«Otto» bedeutet beim Minigolf nichts Gutes. Denn «Otto» ist Italienisch und heisst 8. Aus der Zeit, in der das Spiel erst nach sieben erfolglosen Schlägen beendet war und dann eine «8» notiert wurde, hat sich der Begriff «Otto» umgangssprachlich als Bezeichnung für das grösste Missgeschick an einer Bahn bis heute gehalten, auch wenn inzwischen die 7 Punkte die Höchstzahl an einer Bahn sind. Minigolferlatein eben.

Der Strich ist gezogen

An seiner Sitzung am Mittwoch hat das Oltner Gemeindeparlament im Kampf um einen möglichen Fortbestand der Minigolfanlage im Kleinholz einen Hoffnungsschimmer an den Horizont gezaubert. Von einem Fall «Otto» jedenfalls wollte es nichts wissen. Die Anlage wird nicht aufgehoben, auch wenn deren Ende womöglich bloss aufgeschoben wird.

Das Postulat Christoph Fink (CVP/EVP/GLP-Fraktion) wollte den Stadtrat beauftragen zu prüfen, wie der Minigolfbetrieb im Kleinholz weitergeführt werden kann. Der Stadtrat seinerseits sah vor allem aus monetären Überlegungen keine Möglichkeit, die Minigolfanlage weiterzuführen. Deshalb seine Empfehlung ans Parlament: Das Postulat ist nicht erheblich zu erklären. Das Parlament widersetzte sich diesem Rat aber sehr deutlich. Mit 23 zu 12 Stimmen bei 0 Enthaltungen wurde der Vorstoss Fink für erheblich erklärt.

Breite Mehrheit für Fink

Im Vorfeld der Debatte hatte sich Fink noch eher skeptisch zu den Erfolgschancen seines Vorstosses geäussert. Aber: Hinter ihn stellten sich geschlossen die Fraktionen CVP/EVP/GLP, Olten jetzt!, die SP/Junge SP und die Grünen. Denn der Prüfungsauftrag an sich schien vielen einleuchtend, zumal sie mit der Argumentation Finks einiggingen. Der hatte nämlich im Verlauf der Debatte präzisierend erklärt: «Ich habe vom Stadtrat gar kein Geld gefordert.»

«Die Anlage gehört jetzt der Stadt, und bis zu einer neuen Nutzung des Geländes lässt sich der Betrieb sicher aufrechterhalten, vielleicht auch mit der Hilfe von Olten Tourismus», so Huguette Meyer Derungs (SP/Junge SP). Und auch Michael Neuenschwander (Grüne) machte sich für eine Übergangsnutzung im Sinne des Postulanten stark, obwohl er bekannte: «Minigolf steht bei uns nicht auf der Prioritätenliste.»

Ähnliches bemerkten auch Tobias Oetiker und Daniel Kissling (Olten jetzt!), während Doris Känzig (SVP) erklärte, die Fakten würden doch gegen eine Überweisung des Antrags sprechen. «Ein neuer Versuch ist mit Risiken behaftet und die sollten wir nicht eingehen.» Für eine unkomplizierte Zwischennutzung sprach sich auch Heinz Eng (FDP) aus, allerdings ohne dem Postulat befürwortend begegnen zu wollen. «Jede und jeder kann sich bei der Stadt melden, will er oder sie den Minigolfbetrieb auf Zeit aufrechterhalten will. Dazu brauchts das Postulat gar nicht.»

Hauch von Historienbewusstsein

Es mag beim Entscheid des Parlaments ein Hauch von historischem Bewusstsein mitgeschwungen haben. Der Entscheid fällt nämlich genau nach fünf Jahrzehnten Freiluftminigolf in Olten. 1968, da kam dieses in die Stadt. 14 Jahre hatte die Idee schliesslich gebraucht, um über den Gotthard zu gelangen, nachdem 1954 in Ascona die weltweit erste standardisierte Minigolfanlage ihren Betrieb aufgenommen hatte und dort auf gute Akzeptanz gestossen war. Droben im Kleinholz, dort wo jetzt die Siedlung Platanen steht, war die Anlage dann bis ins Jahr 1990 beheimatet, zog fünf Jahre später an ihren letzten Standort im Westen der Eishalle.

Ab 2009 allerdings gings mit den Erträgen bergab. Die Sportpark Olten AG sprang ein, führte den Betrieb durch die Krisenjahre 2015 und 2016, strich dann mangels personeller Ressourcen und geschäftlichem Krebsgang des Minigolfbetriebs die Segel. Das Ende vom Lied ist bekannt. Die Betreiberin der Anlage, die Minigolf Kleinholz AG ging in Konkurs, die Stadt als Baurechtgeberin kaufte alle Rechte für einen Franken und rund 2500 Franken an Gebühren zurück (wir berichteten). Vielleicht gerade deswegen ist das letzte Wort in Sachen Minigolf noch nicht gesprochen.