Unspektakulärer kann ein Umzug eigentlich nicht sein: Weder ein Zügelwagen noch eine Adressänderung waren im Fall des Standortwechsels der Ludothek Olten nötig. Denn sie zügelte lediglich vom Obergeschoss ins Parterre und befindet sich deshalb auch weiterhin am Rötzmattweg 8.

«An die neuen Gegebenheiten müssen wir uns zwar noch gewöhnen, doch wir sind froh über diese gute Lösung», meint Präsidentin Iris Eichelberger zum Umzug. Zu diesem geführt habe der im August 2013 gefällte Entscheid der Baudirektion, die Nutzung des Lifts im Gebäude nur noch für Ausnahmefälle zu gestatten, nicht aber für Personentransporte. F

ür die Ludothek wäre dieser Zustand aber unhaltbar gewesen: «Wir waren auf den Lift angewiesen, weil immer wieder Familien mit Kinderwagen oder Rollstühlen kamen.» Ein mühsamer Liftdienst wäre die Folge gewesen, wobei man den Lift nach jeder Fahrt wieder hätte abschliessen müssen.

Weniger Platz, dafür eine Heizung

(Unfreiwillig) zu Hilfe kam ihnen der Samariterverein, der bisher das Parterre mit seinem Krankenmobilienmagazin besetzt hatte, dieses aber im Januar auflöste: Anstelle der Rollatoren und Erste-Hilfe-Materialien verteilen sich nun also auf die vier Räume im Erdgeschoss Gesellschaftsspiele, Lego und anderes.

Ganz verabschiedet hat man sich vom Obergeschoss trotzdem nicht: «Der bisherige Raum für Fahrzeuge (Traktoren, Tretautos) bleibt weiterhin im Besitz der Ludothek.» Denn die Fläche im Parterre beläuft sich auf 87 m2 – das sind satte 34 m2 weniger als man im oberen Stockwerk zur Verfügung hatte. «Dafür können wir jetzt von fliessend Wasser und einer Heizung profitieren.»

Eingebüsst hat man aber nicht nur bei der Fläche, sondern auch beim Sortiment. «Aus Platzgründen konnten wir nicht alles zügeln und verkauften deshalb am letzten Öffnungstag im Januar rund 150 Gegenstände.» Da jedoch hauptsächlich Sachen weggegeben wurden, die man in mehrfacher Ausführung hatte, sei das Angebot nicht geschmälert worden, beruhigt Eichelberger.

Und nachdem die Ludothek einen Monat Zeit hatte, um sich einzurichten, öffnete sie am vergangenen Mittwoch zum ersten Mal wieder die Tore und wurde schon bald von Kindern aufgesucht. Ihm gefalle es, meinte der siebenjährige Janis knapp und machte sich sofort wieder auf die Suche nach Playmobil.

Suchen lautete auch die Devise einer Mutter. «Natürlich muss ich zuerst den Weg finden, denn die Sachen sind ganz anders verteilt.» Was nicht schlecht sein muss: «Plötzlich sehe ich Spielzeuge, die ich nie zuvor gesehen habe. Auf jeden Fall machen die neuen Räumlichkeiten einen guten Eindruck auf mich.»

Leistungsvertrag verlängert

Eichelberger und ihr Team sind aber nicht nur aufgrund des positiven Tenors der Besucher erleichtert: «Der Leistungsvertrag mit der Stadt wurde fürs 2014 verlängert. Finanziell läuft es deshalb wie gewohnt.» Konkret seien auch heuer Neuanschaffungen im Wert von 6000 Franken möglich.

Im 2015 wird dann aber auch die Ludothek den Gürtel wegen Oltens Finanzlage enger schnallen müssen: «Dann sind Einsparungen wahrscheinlich, der Spielraum ist jedoch klein.» Als mögliche Sparmassnahmen nennt sie keine weiteren Spielzeugkäufe oder eine Erhöhung des Mitgliederbeitrags für Oltner von 25 auf 30 Franken. «Und wenn es hart auf hart kommt, müssten wir vielleicht doch den Fahrzeugraum im Obergeschoss aufgeben.»