Agostini Drum School

Die Oltner Schlagzeuger-Familie jubilierte mit herzhaftem Groove

Jubiläumsstimmung in der Schützi: Big Band und Agostinischüler in Aktion.

Jubiläumsstimmung in der Schützi: Big Band und Agostinischüler in Aktion.

Die Agostini Drum School und ihr Gründer und Leiter Noby Lehmann feierten ein gemeinsames Vierteljahrhundert. «Merci pour votre amour» rief der School-Gründer den Seinen zu und liess dann «den Rhythmus fliegen».

Mit einem stimmungsvollen, abwechslungsreichen und groovigen Konzert der Big Band Olten und zahlreichen Schlagzeugern fand am Freitag das 25-jährige Jubiläum der Oltner Niederlassung der Agostini Drum School seinen Abschluss. Eine gute, ansprechende Moderation ist bereits die halbe Miete. Dies bewies Moderatorin Tanja Baumberger, die ebenso sympathisch wie wortgewandt und in bestem Bühnendeutsch beziehungsweise charmantem Französisch (es waren Ehrengäste aus Paris anwesend), durch den Abend führte.

In der gut besuchten Schützi eröffnete die 17-köpfige Big Band Olten unter der Leitung von Stephan Fröhlicher mit «John Browns Other Body» ein gut zweieinhalbstündiges Konzert. War anfänglich auch eine gewisse Nervosität sicht- beziehungsweise hörbar, so legte sich diese bald – nicht zuletzt dank der Routine gestandener Musiker, wie etwa dem Drummer Ernesto Gloor, der viel Spielfreude an den Tag legte. In Bob Mintzers anspruchsvoller Komposition «Slo-Funk» setzte der junge Aarauer Trompeter Bodo Maier einen ersten Höhepunkt. Walter Grob lieferte auf dem Vibrafon in «Basie Straight Ahead» die Fortsetzung, angetrieben von den «Dropping Bombs» des Schlagzeugers David Hofmann. Ebenfalls mit einem virtuosen Solo entzückte später der Trompeter Ernst Käser, der seine linke Hand zeitweise gar als Dämpfer einsetzte.

Alles Studenten

Viele junge Schlagzeuger, alles Studenten waren an diesem Abend mit von der Partie und zeugten vom hohen Niveau der Agostini Drum School. Noby Lehmann, Gründer und Leiter der seit 25 Jahren bestehenden Oltner Niederlassung wollte mit diesem Jubiläumskonzert nicht nur das mannigfaltige Schaffen der Schule präsentieren, sondern seinen Studenten eine Plattform bieten. Junge Schlagzeug-Talente waren denn an diesem Abend viele auszumachen. Hervorgestochen ist beispielsweise Marcel Munz, der in «Birdland» nicht nur mit seiner tighten Arbeit auf der Hi-Hat fesselte, sondern mit Spielfreude, Engagement und viel Musikverständnis auffiel. Der eine oder andere involvierte Drummer wird übrigens festgestellt haben, dass das Spiel mit einer Big Band ein überaus anspruchsvoller Job ist.

Imposant

Beeindruckend war Noby Lehmanns Komposition «Funky Fun» für sieben Cajons und Drumset. Nach einem «effektreichen» E-Bass-Intro des Gastmusikers Marcel Benedict wurde mit Pee Wee Ellis’ Funknummer «The Chicken» vor der Pause nochmals richtig eingeheizt. Gastmusiker Jürg Schneebeli erinnerte mit seinem ausgedehnten Rhodes-Solo ein bisschen an Deodato.

Zwischendurch gratulierten und dankten Sonor-Geschäftsführer Karl-Heinz Menzel sowie Gerhard Priel von der Firma Schlagwerk (namhafter Cajon-Hersteller) Noby Lehmann und seinem Team. Feierlicher Höhepunkt war die kurze Laudatio durch die beiden Töchter Agostinis, sowie den derzeitigen Direktor der Pariser Agostini Schule Jacques-François Juskowiak. Dante Agostini (1921-1980) gründete 1965 die nach ihm benannte Schlagzeugschule und hat ein Notensystem entwickelt, mit welchem eine Schlagzeug-Komposition genau notiert und originalgetreu nachgespielt werden kann. Noby Lehmann, der an der Swiss Jazz School Bern und danach eben an der Pariser Agostini Schule studiert hat, zeigte sich gerührt und fast etwas verlegen. Um Worte ringend, antwortete er der Pariser Delegation schlicht mit «merci pour votre amour» und erklärte dem hiesigen Publikum bescheiden, dass er alleine langweilig sei – man sei eine grosse Familie!

Die Big Band angetrieben

Genau dies wurde mit Dizzy Gillespies «Salt Peanuts» demonstriert. In diesem Bebop-Klassiker trieben fünf teilweise synchron agierende Drummer für einmal die Big Band an. Mit «Cute» bewies Giuseppe Urso, dass er das überaus swingende Spiel mit den Besen souverän beherrscht. Mit Nobys «Canoe Travel» setzten die acht involvierten Drummer zum krönenden Finale an, das nahtlos in Louis Primas «Sing Sing Sing» übergehend einen gelungen Abschluss fand.

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