«Der Entscheid war deutlich», meint Nico Zila, Präsident des Tennis-Clubs Olten. Mit einer überraschend klaren Mehrheit und nicht dem Antrag des Vereinsvorstandes folgend haben sich die Mitglieder an ihrer Generalversammlung für die weitere Nutzung der Tennisplätze im Gheid entschieden.

Das Resultat mit 26 zu 13 Stimmen bei 6 Enthaltungen lässt keinen anderen Schluss als: Der TC Olten hängt am Gheid. «Die Diskussionen waren äusserst engagiert, kontrovers und der fällige Beschluss immerhin so bedeutsam, dass einige unter den Anwesenden zu spät zur Banausiade erschienen», sagt Zila mit einem Augenzwinkern. Dass der deutliche Entscheid auch als emotionale Reaktion auf die als subtilen Druckversuch empfundene Haltung der Stadt gesehen werden kann, will er nicht verneinen.

Stadt und Städtische Betriebe Olten (sbo) hatten den fusionswilligen Vereinen, dem TC Olten und dem TC Sunlight, zu verstehen gegeben, ein Ausbau der Tennisanlage im Gheid komme nicht infrage. Die Anlage stehe nur noch bis ins Jahr 2031 zur Verfügung. Dann werde der Vertrag auslaufen und nicht erneuert. Die Ausweitung der Grundwasserschutzzone lasse keine Alternative zu. Es gab sogar einen vom Stadtrat genehmigten Vertrag über die vorzeitige Auflösung des Baurechtsvertrags per Ende vergangenen Jahres. Damals wurde die Stimmung wohl anders interpretiert.

Wie weiter?

Was bedeutet nun dieser Entscheid konkret? Für Nico Zila ist klar: «Somit wird die Auflösungsvereinbarung zum Baurechtsvertrag mit der Stadt Olten und den sbo hinfällig.» Genau dies bestätigt auch Beat Erne, Leiter Marketing und Kommunikation der Aare Energie AG, die sich vollständig im Besitz der sbo befindet. «Stand heute kann der Tennis-Club Olten die beiden Plätze bis Ende des Jahres 2031 nutzen und der bereitgehaltene Vertrag über die vorzeitige Auflösung des Baurechtsvertrags kommt nicht zum Tragen.»

Inwieweit der Entscheid von vergangenem Freitag längerfristig Bestand hat, wird die Zukunft zeigen. Der TC Olten nutzt im Gheid weiterhin zwei der fünf Plätze. «Der dafür fällige Betrag erscheint alljährlich im Budget. Dementsprechend können die Mitglieder von Jahr zu Jahr auch darüber befinden», sagt Zila. 20'000 Franken lässt sich der gut 300-köpfige Verein die Nutzung der beiden Plätze samt Klubhaus kosten.

Es gab an der Generalversammlung übrigens auch die Idee, mehr als die beiden bisher genutzten Spielfelder im Gheid zu besetzen. «Aber dieser Gedanke fiel durch», so Zila. Es brauche denn auch einiges an Aufwand, allein die beiden bisher genutzten Plätze in Schuss zu halten.