Musik

Oltnerin Denise Donatsch zeigt an der Plattentaufe ihres neuen Albums viele Facetten

Zweieinhalb Jahre nach ihrem Erstling tauft die Oltner Singer-Songwriterin Denise Donatsch auch ihr neues Album «Alter egos» in der Galicia Bar.

Denise Donatsch gibt mit drei Fingerschnipsen den Takt an und nimmt das Publikum im «Galicia» mit auf eine zweistündige Reise durch ihre leicht melancholische, verträumte Welt. Begleitet von ihren zwei Backgroundsängerinnen wippt sie zum Takt, singt von leeren Worten, gelben Rosen und davon, dass man sitzen gelassen wird. Sitzend lässt sich das Publikum von den eingängigen Melodien berieseln und schunkelt mehr oder weniger im Takt mit.

«Ich freue mich heute ganz besonders, dass es einige Zuschauer da hat», begrüsst Donatsch das Publikum in Konzertraum der Galicia Bar. In den Händen hält sie ein dickes Buch mit klobigem Einband, in dem sie sich Notizen gemacht hat, um ihre neuen Songs ausführlich einzuleiten. So erzählt sie, dass ihr die Melodie zum stimmgewaltigen Song «Traum», der bis in die hinterste Ecke des «Galicias» mitschwingt, tatsächlich im Schlaf eingefallen ist. Mit «A Revair» widmet sie ihren Wurzeln im Graubünden eine Hymne und entlockt einem Zuhörer ein verzücktes Juchzen.

Freundin ist die Taufpatin von Donatschs Album

Vor der Pause betritt Taufpatin Anne-Catherine die Bühne und tauft das neue Album offiziell mit einer Rede. «Denise ist wie eine Synthese von These und Antithese. Sie hat sehr viele Facetten», erzählt die langjährige Freundin und übergibt feierlich das neue Album.

Eine Facette, oder Alter Ego mit Mordgedanken, zeigt Donatsch anschliessend mit dem Song «Café au Paradis». Tatsächlich kommt das Stück nicht mit der gleichen Leichtlebigkeit wie die vorherigen Songs daher. Fast schon träge und düster singt sie «über einen Menschen, den sie froh ist, nicht mehr in ihrem Leben zu haben», wie sie selber sagt. Eine weitere Facette zeigt sich wohl eher ungewollt, als sie ihr Plektron nicht mehr findet und sich kurzerhand eines von Gitarrist Patrick Tschäppät leiht und meint: «Patrick hat immer Reserve-Plektren dabei, weil ich meine immer verlege. Das ist wohl mein chaotisches Alter Ego.» Es gehört auch zu Donatsch, dass sie ihre Songs gerne erklärt und verständlich macht, was dahinter steckt. In einem gewissen Masse ist das spannend, schafft Intimität und mehr Verständnis für ihre künstlerischen Gedanken. Dennoch schweift so der Fokus etwas gar oft weg von den musikalisch hervorragend vorgetragenen Songs. Aber an einer Plattentaufe muss das wohl so sein.

Gegen 23 Uhr nehmen Denise Donatsch und ihre sechs-köpfige Band das Publikum mit «Costa Rica» noch einmal mit auf eine Reise mit dem Boot die Aare hinunter und in den Ozean. «Bis bald unter besseren Umständen», verabschiedet sich die Sängerin und verlässt die Bühne. Besucher Simon Kaufmann hats gefallen: «Es war einfach ein schöner Abend.»

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