Im Kantonsspital Olten zeigt die bekannte Solothurner Künstlerin Ursula Pfister, mit Wohnsitz in Gelterkinden, einen Querschnitt durch ihr Schaffen. Eine Malerin, die es meisterlich versteht, prozessbezogene Arbeiten zu präsentieren, in denen man Hintergründiges entdeckt, die mit überraschenden Momenten spielt, weil sie ungewohnte Wege geht und eine ganz eigene Sprache gefunden hat. «Blüten treiben», «Blüten in Blau», «Blütenquintett» machen zu Beginn der Ausstellung im Korridor den Anfang und führen weiter bis hin zur Cafeteria.

Diese blauen Blütengebilde, auf Plexiglas gemalt, gleich einer Hinterglasmalerei schaffen Spannungsmomente voller Poesie und Magie. Man taucht in diese Bläue ein, fühlt die Sehnsucht des Menschen nach Harmonie, nach Aufgehobensein, sei es in sich selbst oder in der Schönheit der Natur.

Spannende Akzentuierung

Die Reihe geht weiter mit Wörtern wie «floral», «vielschichtig», «quer liegend», «konzentriert», «Form und Knospen». In all diesen Begriffen ruht die spannende Akzentuierung dieser Malerin, die Emotionen in der Natur freilegt und ganz persönliche Befindlichkeiten in ihre Bildräume hineinbringt. Minimalistisch, manchmal ungemein streng ortet sie ihre Raumaufteilungen, spielt mit Linien, schraffierten Flächen. In den Schwarz-Weiss-Arbeiten spürt man diese Komponenten ganz besonders.

Sie variiert mit Stimmungen, signalisiert Gewohntes in einem ungewöhnlichen Rahmen, spielt mit dem Betrachter, der in verschiedene Schichten eintauchen muss. Auch ihre Papierobjekte in Plexiglaskästen erzählen von Emotionen; Schicht über Schicht liegt das Papier, sie verändert, wechselt, beginnt von Neuem, und immer spürt man die Sehnsucht nach einer vollkommenen Aussage, die nicht nur zu berühren, die – wie sie selbst sagt – zu stimmen hat.

Eine Perfektionistin

Ursula Pfister ist eine Perfektionistin, nicht im langweiligen Sinne, sondern aus sich selbst heraus, weil sie erst ein Bild loslässt, wenn sie sich damit ganz identifizieren kann. Grandios sind ihre Farbnuancen. Bei der Serie der Damenleibchen im transparenten Bildraum fühlt man die Verletzlichkeit solcher Emotionen: das Frausein, das Frauseinmüssen, die Suche nach Inhalt und nach innerer Kraft, die hilft, sich auf eine besondere Art bemerkbar zu machen.

Sie liebt es, prozessbezogen zu arbeiten, lancierte eindrückliche Installationen, jene mit den kleinen zu einem Berg aufgebauten Spielzeugautos sei in Erinnerung gerufen. Es geht Ursula Pfister nicht um Effekte, sondern um das Erkennen, das in jeder Art von Provokation auch die Chance liegt, sichtbar zu machen, was einen bewegt, was man weitergeben möchte.

Dorothee Messmer, Direktorin Kunstmuseum Olten, führte in ihrer Vernissagerede aus, dass diese Künstlerin stets unterwegs sei und nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten suche, tauchte dabei ein in die Geschichte des «Kleinen Prinzen» von Saint-Exupéry, die so einmalig aufzeigt, dass in der Freundschaft die Aufhebung der Einsamkeit möglich ist. Das Verschlüsselte und Geheimnisvolle gehört zu Ursula Pfister, denn sie liebt und zelebriert das überraschende Moment.

Ausstellungsdauer: bis 30. November.