Sie kommen wieder, die kreativen Köpfe mit ihren schmucken Koffern. Morgen Samstag von 10 bis 16 Uhr belagern sie beim Oltner Koffermarkt die alte Holzbrücke und lüften das Geheimnis ihres Koffers. Sie stellen darin ihre handgemachten Produkte aus.

Nicht weniger als 70 Ausstellende zumeist aus der näheren Region, aber auch aus Lausanne, St. Gallen oder etwa Deutschland sind bei der zweiten Ausgabe des Koffermarktes in der Dreitannenstadt mit von der Partie. «Wir über 100 Bewerbungen und mussten deshalb Einigen eine Absage erteilen», sagt Doris Meister, die mit Tanja Klay und Petra Tassile die Fäden beim Oltner Koffermarkt in den Händen hält.

Weshalb der Koffermarkt eine derart grosse Anziehungskraft ausstrahlt, können die Organisatorinnen nur mutmassen. «Der Koffermarkt ist wohl die ideale Plattform für kreative Leute, die nicht professionell arbeiten, ihre Produkte aber dennoch gerne präsentieren einer breiten Öffentlichkeit zeigen möchten», sagt Meister. «Bei uns stellen etwa Mütter aus, die sich abends um 22 Uhr an die Nähmaschine oder morgens um 5 Uhr an die Töpferscheibe setzen», ergänzt Tanja Klay.

Aufgepimpter Koffer als Bijou

Klay gehört der kreativen Fraktion an. Fotografien mit dem iPhone sind ihr Spezialgebiet. Die eigens kreierten Faltkarten wird sie wie auch schon bei der Premiere des Koffermarktes im Oktober 2013 in einem alten, aufgepimpten Koffer, den sie in der Brockenstube entdeckt hat.

Drei Regalteile hat sie in den Deckel integriert, sodass die Fotografie-Karten bestmöglich zur Geltung kommen. «Die Koffer der Ausstellenden sind in den meisten Fällen richtige Schmuckstücke», sagt die Oltnerin Klay. Dass die selbst angefertigten Produkte in einem Koffer ausgestellt werden müssen, geben die Regeln des Koffermarktes vor.

«Überwältigende» Premiere 2013

Eine weitere Regel besagt, dass nur hinter dem Koffer stehen und verkaufen darf, wer die Produkte auch selber gefertigt hat. Denn der Austausch zwischen Künstler und Marktgänger steht im Zentrum. «Das ist gerade das Tolle daran», sagt Klay. «So kann beispielsweise eine Ausstellende ihren Traubensaft persönlich anpreisen. Und die Geschichte, wie sie durch ein Erbe an einen Rebberg kam, direkt dazu liefern.»

Beim Koffermarkt geht es nicht nur um den Verkauf, sondern auch um spannende Begegnungen.

Eine solche Begegnung hatte für die Egerkingerin Petra Tassile einen schönen Auftrag zur Folge. Die Mitorganisatorin konnte mit ihren «allerlei Dinge, die glücklich machen» beim Koffermarkt im Oktober eine Geschäftsfrau begeistern. Diese bestellte in der Folge bei Tassile 50 der speziellen Zündholzschachteln, die sie ihrer Kundschaft als Weihnachtsgeschenk versenden konnte.

Überhaupt war die Premiere des Koffermarktes ein voller Erfolg. Überwältigend fanden die drei Organisatorinnen den Besucheraufmarsch im Oktober 2013. Damals konnten sich die drei Powerfrauen, die jeweils zig Stunden in die Vorbereitungen des Koffermarktes investieren, auf einen Zustupf von Gewerbe Olten stützen.

Heuer bei der Zweitausgabe müssen sie finanziell auf eigenen Beinen stehen. Gerade auch für die Beleuchtung auf der alten Brücke müssen die Organisatorinnen tief in die Koffermarkt-Kasse greifen. «Für die Zukunft wollen wir deshalb im Bereich Sponsoring tätig werden», sagt Doris Meister, die in dem Trio streng über die Finanzen wacht. «Wir wollen nicht drauflegen. Und am Ende sollte Geld für ein schönes Abendessen übrig bleiben, dann sind wir zufrieden.»

Klar ist, dass es im Sommer Koffermarkt Nummer drei geben wird: Die drei Organisatorinnen haben den 21. Juni bereits festgelegt und dick in der Agenda eingetragen.