Sie ist erst 30 Jahre alt, kennt den Betrieb des Oltner Stadttheaters aber bereits seit Jahren von innen: Die neue Geschäftsführerin Edith Scott hatte als Jugendliche Tickets kontrolliert, später war sie während Veranstaltungen für die Betreuung der Künstler zuständig und übernahm vor zwei Saisons die Redaktion der Theaterzeitung. Ein logischer Schritt, dass sie nun Geschäftsführerin wird? Nicht unbedingt. Sie sei «überrascht» gewesen, dass sie gewählt worden wäre und man ihr diesen Job zutraue. Sie habe Respekt vor der Aufgabe und den grossen Fussstapfen ihres Vorgängers Herbert Schibler.

Ganz ins kalte Wasser wird Scott, die selbst hobbymässig Geige spielt, nicht geworfen. Einerseits hat sie beim Theater Biel Solothurn das künstlerische Betriebsbüro des Sinfonieorchesters geleitet und so schon Erfahrungen gesammelt mit dem Aushandeln von Verträgen mit Künstlern und Agenturen – beim Stadttheater als Gastspielbetrieb sei nun einfach die Perspektive eine andere, sagt sie. Andererseits wird Schibler sie beim Einstieg in den neuen Job unterstützen: Im kommenden September wird der abtretende Geschäftsführer sie einarbeiten und danach noch als Mentor zur Verfügung stehen. Scott: «Mir wurde dies so angeboten und ich begrüsse das sehr.» Sie will denn auch am Anfang «nicht gleich alles umkrempeln», sondern anknüpfen an die «sehr gute Arbeit Schiblers». Mit der Zeit soll ihre Handschrift aber erkennbar werden. Konkrete Pläne hätte sie aber noch nicht. Beim Kulturbetrieb sind neue Ideen sowieso erst für die übernächste Saison 2020/21 möglich. Die nächste Saison 2019/20 ist nämlich bereits geplant.

Gegen 33 Bewerbungen hat sich Edith Scott durchgesetzt, wie Verwaltungsratspräsidentin Iris Schelbert der Stadttheater Olten AG auf Anfrage sagt. Diesen Job könne man nicht lernen, aber Scott hätte sehr gute Voraussetzungen mitgebracht und sei «bestens ausgebildet». In der Endausmarchung seien sich ein auswärtiger Bewerber und mit Scott eine Einheimische gegenübergestanden. Der Verwaltungsrat hat sich dann für die Obergösgerin entschieden, die heute in Olten wohnt. «Uns war die Verwurzelung in der Region wichtig.»

Scott übernimmt einen funktionierenden Gastspielbetrieb. Die Auslastung beträgt hohe 88 Prozent bei einem Umsatz von 2,1 Millionen Franken. Rund die Hälfte trägt der Tagungsbetrieb dazu bei. Dieser sei laut Geschäftsführer Schibler noch ausbaufähig. Kein Wachstum mehr – sei es qualitativ oder quantitativ – sehe er allerdings beim Kultur-Abo-Bereich.