Fünfte Jahreszeit

Diese 7 Hintergründe zur Oltner Fasnacht muss jeder kennen

Ob Fasnachtsfan oder Konfettihasser: Diese sieben Hintergründe zur fünften Jahreszeit in Olten muss jeder kennen.

1. Die erste Plaketten waren aus Karton

Die erste Fasnachtsplakette entstand 1929. Sie war, wie alle Plaketten vor dem Zweiten Weltkrieg, aus Karton. Die bekannteste Plakette dürfte diejenige aus dem Jahr 1931 sein. In Auftrag gegeben hat sie der FUKO-Rat Wilhelm von Felbert, Eigentümer des gleichnamigen Warenhauses. Das Design der Plakette lebt als Logo des FUKO-Rats weiter. «Ein schönes Gefühl, dass wir dieses Motiv immer noch tragen», sagt FUKO-Präsident Beat Loosli. Von jeder Plakette gibt es auch grosse Modelle zum Ausstellen, «Chetteli Oskar» genannt, und goldene Varianten, die zum Beispiel an besonders verdiente Fasnächtler verliehen werden.

2. Diese Plaketten fehlen dem Archiv

Folgende Elemente müssen auf jeder Plakette vorhanden sein: Der Stadtturm, die drei Tannen aus dem Oltner Stadtwappen, das Wort FUKO, der Schriftzug Olten, die Jahreszahl. Beat Loosli schaut sich bei jeder Auswahl der neuen Plakette die alten nochmals an. «Es kam auch schon vor, dass das neue Design zu nah an einer alten Plakette war.» Die ältesten Exemplare sind im Schaukasten im Restaurant Rathskeller ausgestellt. Dem Fasnachts-Archiv fehlen noch Originalplaketten aus den Jahren 1929 und 1931. Aber auch andere Fasnachtsrelikte sind willkommen. «Wir freuen uns über alles, was nicht mehr gebraucht wird oder zum Beispiel an Hausräumungen auftaucht», sagt Beat Loosli.

3. Der Maskenball war zu gefährlich

1919 war der Erste Weltkrieg vorbei, die Oltner gelüstete es nach etwas Spass. Die Theaterkommission gründete ein Maskenballkomitee, die Eintrittspreise für den Maskenball an der Fasnacht 1920 waren schon festgelegt (Eintritt für Maskierte: 5 Franken). Doch zu früh gefreut: Die solothurnische Regierung hatte alle Tanzanlässe verboten. Grund dafür war die grassierende Spanische Grippe. Von 1940 bis 1946 fand wegen des Zweiten Weltkriegs in Olten keine Fasnacht statt.

4. Als Solothurn die Zünfte verbot

Aus dem Maskenballkomitee wurde die die Hilari-Zunft. Im Mittelalter gab es in Olten Zünfte, die nach Handwerkszweigen organisiert waren. Doch als die Solothurner den Oltnern wegen deren Beteiligung am Bauernkrieg das Stadtrecht entzogen, verlor Olten auch das Zunftrecht. Die heutigen Fasnachtszünfte sind also nicht aus alten Berufszünften entstanden. Doch sie organisieren sich nach deren Vorbild. So sind die Mitglieder hierarchisch in Gesellen – Meister – Altmeister eingeteilt.

5. Vom Sportverein zur Fasnachtszunft

Vor der Entstehung der Zünfte und Cliquen engagierten sich die Vereine der Stadt an der Fasnacht. Der Sängerbund, der Velo-Club, der Pontonierfahrverein und viele mehr verkleideten sich und bastelten mit grossem Aufwand Wagen für den Umzug. Aus diesen Vereinen entstanden allmählich die Zünfte. Aus dem HC Blau-Weiss wurde zum Beispiel die Höckeler- und die Banausen-Zunft, der HC Olten wurde zur Bully-Zunft. Die Zünfte haben eine lange Geschichte, doch nicht alle sind für die Ewigkeit gemacht. So hat sich die Marabu-Zunft 1989 nach 43 Jahren aufgelöst, weil keine jungen Marabus aus dem Ei schlüpfen wollten. Andere Zünfte konnten sich mit einer Fusion gegen ein solches Ende wehren, zum Beispiel die Bully-Zunft, die 2005 mit der Dreiangel-Zunft fusionierte.

6. Die Kleider des Obernaaren

Der Fez, das runde Hütchen mit Quaste, ist nicht nur eine modische Laune des FUKO. Es gibt gewichtige Gründe, weshalb gerade diese Kopfbedeckung das Haupt des Obernaaren schmückt: 1957 war Otto Binkert von der Höckeler-Zunft Obernaar. Es war keine kalte Fasnacht, wie Ehrenfukorat Kurt Stocker festhält. Der Obernaar erlitt unter seinem Hut einen Hitzestau und fiel in Ohnmacht. Nach diesem Erlebnis begab sich Binkert persönlich zu einer Hutfabrik und bestellte einen Fez. Noch heute wird am Hilari der Fez vom alten zum neuen Obernaaren weitergereicht. Vom Kostüm gibt es zwei Ausführungen. Eine wird im Archiv aufbewahrt, die andere im Modegeschäft Bernheim. Die Kostüme unterscheiden sich in der Grösse und werden an den Obernaaren angepasst.

7. Der Obernaar hat adlige Vorfahren

Nach dem Zweiten Weltkrieg veränderte sich die Fasnacht. Das FUKO wurde vollends zum OK. Der Naarenstopf – die offizielle Eröffnung der Fasnacht durch den Obernaaren – wurde eingeführt und 1950 verlas der Obernaar zum ersten Mal die Fasnachtsproklamation vom Stadtturm. Vor dem Zweiten Weltkrieg war der Prinz Karneval der Vorgänger des Obernaaren.

Meistgesehen

Artboard 1