Es gibt manchmal Dinge, die erscheinen auf den ersten Blick marginal. Dann entwickeln sich in ungeahnter Weise Prozesse drumherum und werden – zum Politikum. Und wo sich Dinge so entwickeln, bleiben häufig Enttäuschungen und ein gewisser Ärger zurück.

Konkret wo? Zum Beispiel bei der Dislozierung der festlich beleuchteten Weihnachtstannen, die früher mal am Aarebord standen und jetzt das Bifangquartier zur Weihnachtszeit verschönern. In der Stadt nämlich wurde und wird kolportiert, die Tannen seien der linken Aareseite «gestohlen» und quasi von der gegenüberliegenden Stadtseite «requiriert» worden.

Leicht gereizt

Solches irritiert Hugo Saner ungemein. Als eigentlicher Vater der vor Kurzem illuminierten Weihnachtsbeleuchtung rechte Aareseite reagiert er auf solche Vorhalte sogar leicht gereizt. «Die drei Tannen wurden nur deswegen disloziert, weil die Stadt aus Spargründen auf eine derartige Beleuchtung verzichtete», sagt er und bestätigt, dass ihm deswegen Vorhalte gemacht würden. «Auch von prominenter Seite», wie er präzisiert.

Obwohl er an der seinerzeitigen Vernissage auf diesen finanziell bedingten Umstand hingewiesen hatte, sieht er sich in der öffentlichen Meinung als «Sündenbock» dargestellt. «Das stösst mir sauer auf», sagt Saner. Einen Grund für dieses Missverständnis sieht er in der seiner Meinung nach unvollständigen Informationspolitik der Stadt, welche zu den Illuminationen auf beiden Stadtseiten eingeladen hatte. Diese fanden – lediglich um eine Stunde verschoben – nämlich am selben Tag statt.

Bitte nicht erfüllt

Im Vorfeld dazu hatte Saner die Stadtkanzlei gebeten, der Einladung folgende Bemerkung beizufügen: «Unter anderem haben die bisher bei der Bahnhofbrücke am linken Aareufer platzierten drei Tannen eine neue Heimat gefunden, nachdem die Stadt Olten aus Spargründen auf deren Beschmückung verzichten musste.» Stadtschreiber Markus Dietler hatte diese Passage allerdings nicht publiziert. Aber er bestätigt, dass die Dislokation der Tannen letztlich durch finanzielle Überlegungen der Stadt möglich wurde. «Im Jahr zuvor trat die Swiss Prime Site als Sponsor der Weihnachtstannen auf.»

Die Kosten dafür beliefen sich auf eine untere fünfstellige Summe, verursacht insbesondere durch die Montage der Leuchtkörper. Nachdem sich aber in diesem Jahr kein Sponsor gefunden hatte, stellte sich die Frage nach einer Weihnachtsdeko dieser Art für die Stadt erneut. «Der Stadtrat hatte sich daraufhin entschlossen, in diesem Jahr auf die Tannen zu verzichten», so Dietler.

Weswegen verzichtet?

Warum die Stadtkanzlei auf die von Hugo Saner vorgeschlagene Textergänzung verzichtete, erklärt der Stadtschreiber so: «Für die Stadt war es wichtig, kommunizieren zu können, dass die Tannen zu einer neuen Heimat kommen, wie es in der Einladung auch zu lesen stand. Mit einer eigentlichen ‹Schuldfrage›, wie sie jetzt offenbar bei Einzelnen im Raume steht, haben wir überhaupt nicht gerechnet.» Wären diesbezügliche Bedenken aufgetaucht, hätte man sicherlich der Vollständigkeit halber die Information weitergegeben.

Ob sie dann auch gelesen und beachtet worden wäre, sei eine andere Frage. Bleibt noch zu erwähnen, dass die Stadt die Leuchtkörper von den bisherigen Tannen zur Verfügung gestellt und auch die Tannen bezahlt hat, wie Dietler nachschiebt.

Unterschätzt

«Ich glaube, die Stadt hat die symbolische Bedeutung dieser drei Tannen wohl deutlich unterschätzt», sagt Saner. Aber bei allem «Gstürm drum» ist es ihm wichtig, dass die Stadt schon vor dem Entschluss zur Weihnachtsbeleuchtung im Bifang beschlossen hatte, auf die drei Tannen am Aarebord aus Spargründen zu verzichten. «Das müssen die Leute einfach wissen», so Saner zum Schluss der Geschichte.