Pfadi Olten
Die Pfadi Olten beweist es: Bei ihnen ist alles möglich

Stavanger National Scout Jamboree – Nach ihrem Skandinavien-Abenteuer schauen die Pfadis zurück auf eine unvergessliche Zeit in Norwegen und Dänemark.

Deborah Onnis
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Das Skandinavien-Abenteuer der Pfadi Olten
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Auf dem Lagerplatz wurde es nie langweilig.
Die Oltner Pios auf der Felsplattform Pulpit Rock
Die Oltner Pios genossen vom 604 Meter hohen Pulpit Rock die atemberaubende Aussicht über die Fjord-Landschaft.
Wenn die Picknick-Pause mit einem Naturspektakel kombiniert wird...
Seelenbaumeln im Optimist
Die Pios waren auch mit dem Kanu unterwegs
Insgesamt 73 Stunden nahm die Hin- und Rückreise in Anspruch.
Und nun bleiben die schönen Erinnerungen..

Das Skandinavien-Abenteuer der Pfadi Olten

Martin Lustenberger

«Das war definitiv der Höhepunkt der letzten Jahre.» Mischa Kaspar v/o Monti schlürft verträumt und strahlend am Eistee. Vor wenigen Tagen ist er mit drei anderen Leitern und 16 Pios (14-16 Jahre alt) der Oltner Pfadiabteilungen und Pios aus der Pfadi Luzern aus dem 14-tägigen Sommerlager in Norwegen und Dänemark zurückgekommen. «Ich bin noch total geflasht», sagt der 21-jährige Pfader, der noch am Verarbeiten der vielen Eindrücke des aussergewöhnlichen Lagers ist.

«Es fing eigentlich alles mit einer Schnapsidee an ...», erinnert er sich zurück, als er bei einem Leiterhöck das internationale Pfaditreffen «Stavanger National Scout Jamboree» in Norwegen als Sommerlager-Destination erwähnte. Die «crazy» Idee schlug bei den Pfadern wie eine Bombe ein und kurz darauf fiel auch schon der Startschuss für die Planung des Skandinavien-Abenteuers. «Das liebe ich an der Pfadi: Es ist alles möglich. Und wenn etwas gemeinsam beschlossen wird, wird es auch wirklich durchgezogen», schwärmt Kaspar. Sieben Tagen verbrachte die insgesamt 40-köpfige Pfadi-Truppe im norwegischen Pfadi-Bundeslager in Stavanger, vier Tage im Houens Odde Scout Center in Kolding (Dänemark) und ganze drei Tage nahm die Hin- und Rückreise mit dem Zug in Anspruch.

Der Aufwand hat sich gelohnt
«Der Aufwand für die Reiseorganisation war sehr gross», erzählt der Pfader, «grösser als sonst.» Diesmal musste sich Kaspar, der zusammen mit einem Luzerner Kameraden die Hauptverantwortung trug, zusätzlich mit Versicherungsfragen, Notfallplänen und Interrails herumschlagen. «Ich bin dem Reisebüro der SBB mit meinen x Fragen wohl mächtig auf den Geist gegangen», meint er lachend. Aber der Aufwand habe sich gelohnt: «Es hat alles geklappt. Einzig unser Bastelwägeli ist irgendwo auf der Strecke geblieben.» Da die Pfadi-Truppe jeweils fast einen ganzen Zugwagen für sich hatte, sei das Reisen an sich angenehm gewesen.

10 000 Leute aus 30 Nationen
In Stavanger angekommen, beeindruckte die Schweizer Pfader vor allem die Grösse des Lagers: 10 000 Leute aus etwa 30 Nationen in einer richtigen Zeltstadt direkt am Fjord von Stavanger. «Es war unglaublich, sich mit so vielen Leuten zu treffen, die alle eine gemeinsame Basis hatten: die Pfadi.»
Tatsächlich stand das Kennenlernen anderer Pfadis aus aller Welt und die Erkundung des riesigen Lagergeländes die meiste Zeit im Vordergrund. Überall auf dem Platz wurden von den verschiedenen Pfadis laufend Drop-In-Activities durchgeführt. «Von einer finnischen Sauna mit einer Wasserrutsche ins Meer bis zu einem riesigen Waffeleisen war alles Mögliche anzutreffen», erzählt Kaspar und vergleicht den Platz mit einer Riesen-Chilbi: «Einfach ohne laute Musik und grelle Lichter. Dafür mit viel Gelächter, interessanten Gesprächen und Lagerfeuern.» Immer wieder präsentierten die Pios ihren Leitern stolz ihre getauschten Krawatten.

In der ersten Woche waren die Oltner Pios mit einer kleinen norwegischen Gruppe auf einem Hike, bei dem sie ihren Weg durch die Wildnis Norwegens suchten und im Freien übernachteten. Auch eine Wanderung zur quadratischen Felsplattform Pulpit Rock stand auf dem Programm. «Das gab wohl die spektakulärsten Fotos», meint Kaspar. «Das Segelboot auf dem glasklaren Wasser sah aus wie die Verkörperung des Friedens auf Erden», erzählt der Pfader lächelnd.

Andere Länder, andere Sitten
Eindrücklich seien auch die kulturellen Unterschiede gewesen. «Die Norweger haben ein ganz anderes Lagerfeuer als wir. Während wir im Kreis um das Feuer sitzen, verteilen sich die Norweger Pfader alle auf eine Seite.» Gestaunt haben die Schweizer Pfader auch, als sie von den Norwegern plötzlich gefragt wurden, wie viele Präsentationen sie am Lagerfeuer machen werden. «Wir kannten das nicht, da wir am Lagerfeuer ja nur singen», erklärt Kaspar.

Philosophieren in Dänemark
Unter dem nie wirklich dunkel werdenden Himmel in Norwegen war bis spätabends beziehungsweise frühmorgens immer viel los. Ruhiger ging es dafür in der zweiten Lagerwoche in Dänemark zu und her, wie Kaspar erzählt. Nur eine Handvoll anderer Pfadi-Gruppen aus Dänemark und den Niederlanden sei gleichzeitig auf der idyllischen Halbinsel auf einem Lagerplatz irgendwo im Wald gewesen. Nun hatten sie endlich Zeit für die «philosophischen Diskussionen». Allgemein war bei allen eher Ruhe und Entspannung angesagt. So konnten die Pios beispielsweise in Optimist-Booten durch die Bucht segeln und am Strand den Sonnenuntergang bewundern.
Zurück in der Schweiz haben die Pfader nun Zeit, um die vielen unvergesslichen Momente zu verarbeiten und in Erinnerungen zu schwelgen - bis zum nächsten baldigen Abenteuer.

Infos zur Pfadi Olten: Mischa Kaspar v/o Monti, 079 655 81 44