Nach einem Ja in einer Volksabstimmung sind die Oltner Schulen seit 2004 mit einem ICT-Konzept unterwegs. Das ambitiöse Projekt, mit dem Investitionskosten von 3 Mio. Franken und jährliche Betriebskosten von anfänglich rund 600 000 Franken verbunden waren, ist in die Jahre gekommen. Die im Laufe der Zeit getätigten Erneuerungen im Gerätepark mit rund 650 Laptops, einigen Informatikräumen, diversen Notebookwagen und Druckern reichten nicht aus, um das Netzwerk als Ganzes im Schuss zu halten. Die alten Server erwiesen sich als zunehmend störungsanfällig, so dass eine umfassende und schnelle Erneuerung unumgänglich wurde. Durch die Häufigkeit der «Abstürze» war die Stabilität des Systems in diesem Jahr nicht mehr gewährleistet.

Seit Ende September

Die technologische Aufrüstung, für die im Budget 2014 ein Kostendach von 150 000 Franken definiert wurde, läuft seit Beginn der Herbstferien. Dabei wurden die alten Server durch zwei neue ersetzt, sodass fortan auch bei einem Ausfall eines Servers ein Weiterarbeiten möglich ist. Gleichzeitig erfolgten die Umstellung auf Windows 7 und diverse Softwareanpassungen, die Lehrpersonen fortan auch von auswärts einen vollen Zugriff auf das Schulsystem ermöglichen. Dank einer neuen Software zur Softwareverteilung war es möglich, alle Laptops im Verbund zentral mit dem neuen Betriebssystem und den neuen Programmen zu bestücken.

Verspätet, aber viel besser

Dennoch funktionierte in den städtischen Schulhäusern am ersten Montag nach den Herbstferien vorerst einmal gar nichts. Verzögerungen bei Lieferungen und internen Tests sowie die verschiedenen Modelle bei Laptops und den mit ihnen verknüpften elektronischen Wandtafeln führten zur Verspätung. «Alles eine Woche früher, und wir wären rechtzeitig gewesen», sagt Projektleiter Jan Rechsteiner.

Der Leiter Dienste auf der Direktion Bildung und Sport muss sich und seinem ganzen Team mit den Firstlevel-Supportern in den Schulhäusern jedoch keine Vorwürfe machen. «Der Fahrplan war sehr sportlich. Die Zusammenarbeit und der Einsatz der Projektgruppe waren vorbildlich und ich bin überzeugt, dass wir eine sehr gute Lösung gefunden haben.» Wenn das ganze System an allen Standorten erfolgreich hochgefahren ist, was bis Ende dieser Woche der Fall sein sollte, redet wohl bald niemand mehr über die Startschwierigkeiten. Bis Mitte November gilt es dann, noch Detailarbeiten zu erledigen.

Jan Rechsteiner weiss, dass es sich auf den Computern fortan viel effizienter arbeiten lässt. Den Schülerinnen und Schülern, welche in vielen Fächern die Laptops benutzen, dürften die massiv kürzeren Login-Zeiten auffallen. Für die Lehrpersonen ist wiederum dies ein starkes Argument, die Laptops (wieder) vermehrt einzusetzen, weil nicht ein Teil der Lektion aus technischen Gründen verloren geht. Die Revision war für die Schulverantwortlichen auch die Gelegenheit, die Intranet-Funktion des ganzen Netzes für die verschiedenen Schulstufen und Standorte mit einer neuen Übersichtlichkeit und Logik zu versehen.

Die Investition ins Netz ist zwar keine ausgewiesene Sparübung, zumal der Stadtrat mit einem separaten Beschluss für 100 000 Franken die vorgezogene Ersatzbeschaffung von 100 kompatiblen Notebooks bewilligt hat, aber die Aussicht auf einen günstigeren Unterhalt passt durchaus zu den härteren Zeiten in Olten. Mittelfristig bringt allein das Einbinden von Kopierern ins Netz und die Ablösung der alten Farbdrucker jährliche Einsparungen von 11 000 Franken. Der technische Unterhalt dürfte noch jährliche Kosten von maximal 120 000 Franken verursachen.

Tiefere Personalkosten

Massiv tiefer als früher fallen die Personalkosten aus. Nachdem bereits die zwei pädagogischen ICT-Koordinatorenstellen an der Primar- und Oberstufe (je 50 Prozent) weggefallen sind, zeichnet sich auch in der technischen Administration ein neuer Weg ab. Nach der Kündigung des zu 100 Prozent angestellten technischen Systemadministrators Ende Januar übernahm die Alpiq mandatsweise mit dem Aufwand einer Teilzeitstelle die Betreuung der schulischen ICT-Infrastruktur und die noch laufende Erneuerung. Mittelfristig könnte die städtische Informatik nicht nur den Verbund der Stadtverwaltung, sondern mit dem ungefähren Umfang einer 50-Prozent-Stelle auch das Schulnetz fit halten. Damit würde der gesamte jährliche Unterhalt von anfänglich rund 600 000 Franken auf rund 200 000 Franken reduziert.