Neuschnee von gestern, vielleicht der neuste seiner Art im alten Jahr. Und einer, der die Hoffnung auf weisse Weihnachten nährt, diesen Mythos befeuert, der sich – rein statistisch gesehen – doch im Schnitt nur alle zehn Jahre ergibt. «I’m Dreaming Of A White Christmas» sang schon Bing Crosby. Ein Song, bereits seit 70 Jahren im Umlauf. Schon damals muss das Weihnachtstauwetter also nur allzu bekannt gewesen sein.

Kinder stützen die Regel

«Dezember ohne Schnee, tut erst im Märzen weh.» Kinder werden sie stützen, diese Bauernregel. Denn Kinder sind bald die letzten, die mit Schnee noch etwas anzufangen wissen, dabei zu Baumeistern werden, Schlachtenführern, Schneeballweitwerfern, den Mädchen zum Graus. Ach, die Begehrte treffen, am Rücken, am Bein; welch ein Glücksgefühl für Schnodderbuebe, die kurz vor dem ersten Verliebtsein oder dann schon mittendrin stehen, aber sich halt nicht getrauen und lieber eine Annäherung der holprigen Art praktizieren.

Zugegeben; die Schneemenge, die in der Nacht auf Montag fiel und das sonst so ordentliche Leben durcheinanderwirbelte, ist eigentlich kaum der Rede Wert. Aber wer im Mittelland zu Hause ist, ist schnell zur Hand mit der Bemerkung: Die Region Olten meldet: Piste gut! Dabei: 10 cm vielleicht, an exponierten Stellen 12. Nix im Vergleich zum März 1931, als in Olten doch sage und schreibe 51 cm gemessen wurden. Nicht auszudenken was das heute für ein Durcheinander ergäbe, wenn das bisschen Weiss aktuell schon für eine ordentliche Störung im Strassenverkehr und auf den Schienen sorgt.

Da habens Fussgänger leichter; vorsichtige Schritte sind die halbe Miete, ein entdecktes Schmunzeln beim Reinigen der Windschutzscheibe, ein flottes Werken mit der Schneeschaufel, die heuer doch ab und zu gebraucht wird, schon Glanzpunkt eines nahenden Winters. Na dann: auf eine schneereiche Jahreszeit.