Ist es noch gesund, mit O-Beinen zu joggen? Kristina da Fonseca-Engelhardt überlegt kurz und sagt dann: ««Wenn die Beinachsenabweichung stark ausgeprägt und mit wiederkehrenden Beschwerden verbunden ist, würde ich alternativ trainieren.» Damit meint die 46-jährige Ärztin und Bewegungsexpertin zum Beispiel Schwimmen, Velofahren oder Langlaufen. Denn das Laufen mit einer Kniefehlstellung kann zu Verletzungsanfälligkeiten und in der Folge zu Gelenkschäden führen.

«Auch Aquajogging wird in solchen Fällen immer beliebter. Im Gegensatz zum Schwimmen können die Leute da immerhin miteinander reden», sagt da Fonseca-Engelhardt. Sind die O-Beine aber nur leicht ausgeprägt, gibt es einen einfachen Trick. «Beim Joggen sollte auf eine stabile Beinachse geachtet werden: Füsse, Knie und Hüfte sollten sich auf einer Geraden befinden.» Dieser Tipp gilt auch für Personen, die unter dem entgegengesetzten X-Bein-Phänomen leiden.

Diese und viele weitere Informationen für ein besseres, gesünderes Laufen will da Fonseca-Engelhardt in einem Laufworkshop im Leichtathletikstadion Kleinholz mit interessieren Läufern teilen. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Chantal Bernet (42, Berg- und Traillaufexpertin) führt die ehemalige Profiläuferin und studierte Medizinerin deshalb ab dem 17. August an vier Freitagabenden den ersten Oltner Laufworkshop durch.

Zehn Personen haben sich bereits angemeldet. Kinder oder Erwachsene, Einsteiger oder Ambitionierte: Alle sind willkommen. Der Kurs wird je nach den Bedürfnissen der Teilnehmer angepasst. Mehr als 16 Personen wollen die beiden Trainerinnen aber nicht zulassen, da die individuelle Betreuung sonst nicht gewährleistet ist. Der Laufworkshop ist kein Laufgruppentraining. «Denn Joggen können die Teilnehmer auch alleine.» Vielmehr soll durch den Workshop vermittelt werden, was das Fundament von gesundem und freudvollem Laufen ist. Wie erkenne ich Überbelastungen? Wie ernähre ich mich vor und nach dem Sport? Wie muss ich den Fuss abrollen? Der Laufworkshop Olten kennt die Antwort.

Für ein gesünderes Olten

Da Fonseca-Engelhardt hat ein Ziel. Sie möchte Oltens Botschafterin für die Gesundheitsförderung werden. «Prävention ist ein Riesenthema, das gesundheitspolitisch und gesellschaftlich immer wichtiger wird», sagt sie. Zum Gespräch fährt sie dem Velo vor, den Pfad zur Fachärztin in Psychiatrie hat sie verlassen, auch weil ihr im Alltag die Bewegung zu kurz kam.

Die mehrfache Europacup-Zweite und Deutsche Meisterin über die 1500 Meter hat sich selbstständig gemacht. In ihrem Haus in Olten hat sie ein Praxiszimmer eingerichtet, wo da Fonseca-Engelhardt in Zukunft Menschen in Sachen Bewegung und Ernährung beraten will. «Bewegungscoaching machen viele. Mein Fokus liegt deswegen auf der Präventivmedizin», sagt sie.

Den Anfang soll der Laufworkshop machen, weitere Veranstaltungen wie ein winterliches Kraftausdauertraining für Jedermann in der Stadthalle Olten folgen. Mit ihrer neuen Herausforderung kann da Fonseca-Engelhardt ihre Erfahrungen aus dem Profisport und aus dem Medizinstudium perfekt kombinieren und hat gleichzeitig mehr Zeit für Familie und Sport.