Hägendorf
Die Teufelsschlucht sicherer machen – Crowdfunding-Aktion soll Kosten finanzieren

Mit einer Crowdfunding-Aktion sollen die Kosten von den Reparaturen und Massnahmen nach dem Steinschlag finanziert werden.

Beat Wyttenbach
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Revierförster Jakob Römer zeigt den rund 20 Meter langen Abschnitt, der mit einer Galerie vor weiterem Steinschlag geschützt werden soll.

Revierförster Jakob Römer zeigt den rund 20 Meter langen Abschnitt, der mit einer Galerie vor weiterem Steinschlag geschützt werden soll.

Beat Wyttenbach

Mitte März zerstörte ein Steinschlag einen Steg zuoberst in der Tüfelsschlucht oberhalb von Hägendorf. Nun sichert ein provisorischer Weg den Pfad. Mittels einer Crowdfunding-Aktion soll aber eine Galerie finanziert werden, die den Abschnitt schützen soll.

Spenden nimmt auch jederzeit gerne der VVH über sein Raiffeisen-Konto entgegen unter IBAN CH 34 8094 7000 0012 0310 2.

Die 2,22 km lange Tüfelsschlucht zwischen Hägendorf und Allerheiligenberg zählt zu den schönsten im Jurabogen. 32 Brücken und Stege lassen die Wanderer – 10'000 bis 15'000 pro Jahr – bequem den Weg durch diese teils recht enge Klamm ohne Probleme zurücklegen.

Doch Mitte März dieses Jahres wurde die wildromantische Idylle gestört. Der obere Teil der Tüfelsschlucht glich damals einer Trümmerwüste: Ein Felssturz, der einige Bäume mit sich gerissen hatte, hatte zur Folge, dass ein Teil der Strecke zwischen Spitzbrunnen und Bächlein, der sogenannte «lange Steg», unbegehbar wurde. Die Folge: Die Schlucht musste von heute auf morgen gesperrt werden.

Beliebtes Wandergebiet

Der Verkehrs- und Verschönerungsverein Hägendorf (VVH), der sich für den Erhalt wertvoller Kulturgüter und Erschliessung und Pflege des Naherholungsgebietes einsetzt, sowie die Verantwortlichen des Forstreviers Untergäu haben viel zur Wiederherstellung des beliebten Wandergebietes unternommen: Nach Vorliegen des angeforderten geologischen Gutachtens konnte mit der Felsreinigung – inklusive Sicherheitssprengung eines Felsens – begonnen werden; 70 bis 100 Kubikmeter Felsmaterial wurden auf diese Weise entfernt.

Das so in die Schlucht gestürzte, respektive geräumte Gestein wie auch die Bäume mussten anschliessend mithilfe eines Baggers aus dem Flussbett entfernt werden, um den natürlichen Flusslauf des «Cholersbachs», der die «Tüfelsschlucht» durchfliesst und an der Grenze zu Kappel in die Dünnern mündet, wieder zu gewährleisten. Danach wurde der weggebrochene Steg mithilfe externer Unternehmer wieder provisorisch repariert. «Seit dem 20. Juni ist die Schlucht wieder begehbar und wurde seither von vielen Schulklassen wieder genutzt», so Bürgerpräsident Ruedi Studer.

Wie Studer und Revierförster Jakob Römer ausführen, ist das allerdings noch nicht alles: Es muss noch eine Galerie in Form eines in 2,5 bis drei Meter Höhe montierten Sicherheitsnetzes angebracht werden, um den Steg auf einer Länge von rund 20 Metern vor weiterem Steinschlag zu schützen. Wichtig zu erwähnen dabei ist die Nachhaltigkeit, die dieses Netz haben soll. Darüber hinaus werden die provisorischen Planken auf dem Steg im Frühherbst durch definitive Roste ersetzt.

Damit dieser Schutz auch möglichst kostengünstig realisiert werden kann, initiiert der VVH ein Crowdfunding zur Finanzierung. «60'000 Franken haben die Reparaturen bereits gekostet. Damit wir auch die übrigen 30'000 bis 40'000 Franken für die Galerie zusammenbekommen, haben wir diese Aktion ins Leben gerufen, um die entsprechenden Spenden zu generieren», erzählen die beiden. Ausserdem werden noch diverse potenzielle Spender und Gönner per Mail angeschrieben. Auf diese Weise sollen die Gesamtkosten von rund 100'000 Franken finanziert werden.

Aktion dauert 45 Tage lang

Zu laufen beginnt die Aktion offiziell Anfang September und dauert 45 Tage; unterstützt werden können die Bemühungen unter www.lokalhelden.ch/teufelsschlucht-felssturz, einer Plattform der Raiffeisen-Bank. «Zudem hoffen wir auf einen namhaften Unterstützungsbeitrag seitens der Einwohnergemeinde», lässt Studer durchblicken. Die Aktion wurde schon mittels Plakaten in der Tüfelsschlucht angekündigt. Und auch die Einwohner- und Bürgergemeinde sowie der VVH und das Forstrevier Untergäu werden auf ihren Homepages darauf hinweisen.