An der Zertifizierungsfeier verabschiedeten sich 113 Absolventen der Sekundarschule E und B vom Oltner Frohheimschulhaus. Die gut strukturierte und organisierte Schlussveranstaltung in der randvollen Schützi schickte das Publikum mit Andreas Bouranis Lied «Auf uns» mit einem Hoch aufs Leben wieder in den Alltag hinaus. Schulleiter Hansueli Tschumi hatte dabei das Ende der obligatorischen Schulzeit mit einem eigens komponierten Rap eingeleitet.

Ein projizierter Bilderbogen zu allen sechs Klassen in ihren drei letzten Volksschuljahren leitete die von den Austretenden entworfene Schlussfeier ein. Die Übergabe der Zeugnisse und Abschlusszertifikate an die B-Klassen von Carla Lotti, Alexandra Kuhn und Thomas Lack löste bei Schülern und Lehrern viele Emotionen aus. Durchweg lobende Worte für die Lehrer und den gewachsenen Klassengeist waren zu hören. «Ich bin stolz auf diese Truppe. Sie ist mir ans Herz gewachsen», bekannte auch Co-Schulleiter Walter Fürst zu seinen Schützlingen, die mit den Klassen von Nicole Mauderli und Sibylle Sander der Sek E den Rücken kehrten.

Die Moderationen von Elissar Wolff und David Dubach, Musikblöcke der zwei Schülerbands und die Verleihung der Oscars unterbrachen den offiziellen Bestandteil der Zertifizierungsfeier. Neben Auszeichnungen für die wenigsten Absenzen und Disziplinarstrafen sowie die höchsten Notenschnitte wurde erstmals auch die beste Projektarbeit im 9. Schuljahr gekürt. Anouk Bitterli und Federica Savoldelli gewannen diesen Wettbewerb mit ihrer Idee «Allein zu Haus», mit der sie das selbstständige Wohnen erprobt hatten.

Von den 113 Jugendlichen, welche das Frohheim verlassen haben, visieren 68 eine Berufslehre (11 davon mit Berufsmatur) an, 6 weitere eine Attestlehre und 2 absolvieren ein Berufspraktikum. 8 Abgänger besuchen künftig das Berufsvorbereitungsjahr. 3 streben eine gymnasiale Matur an, 5 wechseln an die Fachmittelschule. 4 nehmen weitere Schulen in Angriff. 7 Austretende gehen zuerst in einen Sprachaufenthalt. Ohne irgendwelche Anschlusslösung stehen derzeit noch 6 Schülerinnen und Schüler da. Dazu haben 4 Aufnahme ins Programm von Step 4 gefunden. Das Kompetenzzentrum Berufsausbildung unterstützt arbeitslose Jugendliche nach der obligatorischen Schulzeit und Erwachsene ohne Grundbildung fachlich und persönlich.

Nächstes Jahr eine Schulklasse mehr

Die Sekundarschule Olten hat im vergangenen Schuljahr die Entwicklung zur Schule für soziales Lernen (SOLE) vertieft. Dahinter steht die Einsicht, dass über eine Stärkung der Sozial- und Selbstkompetenz das Vermitteln von Fachwissen oft erst möglich wird. Mit mehr Partizipation sollen die Jugendlichen auch mehr Verantwortung übernehmen. Erstmals nahm deshalb ein Schülerrat mit Delegierten aus allen Klassen seine Tätigkeit auf. Auf einer breiteren Basis steht auch das Tutorenprojekt, bei dem ausserhalb des Regelunterrichts oft ältere Schülerinnen und Schülern jüngeren Kolleginnen und Kollegen Unterstützung bei Aufgaben anbieten. Im nächsten Schuljahr wird das Frohheim nochmals eine Klasse mehr zählen, womit die räumliche Situation noch anforderungsreicher wird. Die Verdichtung nach innen durch das Umfunktionieren zweier weiterer Räume zu Klassenzimmern kann auf Dauer nicht wegweisend sein.