Olten
Die Schützi kann auf sichere Unterstützung durch die Stadt zählen

Harmonische Debatte zur finanziellen Unterstützung der Schützi im Oltner Gemeindeparlament. Die Bürgerlichen hätten sich allerdings mehr Transparenz hinsichtlich einer möglichen Schützi-Erfolgsrechnung gewünscht.

Urs Huber
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Das Kulturzentrum Schützi erhält für die nächsten zehn Jahre jeweils 140000 Franken Unterstützung durch die Stadt.

Das Kulturzentrum Schützi erhält für die nächsten zehn Jahre jeweils 140000 Franken Unterstützung durch die Stadt.

Bruno Kissling

Die Leistungsvereinbarung beziehungsweise der finanzielle Support der Stadt Olten zugunsten des Trägervereins des Kulturzentrums Schützi ist unter Dach und Fach. Sie behält für die nächsten zehn Jahre ihre Gültigkeit. Das Parlament hat die Vereinbarung beziehungsweise die finanzielle Unterstützung der Stadt einstimmig an seiner Sitzung gutgeheissen.

Der Weg dorthin war auch nicht mit Hindernissen gepflastert, selbst wenn die Bürgerlichen in der Vorbereitung mehr Transparenz hinsichtlich der betriebsinternen Schützi-Erfolgsrechnung erwartet hätten. Nachgereichte Abklärungen hatten allerdings ergeben, dass die Schützi keinen monetären Erfolg ausweist, der an die Stadt abgeführt werden könnte.

Neue Aspekte

Die jetzt gutgeheissene Vereinbarung beinhaltet mehrere Neuheiten. Unter anderem darin aufgenommen wurde

  • die Koordination des Angebots auch mit dem Betrieb des Strandbades
  • die Regelung betreffend Freihaltezone und Zugang zum Strandbad
  • ein Beitrag für die Instandhaltung über 15’000 Franken, sofern im jährlichen Budget vom Gemeindeparlament bewilligt
  • die Festschreibung der finanziellen Unterstützung von kulturellen und sozialen Anlässen durch die Schützi in Form von Preisreduktionen

Mit diesem Entscheid verzichtet die Stadt als Besitzerin der Liegenschaft auf die Erhebung eines jährlichen Mietzinses (125’900 Franken) und gewährt der Schützi darüber hinaus einen Instandhaltungskredit über jährlich 15’000 Franken. Unter dem Strich gibt sie für den Betrieb der Schützi nicht mehr Geld aus als noch unter der alten Leistungsvereinbarung.

Ein Bekenntnis

Es war rundum ein Bekenntnis des Parlaments zur Kulturzentrum Schützi. Florian Eberhard (SP/Junge SP) meinte als Fraktionssprecher, die Partei stehe voll und ganz hinter der Leistungsvereinbarung beziehungsweise hinter den finanziellen Leistungen der Stadt zugunsten der Schützi. Und Daniel Kissling (Olten jetzt!) erklärte, es gebe nicht viele Städte, die für 140’000 Franken ein solches Kulturzentrum geführt bekämen.

«Es gibt nicht viele Städte, die mit 140 000 Franken ein solches Kulturzentrum geführt bekommen.»

(Quelle: Daniel Kissling Olten jetzt!)

Die der Vereinbarung vorausgegangenen Verhandlungen schilderte Kissling allerdings nicht in sehr rosafarbenen Tönen. Diese hätten schliesslich zur frühzeitigen Pensionierung des Leiters Oliver Krieg geführt. Von der Stadt, so Kissling, hätte er eigentlich eine subtilere Verhandlungsform erwartet.

Auch Michael Neuenschwander (Grüne) fand lobende Worte für den Betrieb der Schützi, die dank praktizierter Querfinanzierung ein breites Angebot bieten könne, welches nicht nur auf Gassenhauer baue. Und Muriel Jeisy (CVP/EVP/GLP) gab sich mit dem erreichten Verhandlungsresultat sehr befriedigt und stellte fest: «Alle sind zufrieden: die Stadt als auch die Verantwortlichen der Schützi. Und dass die Leistungsvereinbarung jetzt transparenter vorliegt, ist umso erfreulicher.»

Macht die Schützi Gewinn?

Stichwort Transparenz: Die Frage danach brachte Matthias Borner (SVP) auf. «Bei aller Klarheit, die im Zusammenhang mit diesem Geschäft herrschte, wäre es doch sehr hilfreich gewesen, im Vorfeld der Parlamentsdebatte über einen möglichen Gewinn der Schützi informiert zu sein», meinte Borner. Und Simone Sager-Roth (FDP) schlug in die selbe Kerbe. «Immerhin vergeben wir 140’000 Franken an eine Einrichtung. Für deutlich geringere Beiträge mussten andere Institutionen schon fast ‹d’Hose abeloo›», wie sie sich ausdrückte. Im Falle eines ausgewiesenen Gewinns, das machte die FDP-Sprecherin klar, hätte man darauf gepocht, dass dieser an die Stadt zurückfliessen würde. Dies waren eigentlich – wenn man so will – die einzigen leisen Verwerfungen im Verlauf einer überraschend wenig kontroversen Debatte.