Am Freitag erhielten die Maturandinnen und Maturanden des Gymnasiums Olten an den Feiern im Hotel Arte und in der Kantonsschule ihre Maturzeugnisse. 142 traten zur Prüfung an und bis auf drei Schüler reüssierten alle. Vier Verantwortliche, nämlich Martin Zwimpfer, Katrin Hürzeler, Franziska Schumacher und Raphael Steger berichten hier von den verschiedenen Zeugnisübergaben.

Maturfeier Schwerpunkt Wirtschaft und Recht

Selina Hufschmid und Christian Schaad moderierten am Profil Wirtschaft und Recht durch die Feier, die in Anspielung auf den gegenwärtigen Umbau der Kantonsschule unter dem Motto «Baustelle Leben» stand. Konrektor Thomas Henzi nutzte einleitend die Gelegenheit, das Konzept der Gebäuderenovation vorzustellen. Die Kanti war anfangs der Siebzigerjahre im Stil des «Solothurner Brutalismus» gebaut worden. Dessen Grundidee, die am Bau verwendeten Materialien authentisch oder (im französischen Jargon der Moderne) «brut» zur Geltung kommen zu lassen, soll weiterhin prägend sein.

Preisträger W: Adrian Boss, 4aW links und Silvan Sgier, 4aW.

Preisträger W: Adrian Boss, 4aW links und Silvan Sgier, 4aW.

Festredner Andreas Müller, Physiklehrer der Maturklassen, verglich anschliessend das Leben der Gefeierten mit einer Baustelle. Er ermunterte dazu, Pläne zu entwickeln und umzusetzen. Gleichzeitig seien die zugrundeliegenden Hypothesen immer wieder zu überprüfen und allenfalls zu modifizieren. Wichtig sei es, schon zu Beginn auch Räume einzuplanen, die auf den ersten Blick nutzlos erscheinen könnten.

Die Zeugnisübergabe schliesslich war einerseits in bewegte und bewegende Bilder aus der gemeinsamen Zeit der Klassen und Lehrkräfte eingebettet, andererseits in berührende Gitarrenkompositionen von Michael Erni.

Maturfeier Schwerpunkt Sprachen und Literatur

Die gebührende Feier der zu Recht stolzen Maturandinnen und Maturanden des Schwerpunktes Sprachen und Literatur eröffnete Konrektor Thomas Henzi. Das anschliessende, musikalische Intermezzo von Nils Berger war einer der selbstgestalteten Beiträge der Maturi und Maturae. Die Metapher, verewigt an der Türe eines Schulzimmers, «Vom Himmel durch die Welt zur Hölle» bildete den roten Faden der Feier. Der Weg zum Himmel bleibe treppenlastig, merkte Konrektor Henzi, im Sinne eines Ratschlags fürs Leben, an.

PreisträgerInnen L: von links Caitlin Giroud, 4aL; Svea Burn, 4aL; Gianna Gurzeler, 4aL.

PreisträgerInnen L: von links Caitlin Giroud, 4aL; Svea Burn, 4aL; Gianna Gurzeler, 4aL.

Die diesjährige Maturrede hielt der 22-jährige Oltner Simon Muster, Gemeinderat und Präsident der Jungen SP der Region Olten. Vor drei Jahren hat er selber an der Kanti Olten die Matura gemacht. «Jedes Stück Wissen eröffnet einem eine neue Facette, die Welt wird vielschichtiger, bunter – und komplizierter» merkte der Philosophiestudent an.
Der Weg durch die Kanti zur Matur sei ein ständiges Durchrütteln der eigenen Weltsicht. «Wissen, das ist wie Freude: Man fragt auch nicht, weshalb willst du mehr Freude in deinem Leben?» Wissen zu vermehren sei Selbstzweck und genau das mache die Matura. Mit diesen feinsinnigen Worten berührte der junge Redner die Anwesenden, gratulierte den Maturandinnen und Maturanden zu ihrem Reifezeugnis und wünschte ihnen alles Gute auf ihrem weiteren Weg.

Maturfeier Schwerpunkt Musik und Bildnerisches Gestalten und Immersionsklasse

«Scharlachrot» sang der Chor der Klassen 4aM und 4iG zu Beginn der Feier und prägte damit die Stimmung des Anlasses: freudig, erwartungsvoll aber doch mit einem Quäntchen Melancholie. Konrektor Patrick Heller begrüsste alle Anwesenden, die noch Maturandinnen und Maturanden, ihre Angehörigen, Freundinnen und Freunde und Bildungsdirektor Remo Ankli. Im Foyer der Musikabteilung herrschte trotz der allgegenwärtigen Baustelle eine festliche Atmosphäre. In seiner Ansprache sinnierte Heller über die Frage nach dem Glück: Glück und Bildung, Glück und Freiheit. – Was heisst glücklich sein? Heisst glücklich nun happy oder lucky? Und augenzwinkernd erwähnte er, dass in ein paar Fällen doch eine Portion «Luck» zum Glück einer erfolgreichen Matur beigetragen habe. «Geniesst nun, was Ihr geleistet habt!» rät er, auch das bedeutet Glück.

Nach einem Quiz der 4iG, Szenen aus dem Schulzimmer und einer launigen Parodie auf Goethes Faust gestaltet die 4aM eine spritzige musikalische Collage des Schulalltags. Brigitte Käfferlein und Christine Krinn entliessen etwas wehmutsvoll ihre beiden Klassen.
Nach der Übergabe der Zeugnisse und Preise verabschiedeten sich die nun endlich Maturae und Maturi mit dem Song «Fly Me to the Moon».

Maturfeier Schwerpunkt Mathematik und Anwendungen der Physik

Der feierliche Anlass wurde durch die musikalischen Klänge der Klarinette der Schülerin Anna von Arx in Begleitung des Pianos eröffnet. Konrektor Patrick Heller begrüsste alle Anwesenden mit einigen Gedanken zur gezeigten Karikatur mit dem Schriftzug «Selber denken macht Spa….», eines der vier Themen des Maturaufsatzes, und Überlegungen wie «selber denken macht Freude, trotz Zeitalter der künstlichen Intelligenz». Anschliessend haben einige Maturae und Maturi der Klasse 4dN ihre Lehrpersonen mit witzigen Anekdoten verabschiedet.

Preisträger 4aN/4dN: Links Parzival Nussbaum, 4aN und Yanick Zengaffinen, 4aN.

Preisträger 4aN/4dN: Links Parzival Nussbaum, 4aN und Yanick Zengaffinen, 4aN.

Nach einem kurzen und äussert amüsanten Resümee über die Kantizeit durch Aleksandar Novoselac und einer musikalischen Erfrischung durch den Jazzfreikurs hielt Martin Klapper, pensionierter Informatikprofessor, eine Rede zum Thema «Aus einem Ende wird ein neuer Anfang». Ein neuer Lebensabschnitt beginne und viele Möglichkeiten stehen offen. Die Matur sei nicht ein Endpunkt, sondern ein Startpunkt in einen neuen Lebensabschnitt.
Nach der Rede wurden die besten Maturanden ausgezeichnet. Parzival Nussbaum räumte dabei gleich mehrere Preise ab. Zum Schluss wurden den beiden Klassen unter grossem Beifall die lang ersehnten Maturzeugnisse übergeben. Ein weiteres Jazzstück mit diversen Solos liess die Feier dann ausklingen.