Für die 16 Schülerinnen und Schüler der Klasse 2aN des mathematischnaturwissenschaftlichen Profils war immer klar, dass sie die sogenannte Intensivwoche nutzen möchten, um Gutes zu tun, die Klassengemeinschaft zu stärken und ausserschulische Luft zu schnuppern. «Wunderbare Bergluft» war auf 2000 Meter über Meer gemäss Lena Straumann denn auch verschwenderisch viel vorhanden.

Auf der Suche nach einem geeigneten Betätigungsfeld für die Klasse war die 16-jährige Schülerin im Internet auf den Bio-Bergbauernhof von Otmaro Beti und Johanna Strawe im Berninagebiet gestossen. Als dann die Finanzierung durch einen Schulbeitrag und eine überaus grosszügige Spende des Lions Club Olten geregelt war, wurde es Mitte Juni konkret und die bisher virtuelle Welt für eine Woche Realität.

Einsatz zu schätzen gewusst

Die Puschlaver Familie wusste den Einsatz überaus zu schätzen, unter anderem, weil die Zeit drängte: Just eine Woche später erwartete Beti 500 Kühe, die sich im Sommer bei ihm einer «Höhenkur» unterziehen, um dann im September für den Winter gestärkt ins Unterland zu ihren Besitzern zurückzukehren.

Die Arbeit ging nicht aus: Weiden mussten gesäubert, Zäune instand gestellt und Durchgänge für Biker und Wanderer errichtet werden. Die Schüler wurden gewahr, welch Aufwand mit der Bewirtschaftung der Alp einhergeht. Mühsam von ihnen erstellte Zäune sind drei Monate später mit dem Einsetzen des Winters bereits wieder dem Abriss geweiht. Sorgsam beseitigter Abfall vermehrt sich offenbar von Geisterhand – Littering macht auch vor der Bergwelt nicht Halt.

Ins Wasser geworfen

In Gruppen zu dritt oder zu viert packten die Jugendlichen an verschiedenen Arbeitsorten mit an und wurden bisweilen auch mal ins (halb-)kalte Wasser geworfen; so zum Beispiel als Beti sie mit zehn Meter Kupferdraht bewaffnet losschickte, um einen Blitzableiter aufzustellen. Für den Biobauer sind Klasseneinsätze natürlich Unterstützung im Alltag, gleichermassen aber auch eine Herausforderung, gilt es doch herauszufinden, was den Einsatzwilligen zugemutet werden kann.

Die 2aN meisterte ihre Aufgabe hervorragend. «Ich bin mehr als zufrieden mit der Arbeit der Jugendlichen», so das Resümee Betis, der nicht selten mit Jugendlichen zu tun hat, die weniger selbstständig und motiviert arbeiten als die Oltner. Aber auch für die Jugendlichen und ihre Begleiter, Klassenlehrerin Maria Merk und Sportlehrer Patrick von Däniken, war der Einsatz ein Glückstreffer. «Die Schüler konnten Erfahrungen sammeln in einem Umfeld, das für sie im Normalfall fremd ist», meint Merk und ist überzeugt, dass die Schüler nach diesem Einsatz eine Alp mit komplett anderen Augen sehen.

Dem sei tatsächlich so, räumt ihr Schützling Timothy Klaffke ein, und dennoch: «Trotz oder gerade aufgrund der Arbeit und den allereinfachsten Verhältnissen kam ein gewisses Lagerfeeling auf», so der 16-jährige Zykaden-Liebhaber, der den Einsatz mit Kescher im Gepäck antrat, dann aber schnell merken musste, dass keine Zeit blieb, um seiner Leidenschaft zu frönen. (otr)