Wie sieht der Plan der Besitzerin aus, der Bürgergemeinde Olten, damit am beliebten Ausflugsziel mit dem prächtigen Ausblick wieder Konstanz einkehrt?

Nun, da basiert vieles auf dem Prinzip Hoffnung. Man hoffe, im Frühling öffnen zu können, sagt Bürgergemeindepräsident Felix Frey. Und der Zeitplan, damit das klappt: Bis wann muss man sich mit einem neuen Betreiber einig werden? «Wir hoffen auf einen Vertragsabschluss spätestens im Januar», so Frey.

Sehr viel Zeit für einen hoffnungsvollen Neustart bleibt also nicht, viel mehr zu sagen gibt es aber auch noch nicht. Das Säli-Schlössli war erfolglos zur Verpachtung ausgeschrieben worden, bevor im Sommer schliesslich Georg Schellenberg, der in Mümliswil das Restaurant Alpenblick Passwang betreibt, für ein paar Monate einsprang.

Eine neue Ausschreibung gab es seither zwar nicht, aber der Bürgergemeindepräsident spricht von «recht vielen» Interessenten, die sich gemeldet hätten. Darunter sind allerdings etliche, die über keinerlei gastronomische Ausbildung oder Erfahrung im Gastgewerbe verfügen.

Sind überhaupt ernst zu nehmende Kandidaten übrig geblieben? «Es gab erste Verhandlungen, aber noch nichts Konkretes», so Frey.

Die Bürgergemeinde liess wohl eine Analyse erstellen, wie man auf dem Säli-Schlössli wieder auf einen grünen Zweig kommen könnte: Der Fokus sollte demnach auf Eventgastronomie gelegt werden.

Nun ist man aber auch bezüglich Konzept offenbar wieder völlig offen. Man habe «gewisse Vorstellungen», wolle einem künftigen Pächter aber auch möglichst viele Freiheiten lassen, sagt der Bürgergemeindepräsident.

Denkbar ist so ziemlich alles. So müssen gar nicht zwingend alle Räumlichkeiten bewirtschaftet werden. Oder aber: Es käme auch infrage, Ausflugsterrasse, Restaurant und Rittersaal an zwei Pächter zu vergeben.

Bei einem längerfristigen Pachtvertrag (fünf Jahre mit anschliessend automatischer Verlängerung) wäre die Bürgergemeinde bereit, den Pachtzins von 5000 Franken monatlich in einer Startphase zu reduzieren. Bei vollem Zins ist aber auch ein vorerst nur ein Jahr laufender Pachtvertrag möglich.

Der letzte Säli-Schlössli-Wirt Georg Schellenberg wundert sich etwas über so viele offene Parameter. Und auch darüber, dass die Bürgergemeinde zum Ende seines Engagements nie das Gespräch mit ihm gesucht hat.

Weder zu einer allfälligen Verlängerung (noch eine Sommersaison zur Überbrückung wäre für ihn allenfalls infrage gekommen), noch zu seinen Erfahrungen auf dem Säli-Schlössli. «Ich bin erstaunt, dass die Bürgergemeinde offenbar kein Konzept hat, das wirkt auf mich etwas orientierungslos», sagt Schellenberg

Auf der Ausflugsterrasse nur Selbstbedienung, gehobenere Küche nur drinnen im Restaurant und Betrieb im grossen Saal nur für angemeldete Gesellschaften – so denkt er, könnte man das Säli-Schlössli mittelfristig wieder zum Laufen bringen.

Der Bürgergemeinde würde er empfehlen, die Liegenschaft in eine Stiftung einzubringen, die sich dann auf die Suche nach Geldgebern macht. Denn wenn es überhaupt jemals ein Wirt wieder schaffen wird, auf dem Säli-Schlössli rentabel zu arbeiten, ist das erst das eine. Das andere: Auch wenn sie wieder regelmässig und dauerhaft einen reellen Pachtzins erhält, wird das Säli-Schlössli für die Bürgergemeinde ein Verlustgeschäft bleiben.

Die Pachtzinsen würden niemals ausreichen, um den Aufwand für den Unterhalt zu decken, bestätigt Bürgergemeindepräsident Frey. Aber wenn sie langfristig gesichert sind, sei man dennoch gewillt, das Säli-Schlössli als öffentlich zugängliche Lokalität für die Bevölkerung zu unterhalten. Und wenn nicht? Die Möglichkeit eines Verkaufs sei zwar «auch schon am Rand andiskutiert» worden, aber kaum ernsthaft. «Es gibt keinen Plan B für das Säli-Schlössli», sagt Frey.