Olten

Die Minigolfer fühlen sich verschaukelt

Als Michael Lutz und Peter Arber (rechts) von der Minigolf Kleinholz AG im September 2013 die Petition zum Erhalt ihrer Anlage bei der Stadt Olten einreichten, waren sie noch guter Hoffnung.

Als Michael Lutz und Peter Arber (rechts) von der Minigolf Kleinholz AG im September 2013 die Petition zum Erhalt ihrer Anlage bei der Stadt Olten einreichten, waren sie noch guter Hoffnung.

Die Schliessung der Anlage im Kleinholz überschattete die GV des Minigolfclubs. Von der Stadt beziehungsweise der Sportpark Olten AG fühlt man sich verschaukelt.

Zwei Dinge waren an der 49. Generalversammlung des Minigolfclubs Olten (MCO) anders als an vorangehenden Veranstaltungen. Es gab abgesehen von der Ernennung von Kassier Martin Hug zum Ehrenmitglied wenig zu feiern und die Wortmeldungen waren viel zahlreicher als auch schon. Beides hing mit der Schliessung der Minigolfanlage im Kleinholz zusammen, welche den MCO zwingt, sein Wirken auf die Bahnen im Meierhof zu beschränken.

Ehrenpräsident Franz Lutz verschaffte seinem aufgestauten Frust Luft, indem er der Stadt vorwarf, jahrelang ein Interesse an der Minigolfanlage nur vorgespielt zu haben. Nie habe man realisiert, dass es letztlich um eine wertvolle Freizeitbeschäftigung für Familien gehe. «Nüchtern betrachtet hatte der Stadtrat nur einmal ein wirkliches Interesse, mit den Minigolfern zu kooperieren», sagte Präsident Peter Arber in seinem Jahresbericht, «nämlich 2014 vor der Abstimmung über die städtischen Betriebskostenbeiträge an die Sportpark Olten AG.»

Damals habe sich für die finanziell in Nöten befindliche Minigolf Kleinholz AG die Perspektive ergeben, dass die Betreiberin des Eisstadions im Rahmen des über vier Jahre laufenden Kredits (2015 bis 2018) auch den Minigolf-Freizeitpark führe. Mit dem Wunsch, dass nach einer zweijährigen Versuchsphase ein Kauf der Anlage durch die Sportpark Olten AG ernsthaft zur Diskussion stehe, ging die Minigolf Kleinholz AG einen Pachtvertrag ein. Sie verzichtete auf einen Pachtzins, dafür übernahm die Sportpark Olten AG sämtliche Unterhaltskosten.

Schwer verständliche Defizite

Die Minigolfer sind empört, dass der Versuchsbetrieb in ihren Augen ohne ernsthaftes Engagement geführt und ohne seriöse Auswertung abgebrochen wurde. Für sie ist unbegreiflich, dass sich die Stadt nicht mehr an die über zwei Jahre weiter laufende Leistungsvereinbarung halten will und als Mehrheitsaktionärin der Sportpark Olten AG ihren Einfluss geltend macht, dass der Pachtvertrag nicht verlängert wird.

Die als Begründung für den Übungsabbruch geltend gemachten Defizite in den Jahren 2015 und 2016 von gegen 30 000 Franken geben den Minigolfern Rätsel auf. Von der Eröffnung der Eternit- und Filzbahnen im Jahr 1995 bis 2009, als die städtischen Bauarbeiten im Zusammenhang mit der Süderschliessung des Eisstadions begannen, hatte die Minigolf Kleinholz AG nach eigenen Angaben kostendeckend gewirtschaftet.

Die Auswirkungen der Baustelle hatten den Umsatz um ein Drittel einbrechen lassen. Einen Grund für angeblich zu tiefe Erträge für die Sportpark Olten AG sehen die Minigolfer in den zu kurz angelegten Öffnungszeiten und bei den zwei wetterunabhängigen Ruhetagen pro Woche. Eine mögliche Ursache für zu hohe Aufwendungen ortete Franz Lutz an der GV darin, dass die Sportpark Olten AG wohl Verwaltungs- und Personalkosten im Übermass auf die Minigolfanlage überwälze.

Wie weiter nach dem Konkurs?

Die Minigolf Kleinholz AG kommt angesichts ihrer Überschuldung nicht darum herum, ihre Bilanz zu deponieren. Das Konkursamt wird danach mit der Anlage eine Lösung anstreben, damit die Gläubiger, darunter eine Bank mit einer Hypothek, bestmöglich auf ihre Rechnung kommen.

Peter Arber, der selber für einen neuen Outdoorbetrieb weiter kämpfen will, skizzierte an der GV mehrere Szenarien, darunter den Kauf der Anlage durch die Stadt oder einen anderen Bieter. Komplizieren könnte sich der Fall durch Entschädigungsforderungen und wenn das noch bis 2025 laufende Baurecht durch den Konkurs an die Stadt als Baurechtgeberin heimfallen würde.

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