Noch sieht man den sechs Personen in den grauen Vereinsjacken nicht an, was sie vorhaben. «Wir haben unsere Gugge ja auch erst grad gegründet», meint Schatz- und Gewandmeisterin Eveline Egli schmunzelnd. Das Ziel aber ist klar: «An der Fasnacht 2018 wollen wir voll mit dabei sein», sagt Vizepräsident Mario Gerber. Für dieses Jahr reicht es noch nicht: «Wir werden zwar als neue Oltner Guggenmusik auftreten, aber noch nicht spielen», ergänzt er.

Ausser einer Homepage und einer Facebook-Seite finden sich nicht viele Infos zu Mysterium Oltensis. «Wir haben uns bislang bewusst im Hintergrund gehalten. Das gehört auch zum Mystischen», meint Präsident Marco Welti und lacht. Wer steckt also dahinter? Eine Gruppe aus sechs begeisterten Fasnächtlern, die sich der mystischen Welt (der Fabelwesen) verschrieben haben und gemeinsam zur Oltner Fasnacht beitragen möchten. «Wir wollen neuen, frischen Wind reinbringen», erklärt Mario Gerber, welcher die Aufgabe des Schlagzeugers übernimmt.

Silvio Hürzeler spielt Pauke, Gabi Hürzeler Trompete. Auch Marco Welti und Eveline Egli spielen Trompete. Lea Zwimpfer spielt Euphonium. Mit welcher Musik die neue Gugge an der Fasnacht 2018 auftreten wird, ist noch nicht klar. Es werden keine Stücke aus der Hitparade sein: «Wir werden uns vor allem auf alte, ewig bekannte Klassiker konzentrieren», weiss Mario Gerber, der als Musikchef für die Zusammenstellung der Stücke zuständig ist. Als Beispiele nennt er dabei Nirvana oder Janis Joplin.

Dass bei der neu gegründeten Guggenmusik das Mystische im Vordergrund steht, sieht man nicht nur anhand des Namens. Auch die Entstehungsgeschichte ist mystisch angehaucht: Gegründet wurde der Verein am 29. November 2016. «Da war Neumond», betont Eveline Egli. Auch in den Kostümen widerspiegelt sich der mystische Gedanke. Zu viel verraten will die Neo-Gugge allerdings nicht. Immerhin: «Die Farben bordeaux, lila, braun und weiss werden vorhanden sein», gibt Eveline Egli preis.

Woher kommt der Hang zum Mystischen? «Fasnacht war früher ein düstererer, heidnischer Brauch, bei dem es darum ging, den Winter auszutreiben», weiss Lea Zwimpfer und ergänzt: «Das möchten wir auch. Wir wollen Fasnacht back to the roots machen.» Und zwar mit stilvollen Gewändern und schöner Musik. «Ausserdem möchten wir uns optisch und musikalisch von den Anderen abheben», erklärt Silvio Hürzeler.

Kennen gelernt haben sich die sechs an der Fasnacht. «Wir sind ein bunt gemischter Haufen von jung bis jung geblieben», meint Gabi Hürzeler. Dass sie zusammen eine Guggenmusik gegründet haben, sei Zufall.

Positive Reaktionen

Bei diesen sechs Mitgliedern soll es jedoch nicht bleiben. «Mitglieder zu finden wird wohl eine der grössten Herausforderungen», ist sich Mario Gerber bewusst. Denn, wie in anderen Vereinen sei es auch bei den Fasnächtlern so, dass sich immer weniger Junge engagieren und Verantwortung übernehmen wollen.

Diesem Prozess will Mysterium Oltensis entgegenwirken. «Es gibt Leute, die sich interessieren, in einer Gugge zu spielen, sich aber nicht einer Alteingesessenen anschliessen möchten», sind sie überzeugt. Erste Interessenten seien bereits vorhanden. Auch seien die Reaktionen auf ihre Vereins-Gründung bislang durchs Band positiv gewesen.

Nach ihren Zielsetzungen gefragt antwortet Eveline Egli: «Wir möchten mit Herzblut Musik machen und Freude daran haben.» Die anderen fünf stimmen zu. Wenn das kein Versprechen für die Fasnacht 2018 ist. Vorher steht aber noch der Umzug in Zofingen und vielleicht, wenn sie sich nachträglich noch anmelden dürfen, auch jener in Olten an.