Olten
Die Läufer waren am 26. Oltner Zweistundenlauf in ihrem Element

Rote Gesichter und verschwitzte Sportkleidung prägten am vergangenen Samstag das Oltner Stadtbild: Am 26. Oltner Zweistundenlauf gaben die Läufer alles: Und dies für einen guten Zweck. Kein Wunder hatten einige von ihnen am Ende keine Puste mehr.

Anja Lanter
Merken
Drucken
Teilen
Auch Walker kamen nicht zu kurz.

Auch Walker kamen nicht zu kurz.

Bruno Kissling

Schwitzen, schnaufen, keuchen, rennen, walken und weiterkämpfen. Trotz dieser Anstrengungen, die dem ein oder anderen die Röte ins Gesicht und den Schweiss aus den Poren trieben, haben die Läufer und Läuferinnen des 26. Oltner Zweistundenlaufs aber keineswegs ihr Lachen verloren. Am Samstag schlüpften satte 415 Personen in ihre Turnschuhe, um die 1,8 Kilometer lange Strecke in Angriff zu nehmen und möglichst viele Runden zu absolvieren. Egal ob schon in die Jahre gekommen oder gerade erst Laufen gelernt: Beinahe jede Altersgruppe war am Lauf vertreten.

Neuer OK – Präsident

Stolze 52'173 Franken wurden in diesen zwei Stunden sprichwörtlich erlaufen. Wie jedes Jahr landet das Geld nicht im eigenen Portemonnaie, sondern wird gespendet. Neu war jedoch die Besetzung des OK- Präsidiums: Heuer konnte Thomas Jäggi als neuer OK-Präsident Premiere feiern. Sein Vorgänger Emile Stricker legte sein Amt 2012 nieder und übergab Jäggi das Zepter.

«Es gab extrem viel zu organisieren. Das Team arbeitete jedoch sehr eigenständig, was für mich eine immense Erleichterung bedeutete. Trotzdem kostete das Einlesen viel Aufwand. Nichtsdestotrotz bereitete mir das Ganze grossen Spass», beschrieb Jäggi die Vorbereitungsphase.

Bei einem Wechsel bestünde die Gefahr, dass die Leute, wie Sponsoren oder auch OK-Mitglieder, abspringen würden. «Ich war deswegen darum bemüht, das ganze Team zusammenzuhalten.» Sein Ziel sei es gewesen, den Läufern und auch Sponsoren einen tollen Anlass zu bieten, damit diese sich gerne daran erinnern würden.

Ready, steady, go!

Um exakt drei Uhr war es dann so weit: Die Solothurner Kantonsratspräsidentin Susanne Schaffner gab den Startschuss und stürzte sich auch selbst mit ins Getümmel. «Obwohl die Bürokollegen an meinem angestrebten Ziel zweifeln, denke ich, dass ich mehr als sechs Kilometer machen werde.» Und schon kurz darauf nahmen die Teilnehmer die erste Runde in Angriff. Zwei Drittel des diesjährigen Erlöses kommen dem Kiwanis Club Olten für sein Projekt «Eliminate» zugute. Auch Jäggi ist Mitglied dieser Organisation, welche den Zweistundenlauf seit letztem Jahr durchführt.

2015 werden die Kiwaner weltweit ihren 100. Geburtstag feiern. Anstatt sich selbst zu beschenken, haben sie das oben genannte Projekt ins Leben gerufen: Mütterlicher und frühkindlicher Tetanus soll von der Erde eliminiert werden. Auch der Oltner Ableger beteiligt sich daran und möchte bis 2015 1,3 Millionen Franken gesammelt haben. «Wir möchten in zwei Jahren in der Lage sein, 2.7 Millionen Tetanusspritzen für werdende Mütter finanzieren zu können.» Die Kiwanis Clubs arbeiten eng mit dem Kinderhilfswerk Unicef zusammen, welches für die Ausführung der Massnahmen verantwortlich ist.

Musikalischer Hochgenuss

Am Lauf vertreten war unter anderem auch die Pfadi Olten, welche selbst ein Team am Start hatte und mit Risotto und Würsten die hungrigen Mägen ruhig stellte. Als Gruppe war es ihnen erlaubt, ein Drittel des verdienten Geldes für eigene Zwecke zu verwenden. «Das Geld wird für Lager eingesetzt», so ein Pfadimitglied.
Doch nicht nur hungrigen Mäulern, sondern auch Musikbegeisterten wurde einiges geboten: Die Band Woodbees heizte den Anwesenden mit Klassikern von Jimi Hendrix, Eagles oder Rolling Stones kräftig ein.

Auch das Cultibo war vertreten, erhält das Begegnungszentrum doch ein Drittel der eingespülten Geldsumme. «Wir werden das Geld für die Erneuerung unserer viel zu kleinen Küche gebrauchen. Wir benötigten eine Infrastruktur für 50 Leute aufgrund unseres angebotenen Mittagstisches. Leider sind wir schon bei 20 Leuten am Limit», so der Leiter Peter Hruza.

Aus diesem Grund war auch Regierungsrat Peter Gomm als Läufer am Start: «Ich nehme vor allem deswegen Teil, weil ein Batzen ans Cultibo geht.» Mit seinen neun Runden leistete Gomm durchaus einen namhaften Beitrag dazu.

Und auch seine Kollegin Susanne Schaffner musste sich nicht verstecken: Mit ihren 10 Runden bewies sie einen langen Schnauf. 5643 Kilometer insgesamt wurden in diesen zwei Stunden gerannt. Kein Wunder also, dass die Läufer mit verschwitzten Gesichtern in die Zielgerade einliefen.

Als die Woodbees «Smoke on the water» ins Mikrofon schmetterten, spornten sie die Läufer und Läuferinnen an, in den letzten Minuten die noch übrigen Kraftreserven aufzubrauchen. Und tatsächlich: Niemandem musste Beine gemacht werden.