Einmal kam das Fernsehen schon morgens um zwanzig nach sechs. Karin Hengartner war gerade dabei, für ihre Kinder zum Frühstück Rösti mit Spiegeleiern zu braten. Abends um acht machten sich der Kameramann, der Tonmann und die Redaktorin dann wieder auf den Weg. Zwischen Montag, den 4. September und Samstag, den 9. September war das SRF-Team fast ununterbrochen auf dem Ruttigerhof von Karin und Philipp Hengartner und ihren sechs Kindern anwesend.

Die Hunde im Fokus

«Unser Alltag wurde in dieser Zeit ganz schön aufgewirbelt», sagt Hengartner lachend. Die 42-Jährige ist eine von sieben Frauen, die in der 11. Staffel der SRF-Sendung «Landfrauenküche» mitgewirkt haben. Sieben Bäuerinnen aus sieben Kantonen der Schweiz bekochen sich dabei und werden von den anderen Frauen für ihre Gerichte benotet. Die Folge, in der Karin Hengartner Einblick in ihr Leben und ihr Kochen gibt, wird am 27. Oktober ausgestrahlt.

Auch Hengartners werden den Beitrag dann zum ersten Mal sehen. «Sie haben uns gefragt, was wir nicht zeigen wollen und was unbedingt gefilmt werden soll», sagt Karin Hengartner. So wäre sie nie auf den Traktor gestiegen oder hätte Kühe gemelkt. «Das mache ich ja sonst auch nicht», sagt sie. Denn um die Schweine, Milchkühe und Hühner kümmert sich ihr Mann Philipp.

Sie ist für den Haushalt, die Kinder und die Meerschweinchen und Kaninchen zuständig. Ausserdem näht sie Kinderkleider. Und, ganz wichtig: «Die Hunde kommen viel vor.» Die Hunde sind schon beim Eintreten ins Hengartnersche Bauernhaus nicht zu übersehen und -hören.

Mehrere Grosse Schweizer Sennenhunde tummeln sich im Eingangsbereich hinter einem Gitter, das sie vom Wohnraum und der Küche abgrenzt. Karin Hengartner züchtet sie seit zehn Jahren. Sie geben ihr viel zu tun. Manche von ihnen hütet sie nur über die Ferien. Auch die einige Wochen alten Welpen, die draussen neben dem Haus herumtollen, bannte das SRF auf Film.

Nach dem Dreh: regenerieren

«Ich habe mich aus Neugier einfach mal angemeldet», erklärt Karin Hengartner. Aber sie hätte nie gedacht, dass sie aus den vielen Bewerberinnen ausgewählt würde. Als das SRF sie und ihre Familie dann sechs Tage lang begleitete, gelang es ihr gut, die Kamera auszublenden. «Ich stellte es mir schwieriger vor. Aber ich gab mich einfach, wie ich auch sonst bin.»

Wobei es dann auch mal zwei Stunden dauerte, bis der Kameramann das Füttern der Meerschweinchen im Kasten hatte. «Nach der Drehwoche brauchte ich anderthalb Wochen, um mich zu regenerieren», sagt Karin Hengartner. Aber missen möchte sie die Erfahrung nicht.

Intensive sieben Wochen

Besonders der sechs anderen Frauen wegen habe sich das Mitmachen gelohnt. «Wir haben mehr gelacht als was anderes», sagt sie. Die sieben aufeinanderfolgenden Wochenenden, an denen sie sich bei einer von ihnen zu Hause trafen, seien sehr intensiv gewesen. Zwischen den Frauen im Alter von 33 bis 54, alles ganz verschiedene Typen, seien Freundschaften entstanden. Konkurrenzdenken habe es keines gegeben.

Interessant sei es auch gewesen, die Frauen in den verschiedenen Kantonen zu besuchen – Bern, Luzern, Neuenburg, Appenzell-Ausserrhoden, Graubünden und Nidwalden. Das Reisefieber habe sie richtiggehend gepackt.

Aber was hat Karin Hengartner den anderen Landfrauen denn nun vorgesetzt? «Was ich gekocht habe, darf ich nicht verraten», sagt sie lachend. Aber ihr Menü sei bodenständig gewesen, aus Produkten vom eigenen Hof und aus der Region.

Und da sie für die Zubereitung sehr viel Zeit hatte, seien ihr die Gerichte noch nie so gut gelungen. «Ich war sehr zufrieden. Aber es hat bei allen Frauen sehr gut geschmeckt.» Zum Besichtigen der Höfe habe leider meist die Zeit gefehlt, sagt Hengartner. «Aber wir wollen uns alle wieder treffen.»

Wer sich den Migros-Gutschein über mehrere tausend Franken erkocht hat, weiss noch keine der Kandidatinnen. Auch Karin Hengartner erfährt es erst in der Finalsendung am 11. November.