Kaum in einem Auftritt fehlte sie am donnerstäglichen Schnitzelbankabend in Olten: Bea Heim, die Nationalrätin aus dem Niederamt. Nicht der Politik wegen, nein, sondern weil ihr Elektroauto vor einigen Wochen Feuer gefangen und schier einen Grossbrand ausgelöst hatte.

Die Nachtwächter wussten: «Kei Büecher me, kei Schuelusflüg, was lauft do nome chrumm? Spare muess die ganzi Stadt, Oute spart sich dumm. Spare ou ber Gschwindigkeit – mit 20 darfsch nor no fahre, spare duet au d’Bea Beim – heizt s’Huus mit ihrem Chaare.»

Gefühlt erreichte die Nationalrätin mit ihrem Schicksal eine deutlich häufigere Erwähnung als etwa der neue Stadtrat, der neue Stadtpräsident, die städtische Finanzkrise, die Affäre Schafer und die neue Begegnungs- und Langsamfahrzone.

Diese Themen waren im Vorfeld des Schnitzelbankabends effektiv am häufigsten erwartet worden, waren vermeintlich mit Zündstoff und Tragikomik ausgestattet. Und: Die Cliquen nutzen diese Themen auch; der Schnitzelbankjahrgang 2014 wird in Erinnerung bleiben, auch wenn er vielleicht nicht so abissig daherkam wie erwartet.

Auto- und Tempogeschichten

Überhaupt: Vor allem waren «Autogeschichten» angesagt, individuelle und allgemein gehaltene. Neben derjenigen Bea Heims fand auch Martin Weys Schicksal als «Raser» in der Tempo-20-Zone seinen Niederschlag.

«Mir fahre so schnell wie mir Wey» brachten die Höckeler das Vorkomnis zum Ausdruck. Und auch die Fasnatiker operierten mit prominenten Radaropfern aus dem Stadtrat (Wey und Savoldelli) und wussten in einem ihrer Verse: «Die letztschte Opfer – si zwee Seniore, während eme Renne mit ihren Rollatore.»

Ein natürlicher Dauerbrenner an jeder Fasnacht: Roger Lang, «Chöbu»- und auch «Chrüz»-Wirt. Warens letztes Jahr noch Bemerkungen zur Körperfülle des magistralen Beizers, so deuteten die Cliquen heuer an, sich allenfalls vor der Monokultur Langs zu fürchten.

«Am Lang si Arm wird immer länger. Dr Konkurränz wirds bang und bänger. Wet är no über d’Aare grad? De chunnt är unders – Flügelrad», prophezeite die Tannzapfe-Zunft. Auch die Hilarizunft hatte den Wirt auf ihrer Rechnung: «Chübu, Bädli, Chrüz oder National, d’Uswahl a Beize isch phänomenal.

Leue, Tiger, Mühli oder Bodega, jedi Beiz isch andersch, aber alli sind si mega. Doch öppis hei si gmeinsam, es git e Zämehang: Über churz oder lang ghöre all im Roger Lang.»

ERO – nur noch am Rande

Längst zum Alltag geworden ist die Umfahrung, die kaum noch Erwähnung fand und wenn – dann lediglich im erweiterten Kontext: Weniger die Entlastungsstrasse als vielmehr die Nutzung der Strassenbordflächen wurde noch zum Thema.

Die Hilari-Zunft: «Bim Umfahrigstunnel grast e Geissehärde. Der Geissbock het Höde, da chasch nidisch wärde. Alli Fraue z’Olten schwärme drum scho lang von dene chugelrunde Dinger dört am Hang. Au mini hucht is Ohr: Schätzli, bitte nid vergässe, muesch denn au no i d’Rötzmatt – go die gliche Chrüttli frässe.»

Die städtische Jahresbilanz führte dazu, dass verstärkt hiesige Themen aufs Tapet kamen. Betont überregional gab sich dagegen die Bazille-Zunft mit Obernaar Rolf em Dritte an der Spitze.

Das tat der Darbietung aber keinen Abbruch. Mit Sepp Blatter oder dem englischen Königshaus als Themen etwa lag die Gruppe im Trend. Neben den Versen gilt die Aufmerksamkeit jeweils auch dem Outfit der Cliquen. Speziell «gut im Tuch» zeigten sich die Säli-Zunft, die Rätschwyber und auch die Fröscheweid-Gang, die mit ihrer Muppetshow viel Abwechslung in die Schützi brachte.

D'Fuko esch schold am leere Oltner Finanz-Topf Am Naarestopf - e Böllerschoss grad neb sim Chopf Set dem Vorfall heig er - döit der Zingg nömm störe D'Gwönn-Warnig vo der Alpiq - gar nömm chönne ghöre Tannzapfe-Zunft Die Stadt isch schiints e Bildigsstadt Ond dank em Kabarett souglatt Ou sportlech chömmer öppis biete Nur im Rächne - simmer Niete!

Säli-Zunft

D'Fuko esch schold am leere Oltner Finanz-Topf Am Naarestopf - e Böllerschoss grad neb sim Chopf Set dem Vorfall heig er - döit der Zingg nömm störe D'Gwönn-Warnig vo der Alpiq - gar nömm chönne ghöre Tannzapfe-Zunft Die Stadt isch schiints e Bildigsstadt Ond dank em Kabarett souglatt Ou sportlech chömmer öppis biete Nur im Rächne - simmer Niete!    

Uneingeschränkte Könige des Abends aber waren – die Banausen. Auf den Punkt gebrachter Gesang, spitzige, aber nicht nur überspitzte Verse, perfekte charakteristische Kostümierung und ein ebensolches Auftreten ohne aufgesetzt wirkendes Brimborium und überbordende Infrastruktur gehören zu den untrüglichen Markenzeichen dieser Combo, die ungeniert als regelrechter Publikumsliebling bezeichnet werden kann und als solcher in die Fasnachtsannalen 2014 eingehen wird.

S'Trudy Wey - gseht dass dr Martin z'Nacht im Bett A sim Po - jetz e Tätowierig het. Wieso, frogt sie dr Martin konschterniert Hesch du dört es Oltner Wappe tätowiert? S'het Symbolcharakter seit er barsch - s'bedütet nämlich: Olte isch am Arsch.

Banause-Zunft

S'Trudy Wey - gseht dass dr Martin z'Nacht im Bett A sim Po - jetz e Tätowierig het. Wieso, frogt sie dr Martin konschterniert Hesch du dört es Oltner Wappe tätowiert? S'het Symbolcharakter seit er barsch - s'bedütet nämlich: Olte isch am Arsch.  

Mis Grosi rappt sit neuschtem und treit ängi Hose Postet uf Twitter und tuet luti Musig lose Si fühlt sich wieder jung und tuet Grafiti mole Sit si in Olte z'Fuess / cha Auto überhole

Altstadt-Zunft

Mis Grosi rappt sit neuschtem und treit ängi Hose Postet uf Twitter und tuet luti Musig lose Si fühlt sich wieder jung und tuet Grafiti mole Sit si in Olte z'Fuess / cha Auto überhole