Schnee und Regen. Oder Regen und Schnee: Der Zahn der Zeit wird das seinige dazu beitragen, damit die auffälligen Spuren auf Trottoirs und Plätzen der Stadt Olten wieder verschwinden. Zwar nicht so schnell wie sie gekommen sind, aber immerhin. Schon in den sozialen Medien waren die unbeabsichtigten Zeichnungen Thema. Jetzt ist das Geheimnis der kryptischen Botschaften gelöst. Sie stammen nicht etwa von Ausserirdischen, sondern schlicht von einer defekten kleinen Strassenwischmaschine des städtischen Werkhofs.

Statt Wasser jetzt Öl

Diese hat Mitte Oktober nämlich eine Ölspur hinterlassen, weil sich eine Verschraubung am Hydrauliksystem gelöst hatte. «Da die Reinigung mit Wasser erfolgt, hat der Chauffeur nicht realisiert, dass er keine Wasser-, sondern vor allem eine Ölspur hinterlässt», so Werkhofleiter René Wernli auf Anfrage. Denn üblichweise sorgen die Wischmaschinen durch das versprühte Wasser stets für eine dunkel abgesetzte Spur, welche dann trocknet.

Dass die seinerzeit gelegte Spur eben nicht trocknete, fiel dem Chauffeur auch nicht weiter auf. «Wäre er so langsam unterwegs gewesen, um das Trocknen feststellen zu können – er bekäme ein Problem mit mir», kommentiert Wernli die Situation nicht ohne Schalk.

Erst das Aufblinken der Warnlampe hat den Chauffeur schliesslich auf den Schaden aufmerksam gemacht. «Es dauert eben schon seine Zeit, bis die Warnlampe aufgrund des zu geringen Ölstandes aufleuchtet», so der Leiter Werkhof im Hinblick auf die aussergewöhnliche Länge der Ölspur.

Und jetzt? Ölspuren rufen stets allgemeine Warnrufe auf den Plan. Denn manch einer wundert sich, dass diese noch längst nicht gänzlich verschwunden sind.

Biologisch abbaubar

Über Spezialmittel hat man zwischenzeitlich versucht, die ölhaltigen Markierungen aufzulösen. Mit mässigem Erfolg, wie Wernli einräumt. «Auf die Schnelle sind sie auch nicht annähernd zu eliminieren», hält er fest. Das von der Wischmaschine verbreitete Gemisch erweist sich als hartnäckig. Gut zu wissen, dass «das Hydrauliköl aber biologisch abbaubar ist und sich mit der Zeit auswaschen beziehungsweise abbauen wird», so Wernli.