«Mr Right»
Die Schweiz hat einen neuen Männer-Preis – ein Solothurner will zum ersten Gewinner werden

Jean-Pierre Buck aus Kappel ist Kandidat der neuen Schweizer Casting-Show Mister Right. Er versucht, mit seinem musikalischen Talent den Schweizer Männerpreis zu gewinnen.

Raphael Karpf
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Jean-Pierre Buck in seiner Wohnung in Kappel.

Jean-Pierre Buck in seiner Wohnung in Kappel.

Hansjörg Sahli

Kaffee köchelt auf der Herdplatte. Milch und Zucker stehen auf dem Tisch. Daneben ein Klavier, ein professionelles Mikrofon, ein Flachbildschirm. Ein gewaltiges Sofa nimmt den Rest des stilvoll eingerichteten Raumes ein. Die Wände: Behängt mit Gitarren und Bildern von Motorrädern. Der zu dieser Wohnung gehörige Mann ist 21 Jahre jung. Er trägt eine Lederjacke, hat seinen Bart säuberlich getrimmt und die Haare gestylt, ein frisch gestochenes Tattoo prangt an seinem Unterarm. Jean-Pierre Buck ist sein Name, und er möchte Mister Right werden.

Der «Swiss Men’s Award»

Mister Schweiz war einmal. Seit diesem Jahr suchen Tobias Rentsch, Adela Smajic und weitere ehemalige Mister und Missen, Bachelors und Bacheloretten den «Mister Right». Es ist der Versuch, der aus der Mode gekommenen und 2012 wegen schlechten Einschaltquoten abgeschafften Mister-Schweiz-Wahl neues Leben einzuhauchen.

Dabei wird kaum ein Stein auf dem anderen gelassen. Anstatt mehr oder weniger bekleidet über die Bühne zu gehen, müssen die Kandidaten sogenannte «Challenges» absolvieren. Beispielsweise schlüpfen sie in Kochschürzen und bereiten ein Gericht zu. Von den Klischees eines «Bachelors» oder einer Mister-Wahl möchten sich die Veranstalter klar distanzieren. Die Show wird gar nie über den Fernseh-Bildschirm flimmern, sondern einzig auf Social Media zu sehen sein. Auf Facebook und Instagram sind die Kandidaten selber für die eigene Vermarktung und damit direkt für den Erfolg mitverantwortlich. Die Männer werden dadurch eher zu Influencern denn zu Models.
Online kann für «seinen» Mister Right gestimmt werden. Die «Challenges» verteilen sich auf die nächsten Monate, der Mister Right wird im März gekürt. (rka)

Mehr Infos zur Show gibt es hier.

Ein Mister Right – diesen Titel erhält der Gewinner des «Swiss Men’s Award» – was ist das überhaupt? «Ein offener, lustiger, hilfsbereiter Mann», findet Buck. Nicht die Schönheit sei bei dieser Show das Entscheidende, sondern das «Gesamtpaket». Eine Casting-Show der inneren Werte also. «Bei der klassischen Mister-Schweiz-Wahl hätte ich nicht mitgemacht», ergänzt er.

Mit beiden Beinen fest im Leben

Von der Promi-Welt, die sich klischeehaft etwa auf RTL manifestiert, scheint Buck weit entfernt. Er arbeitet Vollzeit als Restaurant-Supervisor im Oltner Hotel Arte. Daneben besucht er in Zürich die Schauspielschule. Jetzt kommt auch noch das Projekt Mister Right dazu. Dieses Monster-Programm gilt es dann auch noch irgendwie mit der Freizeit unter einen Hut zu bringen. «Ein guter Zeitplan hilft», meint der Gastronom schmunzelnd. «Aber manchmal kommen die Kollegen vielleicht etwas zu kurz», ergänzt er. Eine «Miss Right» gibt es im Moment nicht.

Jean-Pierre Buck      

Jean-Pierre Buck      

Hansjörg Sahli

Das Leben in der Öffentlichkeit ist für Buck eine neue Erfahrung. Das Fotoshooting beim Casting der Show war sein erstes überhaupt. Dieser Umstand schreckt Buck aber keineswegs ab: «Ich habe kein Problem damit, im Rampenlicht zu stehen. Ich weiss, dass ich das kann.» Auf den Social-Media-Plattformen ist er zwar schon längers aktiv – auf Instagram hat er über 600 Abonnenten. Trotzdem: Im Vergleich mit einigen anderen Kandidaten, die bereits mehrere Tausend Follower haben, steht er noch in den Startlöchern.

A propos andere Kandidaten: Buck ist der Jüngste der 19 Teilnehmer. Die Mehrheit seiner Konkurrenten befindet sich zwar auch in den Zwanzigern, das Altersspektrum reicht aber bis 43. Dass sein junges Alter in einer Show, in der explizit nicht nur das Aussehen zählen soll, ein Nachteil sein könnte, findet Buck nicht. «Ein 40-Jähriger kann genauso sympathisch oder unsympathisch sein wie ein 20-Jähriger.» Er sieht diesen Umstand viel mehr als Möglichkeit, etwas zu lernen.

Der Traum des Musikers

Von klein auf ist Buck leidenschaftlicher Musiker. «Die Musik hilft mir, meine Gefühle zu verarbeiten. Wenn ich Musik mache, geht es mir gut.» Von Robbie Williams über Passenger bis zu Lo & Leduc covert er, im Moment nur für sich selber, verschiedene Lieder. Manche davon begleitet er auf dem Klavier oder mit der Gitarre gleich selber. Einmal von der Musik leben zu können, ist sein grosser Traum. Dies ist mit ein Grund, wieso er bei der Mister-Right-Wahl mitmacht. Die angebotene Plattform will er im besten Fall als Sprungbrett nutzen.

Aber auch für den Fall, dass es mit der Musik nicht klappen sollte, hat sich der junge Mann bereits Gedanken gemacht. «Im Moment möchte ich etwas Lebenserfahrung sammeln und einfach arbeiten.» Doch irgendwann ist eine Weiterbildung an einer Hotelfachschule angedacht. Das Fernziel: Einmal ein eigenes Hotel führen.

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