Am Freitag geht der Rummel los am rechten Aareufer, wenn die MIO, die Messe in Olten, ihre Tore öffnet. Zum fünften Mal als deren Leiter wirkt Mike Zettel. Zu Beginn seiner Amtszeit wollte der 32-Jährige die MIO in neue Bahnen lenken.

Und heute? Zettel blickt befriedigt drein. «Die Richtung stimmt», sagt er. Das will heissen: Der Anlass entwickelt sich kontinuierlich zum optimierten Mix aus Ausstellern und Gastrobetrieben. «In den letzten drei Jahren fielen rund 20 Verpflegungsangebote dahin», sagt er.

Ein Beweis dafür, dass sich die Messe in die richtige Richtung bewegt. «Natürlich gibts immer noch vereinzelt Besucher, die das alte Klischee strapazieren und von einem Ungleichgewicht zwischen Ausstellern und Beizen reden. Aber die MIO ist heute definitiv kein Beizlifest mehr.»

Mehr als 100 Ausstellende

Gut 100 Aussteller beleben heuer das Geschäft, darunter rund 20 neue Anbieter. Zettel will die MIO als grosse Regio-Messe verstanden wissen, die jährlich bis zu 70 000 Besuchende anzieht. «Es wäre sehr gut, wenn sich die Gewerbetreibenden aus der Region Olten, häufig in regionalen Vereinen organisiert, auch dazu entschliessen könnten, hier in Olten mitzumachen», sagt er.

Das würde die Messe noch markanter attraktivieren und deren Charakter stärken, findet der Messeleiter. Dass nach einem ersten administrativen Anlauf Gewerbe Olten nicht dabei ist, bedauert Zettel. Aber er sagt: «Das ganze Vorhaben wurde wohl zu kurzfristig aufgegleist. Mal sehen, wie es sich im nächsten Jahre anfühlt.»

Wonach der Geschäftsführer aber noch vermehrt sucht, das sind Anbieter, die das schnelle Geschäft ermöglichen. Etwas volkstümlich ausgedrückt: Den billigen Jakob mit dem guten Mundwerk. «Ein solches Angebot wirkt als Spassfaktor, bringt die Leute zum Stehen, amüsiert sie, sie verweilen», argumentiert Mister MIO. «Da wird die Messe zum besonderen Erlebnis. Und das soll sie auch sein.»

Der Leiter hält im Übrigen auch sonst viel von Interaktivität. «Es ist toll, wenn die Besucher an einem Stand irgendwie aktiv werden; einen Blick durch die 3-D-Brille werfen oder eine virtuelle Autofahrt machen können.»

Der Messerabatt kommt zurück

Für den Geschäftsführer logischerweise ein Anliegen: zufriedene Kunden und ebensolche Anbieter. «Ich stelle fest, dass der Messerabatt zusehends wieder Eingang findet; sicher ein Umstand, der einen Besuch zusätzlich lohnend macht.» Stabile Besucherzahlen und zusehends mehr Anbieter stellen der Veranstaltung sowieso ein gutes Zeugnis aus.

Alles in allem bleiben sie der MIO treu. «Hin und wieder muss ich eine Absage entgegennehmen», bekennt Zettel. Was sich aber nicht zwingend mit einem schlechten Geschäftsgang erklärt. «Wer wissen will, ob sich ein Engagement auszahlt, der muss bei einer gut verankerten Messe wie der MIO sicher zwei-, dreimal dabei sein», hält er fest.

Und selbst dann lasse sich nur schwer abschätzen, ob sich das Engagement für die Aussteller lohnt. «Es kommt immer wieder vor, dass sich sogenannte schlechte Abschlüsse mit ausgezeichneten im Jahresrhythmus abwechseln», sagt Zettel. Ja, manchmal sei sogar ein Stimmungswandel von einem Tag auf den andern festzustellen. Will heissen: Samstag dürftig, Sonntag ausgezeichnet: «Oder umgekehrt», lacht der Messeleiter.

Mit Schwingerkönig

Sicher ein Erlebnis der diesjährigen MIO: die Begegnung mit dem amtierenden Schwingerkönig Matthias Glarner. Zum Zungeschnalzen. Unter dem Motto «Jugend im Auf–Schwung» führt der Schwingklub Olten-Gösgen heuer ein Demonstrations-Schwinget für die Jugend durch.

Und weil die Gastregion jene von Meiringen-Hasliberg ist und der Schwingerkönig so etwas wie deren Repräsentant, ist seine Anwesenheit schon fast Selbstverständlichkeit. «So gings erstaunlich leicht, ihn zu gewinnen», räumt Zettel ein. Er hat die Ferienregion Berner Oberland übrigens ausgesucht, weil er «mal was mit Bergbahnen machen wollte», wie er so schön sagt.

Wie aber wärs mal mit New York, einer europäischen Grossstadt wie London, Paris oder Rom als MIO-Gast? «Das wäre durchaus denkbar», sagt Zettel. «Aber vorerst bleiben wir mal in der Schweiz.» Denn der Mann hat schon das kommende Jahr im Visier, aber er schweigt eisern dazu.