Sommerserie Wasser
Die unberechenbare Aare als Nachbarin bringt Gefahren mit sich

Die einzigartige Lage des Oltner Aarebistros hat auch ihre Schattenseite. Ein Patentrezept, um sich gegen Überschwemmungen zu schützen, gibt es nicht, sagt Geschäftsleiter Reto Imhof in unserem Sommerserie-Beitrag zum Thema «Wasser».

Deborah Onnis
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Geschäftsleiter Reto Imhof geniesst in der Pause selber im Liegestuhl das Mittelmeer-Ambiente am Aareufer.

Geschäftsleiter Reto Imhof geniesst in der Pause selber im Liegestuhl das Mittelmeer-Ambiente am Aareufer.

Deborah Onnis

Palmen, Liegestühle, frische Cocktails und das Plätschern des Wassers als Hintergrundgeräusch. Nein, keine Ferienszene auf einer Mittelmeerinsel, sondern eine am Aarebistro in Olten, welches an warmen Sommertagen zu einem richtigen Gästemagnet wird. Dass die Lage eine entscheidende Erfolgszutat des Betriebs ist: unbestreitbar. Doch ist bei diesem Fall die Aare wirklich immer nur die lustige Spielgefährtin oder kann sie auch zur wütenden Furie werden?

«Bis jetzt hatten wir keine Probleme mit der Nähe am Wasser», erzählt der junge Geschäftsleiter Reto Imhof. «Wir hatten auch Glück», meint der 25-Jährige schliesslich. Froh war er, dass die Feuerwehr beim diesjährigen Frühlingsunwetter mit den Schläuchen den Wasserspiegel in Schach hielt: «Zum Glück stand nur die Ufertreppe unter Wasser.» Schäden entstanden dabei keine. Seit Peyer GmbH vor fünf Jahren das Aarebistro übernommen hat, sei das der einzige Zwischenfall mit der nassen Nachbarin gewesen.

Ein Patentrezept, um sich gegen eine Überschwemmung zu schützen, hat das Bistro nicht. «Wir können lediglich die Feuerwehr rufen», lacht Imhof. Aber auch bei schönem Wetter birgt die direkte Lage am Fluss Gefahren in sich. Gefährlich sei es eigentlich nur für unbeaufsichtigte Kleinkinder. «Aber die Eltern sind bis jetzt immer sehr vorsichtig gewesen. Es ist allen klar, dass das Bistro kein Spielplatz ist», meint Imhof.

Der Betrieb am Aareufer ist nicht nur vom Wasserspiegel, sondern auch von den Wetterbedingungen abhängig. Aus diesem Grund ist das Mitverfolgen des Wetters für den Geschäftsleiter ein Muss: «Ich orientiere mich am Wetterbericht und morgens stehe ich früh auf und beurteile die Wetterlage noch selbst», erklärt Imhof. Jeweils bis 8 Uhr erfahren die elf Bistro-Mitarbeiter dann, ob die Arbeitskleider zum Einsatz kommen oder nicht.

«Das Wetter macht es mir schon nicht immer einfach, zu entscheiden», erzählt der junge Imhof. So sind beim Aarebistro auch reduzierte Öffnungszeiten möglich. Der Status «geschlossen» oder «geöffnet» kann dabei mit dem Keyword Bistro per SMS an 880 (normaler Tarif) abgerufen werden. Oder man geht beziehungsweise schwimmt einfach mal vorbei. So wie der Aare-Biber, der am späteren Abend gelegentlich vor dem Aarebistro seine Runde dreht.