Olten

Die Raiffeisenbank Olten braucht schon wieder einen neuen Chef

Nico Fehlmann wird bald fehlen.

Nico Fehlmann wird bald fehlen.

Die Raiffeisenbank Olten (RBO) ist erneut auf der Suche nach einem Vorsitzenden für die Bankleitung. Nico Fehlmann, der im August 2015 sein Amt angetreten hatte, verlässt seine Stelle an der Ringstrasse 15 Mitte Juli.

Die Nachfolger von Ulrich Soltermann, der im April 2013 nach zehn Jahren als Vorsitzender der Bankleitung pensioniert wurde, finden auf der RBO nur ein kurzes Glück. Fabian Peter, der am 1. Januar 2014 den Posten übernommen hatte, kündigte im März 2015 aus persönlichen Gründen. Noch kürzer war die Halbwertszeit bei Nico Fehlmann, der das Ruder dann direkt vom Baselbieter übernahm.

Der 41-Jährige wird es nur auf ein knappes Jahr bringen. Unterschiedliche Vorstellungen über die Führung der Bank hätten den Verwaltungsrat und Fehlmann dazu bewogen, das Arbeitsverhältnis aufzulösen, teilte die RBO in einem Mediencommuniqué und einem Kundenschreiben mit. Zur strategischen Ausrichtung der wachsenden Bank habe es keine Differenzen gegeben, sagte Andrej Golob auf Anfrage.

Der Verwaltungsratspräsident erkennt auch keine direkten Lehren, die sich aus den beiden verschieden gelagerten Fällen ziehen lassen. «Obwohl wir die Selektion absolut professionell vorgenommen haben, ist man leider vor solchen Ereignissen nie gefeit.» Es lasse sich einzig sagen, dass eine Person für diesen Job einen guten Mix aus Fachkenntnissen und Leadership brauche. «Die zukünftigen Herausforderungen an die Banken verlangen noch mehr von den Führungskräften.»

Bircher übernimmt ad interim

Bis zur Wahl des neuen Vorsitzenden der Bankleitung wird Peter Bircher die Funktion interimistisch übernehmen. Der Leiter Kredite wird nach dem Abschied Fehlmanns das einzig verbleibende Mitglied in der Bankleitung sein, nachdem vor zwei Monaten Matthias Lemmenmeier aus dem damaligen Trio ausgeschieden ist. Zwischen den beiden Abgängen von Fehlmann und Lemmenmeier gebe es keinen Zusammenhang, erklärt Andrej Golob. Lemmenmeier, der nach der Pensionierung Soltermanns die Bank zwischenzeitlich geführt hatte, habe nach 18 Jahren bei Raiffeisen, davon 9 bei der RBO, auf eigenen Wunsch eine neue Herausforderung gesucht, sagt der VR-Präsident.

«Es ist unser Ziel, wie schon in der erweiterten Bankleitung und auf den anderen Kaderpositionen, Stabilität herbeizuführen», sagt Andrej Golob. Eine Frist bis zum Erreichen dieses Zustands kann er aber noch keine nennen. Die Finanzmarktaufsicht Finma verlange zwar für den Regelfall ein Trio an der Bankspitze, doch sowohl das noch aktuelle Duo wie die Übergangsperiode mit einem alleinigen Bankleiter, der die Entscheide zusammen mit der erweiterten Bankleitung und dem Verwaltungsrat treffe, stellten kein Problem dar.

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