Das Angebot ist den verschiedenen Jahrgängen angepasst. So organisieren die ersten Klassen mit ihren Klassenlehrpersonen ihre Gemeinschaftswoche, für die zweiten Klassen der Sek P und die 3. FMS sind Praktikumswochen vorgesehen.

Das Hauptgewicht liegt jedoch beim Kurswochenangebot, offen für die Klassen der FMS und des Gymnasiums, welche die Kurse gemeinsam besuchen.

Bewährtes favorisiert

Dieses Jahr favorisierten die Schüler und Schülerinnen bewährte Kurse, wie zum Beispiel das Nähatelier 417, in dem modische Kreationen nicht nur geschneidert, sondern gleich auch dem Publikum präsentiert wurden.

Unter dem Motto «Musiktheater» konnten die Teilnehmer mehrere Bühnenproduktionen live miterleben und Einblick hinter die Bühne gewinnen. Wie letztes Jahr wurde munter gebaut und getüftelt im Kurs «Robotik» um Maschinen Bewegung einzuverleiben.

Das Studium der Mythologie der Antike und ein grosses Werk der Weltliteratur durften unter den Angeboten nicht fehlen. So wurde denn auch Shakespeares «Twelfth Night» genauer analysiert, ein Vorgeschmack vor dem Besuch der Aufführung des Stückes in Originalsprache im Dezember.

Ihre kreativen Talente wieder neu entdecken konnten all diejenigen, welche selber ein kurzes Hörspiel erschaffen wollten. Andere widmeten sich der MundArt, der Informatik, dem Klavier oder der Welt psychischer Störungen.

In Anlehnung an die «Schachnovelle» von Thomas Mann wurden die Finessen des Schachspiels erkundet, und beim Atelier «Chocolat», dem der gleichnamige Film mit Juliette Binoche zugrunde lag, wurde der vielfältigen Wirkung dieses betörenden Stoffes nachgespürt.

Blick in die Tuareg-Welt

Um die Tradition des Silbergusses der Tuareg aus Zentralafrika während der diesjährigen Kurswoche neu aufleben zu lassen, haben Monika Senn und Monika Berger in Ballenberg bei Ahmed Hada, einem Tuareg-Kunsthandwerker, sich Einblick in die Technik verschafft. In ihrem Kurs konnten die Teilnehmer Silberschmuck herstellen.

Dabei erfuhren sie nicht nur mehr über die Traditionen der Tuareg, sondern auch über die verschiedenen Formen des Kreuzes des Südens. Diese Schmuckstücke, welche die Stämme unterschieden, dienten auch längere Zeit als Zahlungsmittel.

Zur Herstellung ihres Schmuckstücks wurde ein Wachsmodell mit Ton und Sand ummantelt und im Hohlgussverfahren anschliessend Silberschmuck hergestellt. Für das flüssige Silber wurden im Kurs Münzsilber oder altes Silbergeld eingeschmolzen.

Die Ringe, wie zum Beispiel derjenige von Noah Meyer aus der Klasse 2aF, und Anhänger wurden anschliessend von den Schülern mattiert, poliert oder ziseliert. Ein Höhepunkt dieses Kurses war die Führung durch die Ausstellung zum Thema «Bronze- und Gelbguss» im Museum Rietberg, wo die Teilnehmer viel Wissenswertes über die chinesische Variante dieses Verfahrens erfuhren.

Welt der Bücher

In die Welt der Bücher drang Olivia Manaparambil ein, die als Schülerin der 2. Sek P ihr Praktikum in der Stadtbibliothek in Olten absolvierte. Schnell wurde ihr klar, dass es viel zu tun gibt, die Arbeiten aber sehr vielfältig sind.

Es werden nicht nur viele Medien ausgeliehen, es müssen auch immer wieder viele Werke an ihren angestammten Platz zurückgestellt werden. Besonders interessant fand sie die Beratung der Leserinnen und Leser, damit sie zufrieden mit neuem Lesestoff nach Hause gehen konnten.

Um immer wieder neue Leckereien zu finden, wird vom Personal viel recherchiert und selber gelesen. Eine bedeutende Arbeit ist das Aussondieren von älteren Medien, das Recherchieren und Ankaufen von neuen. Mit all diesen Aspekten hat sich Olivia vertraut gemacht. Ihr Praktikum war für sie ein Erfolg.

Die Kurswoche dauert nur gerade fünf Tage, wie jede andere Schulwoche. Sie ist intensiv sowohl für die Lehrkräfte als auch für die Schülerinnen und Schüler und für externe Mitwirkende, doch am Schluss der Woche gibt es viele strahlende Gesichter, die Anstrengung hat sich für alle gelohnt.