tobias Stuber aus Olten, Wisen, Obergösgen und Kappel zeigten auf der Bühne des Provisorium 8 mit viel Selbstironie, Charme und Mut ein schönes Stück eigenes Theater.

Musik macht den Rahmen

In «Alles unter Kontrolle?» gibt die Musik den Rahmen. Die Schnulze macht den Anfang. Für den Jungen auf der Parkbank. In Gedanken versunken. Hoffnungslos verliebt. Um ihn herum tobt die erweiterte Gefühlswelt der Jugend. Vielseitig, bunt, von schrill bis brav, so wie sie sind, die Jugendlichen.

Zusammen sind sie eine zehnköpfige Gruppe, die vor einem Ausflug steht. Eher verpflichtet denn freiwillig. Was die Gruppe ist, bleibt offen. Verkleinerte Schulklasse oder Jugendgruppe? Sie wartet. Auf Herrn Büttiker. Geplant sind ein Besuch im Zoo und eine Nacht unter freiem Himmel. Tiere zeichnen und Gemeinschaftserlebnis, das ist sein Plan, Abenteuer der Wunsch der Gruppe.

Büttiker kommt nicht

Er kommt nicht. Und übergibt die Verantwortung an Lachs, den vielleicht ältesten, bestimmt aber grössten und vor allem sehr pflichtbeflissenen Hilfsleiter. Zumindest zu Beginn gelingt es ihm noch, die nach aussen gekehrten Träume, Sehnsüchte und Sorgen der jungen Menschen zu zügeln. Was nicht einfach ist. Und hier zeigt sich die ganz grosse Stärke des Bilderbogens der Regisseurin mit Oltner Heimat.

Unverfroren, ehrlich und frei präsentieren sich die Jugendlichen auf der Bühne. Dank köstlicher Selbstironie und schönen Improvisationen, träfen Sprüchen und intelligentem Wortwitz bewegt sich das Stück gekonnt und unbewusst zwischen lustvoller Persiflage ihrer selbst und ernsthaftem Spiegelkabinett.

Von der Vorstellungsrunde über die Begegnungen im Zoo bis zur höchst skurrilen Traumszene ein Genuss. Beruhigend; der nächtliche Ausflug in den Club endet mit einer Polonaise. Disco also wie eh und je. Bleibt die Frage: alles unter Kontrolle? Bitte nicht. Den Soundtrack zum Leben bilden die richtigen Fragen. Die lassen sich nicht kontrollieren. Eben.

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Neuer Kurs für 12- bis 16-Jährige unter der Leitung von Barbara Bösiger und Regula Wirth von Ende Januar bis Ende Mai 2014. Vorstellungen laufender Kurs für 8- bis 12-Jährige: 31. März und 1. April 2014. Details: www.theaterjuckt.ch.