Marienkirche Olten
«Die Probe»: Ein Passionspiel, das als Theater im Theater daher kommt

In der Marienkirche Olten ist «Die Probe» zu erleben. Das Stück ist ein modernes Passionsspiel und laut Autor und Regisseur ein «Theater im Theater.»

Fränzi Zwahlen-Saner
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Der Regisseur (Adrian Wicki, rechts) unterbricht das Spiel. «Johannes» (Alain Röllin, links) und «Jesus» (Mike Bader, Mitte) diskutieren mit. Bruno Kissling

Der Regisseur (Adrian Wicki, rechts) unterbricht das Spiel. «Johannes» (Alain Röllin, links) und «Jesus» (Mike Bader, Mitte) diskutieren mit. Bruno Kissling

Bruno Kissling

«Als Passionsspiel werden christliche geistliche Dramen um die Passion, das Leiden und Sterben Jesu von Nazareth bezeichnet. Es sind oft vielstündige oder mehrtägige Aufführungen unter Mitwirkung von zahlreichen Schauspielern.» So werden Passionsspiele in der allseits zugänglichen Wikipedia-Enzyklopädie erklärt. In der Marienkirche in Olten ist ab kommenden 6. April ein solches Spiel, welches es heute nur noch selten zu sehen gibt, mitzuerleben.

Doch dieses Stück mit dem Titel «Die Probe» wird ganz anders sein, als es die Tradition vermuten lässt. Der Autor und Regisseur des Stückes ist der Härkinger Theaterschaffende Christoph Schwager. «Ein Passionsspiel zu schreiben und zu realisieren, war für mich, als ausgebildeter Theologe, schon seit vielen Jahren ein heimlicher Wunsch», berichtet der 60-Jährige. Und wie das Leben so spielt: 2014 kam vonseiten des Kantonalen Kuratoriums für Kulturförderung des Kantons Solothurn die Anfrage, ob er nicht ein modernes Passionsspiel realisieren wolle.

Christoph Schwager

Christoph Schwager

zvg

Einer, der dieses Ansinnen vorantrieb, war das Kuratoriumsmitglied Georges Regner, Mitglied der Fachkommission Musik, aus Olten. «Wir setzten uns zusammen gründeten zunächst mal einen Verein mit vier Personen», erzählt Schwager: Georges Regner, musikalischer Leiter, Christoph Schwager, künstlerischer Leiter, Erich Huber, Präsident, und Daniela Leibbach, Administration.

Passion heute

«Die Probe» ist nicht einfach ein Passionsspiel, in dem die biblischen Szenen um das Leiden und Sterben von Jesus wiedergegeben werden, erklärt Schwager. «Das Stück hat – wie immer bei meinen Produktionen – viel mit unserer heutigen Gesellschaft zu tun.» Für die Passionsgeschichte ein naheliegender Bezug, werden doch in diesen dramatischen Bibelstellen Themen behandelt, die uns bis heute beschäftigen: Schuld, Vergebung, Ausgrenzung, Leben, Tod, Lügen, Glaube, Liebe. Schwager: «Mein Passionsspiel kommt als Theater im Theater daher. Eine Schauspiel-Truppe studiert die Passionsgeschichte ein, und daraus entwickeln sich Diskussionen um grundlegende Fragen unserer Gesellschaft und unseres Zusammenlebens.»

Schwager hat alle seiner elf Laien-Darsteller ganz bewusst für ihre Rollen ausgesucht. Einen wichtigen Stellenwert nimmt im Stück die Musik ein. «Diese stammt vom Organisten der Oltner Marienkirche Christoph Mauerhofer, der auch gleich selbst an der Orgel sitzt», berichtet der Regisseur. Ein zwölfköpfiger Chor, der ebenfalls am schauspielerischen Geschehen teilnimmt, singt und interpretiert die mitreissenden, oft rhythmisch anspruchsvollen und daher modern anmutenden Lieder. Für die Kostüme konnte die Schule für Mode und Gestalten in Olten gewonnen werden. Einfache, aber doch sehr dekorative und sinnvolle Bekleidung für die Darsteller wurde geschaffen.

Die Aufführungen finden alle in der Marienkirche in Olten statt. Am 6. April um 20.30 Uhr steht die Premiere auf dem Programm. Weitere Aufführungen: 7., 8., 9., 11. und 14. April, jeweils um 20.30 Uhr. Am 8. und 9. April werden nach dem Spiel (Dauer 13⁄4 Std.) Gesprächsrunden mit beteiligten Schauspielern, Chormitgliedern und dem Regisseur durchgeführt.

Infos und Vorverkauf der nummerierten Plätze: www.dieprobe.ch oder in der Buchhandlung am Klosterplatz, Olten; es wird auch eine Abendkasse geführt.

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