Olten

Die Kommandanten – sie kommen und gehen

Mark Haggenmüller und Sven Wagner

Mark Haggenmüller und Sven Wagner

Die Direktion Sicherheit hat sich mit Führungswechseln bei den Oltner Kommandanten zu beschäftigen – «Kein Problem» tönts aus dem Stadthaus.

Der städtische Polizeikommandant Mark Haggenmüller geht nach gut vier Amtsjahren, der städtische Feuerwehrkommandant Sven Wagner sogar schon nach deren drei: Ist da nicht die Kontinuität in der Direktion Öffentliche Sicherheit infrage gestellt? Für Stadtschreiber Markus Dietler an sich kein Problem: «Mark Haggenmüller etwa war bei seiner Verpflichtung 35-jährig. Da liegt es auch in der Natur der Sache, dass sich eine Fachkraft nach einer gewissen Zeit auch nach einer neuen Herausforderung umsieht.» Die Affinität des Polizeikommandanten zu militärischen Fragen und Geschäften sei offensichtlich gewesen, dessen Entscheid nach einer Neuorientierung auch nicht verwunderlich, so der Stadtschreiber weiter. Im Übrigen sei die Reorganisation der Stadtpolizei so weit abgeschlossen, dass der Betrieb auch personenunabhängig funktioniere.

Diese Ansicht teilt auch der auf Ende Oktober scheidende Kommandant. Die Neuorganisation sei im vergangenen Jahr angegangen worden, die Konsolidierung der Abläufe und Strukturen im Wesentlichen abgeschlossen. «Natürlich arbeiten wir noch am Feintuning», sagt Mark Haggenmüller. Aber die Organisation funktioniere logischerweise nicht personen-, sondern strukturbezogen. «Diesbezüglich mache ich mir keine Sorgen», so Haggenmüller weiter.

Nichts mit Querelen zu tun

«Es war hinter vorgehaltener Hand immer die Rede davon, dass der Haggenmüller bloss kurz in Olten bleibt und die Position des Kommandanten als Sprungbrett nutzt», sagt der Kommandant lachend. Nun seien es gut vier Jahre geworden. Dass die immer wieder kolportierten Querelen im städtischen Korps seinen Entscheid beeinflusst oder gar beschleunigt hätten, weist er klar von sich. «Nein, meine Neuorientierung hat nichts mit dem Personal zu tun.» Schwierige Mitarbeitende immer wieder auszurichten und mit Personalfluktuationen umzugehen sei nicht nur in Blaulichtorganisationen eine immerwährende Aufgabe von Vorgesetzten. «Insofern bin ich froh um den Erfahrungsschatz, den ich mir als Polizeikommandant in Olten erwerben konnte», so der Kommandant weiter. In der Armee, in die er nun als Chef Operation Militärische Sicherheit zurückkehrt, wäre dies nicht möglich gewesen.

Die neue Aufgabe ist übrigens an Haggenmüller herangetragen worden. Der Drang des 39-Jährigen nach Neuem setzte sich durch, «obwohl ich die Zusammenarbeit auf politischer wie auf administrativer Ebene als ausgezeichnet empfand», wie sich Haggenmüller ausdrückt. «Natürlich empfindet die Volksseele einen frühzeitigen Abgang in der Regel auch ein bisschen als Verrat an der Organisation selbst» weiss der Kommandant. Aber das rühre daher, dass die Aussenstehenden das Funktionieren einer Organisation mit bekannten Gesichtern verbinden würden. Diese Erfahrung habe er in seinen Oltner Anfangszeiten gemacht. Haggenmüller erinnert sich, als «Wandelnde Klagemauer» unterwegs gewesen zu sein, der die Bevölkerung alle Sicherheitssorgen und -probleme anvertraut. «Das war zu Beginn meiner Amtszeit belastend», meint er. Man müsse dabei lernen, dass die Klagen funktions- und nicht personenbezogen zu verstehen seien.

Vielleicht nicht gerade jetzt

Als ebenfalls unproblematisch wertet der Leiter Direktion Öffentliche Sicherheit, Franco Giori, den Abgang Haggenmüllers, auch wenn er gerne noch ein, zwei Jahre mit dem Luzerner zusammengearbeitet hätte. «Aber die Strukturen sind konsolidiert, die Stadtpolizei ist gut aufgestellt, die Erfahrungen aus der Neuausrichtung ausgewertet», so Giori, der gleiches auch von der städtischen Feuerwehr nach dem angekündigten Abgang von Sven Wagner (wir berichteten) sagt. Auch für die zuständige Stadträtin Iris Schelbert-Widmer kam Haggenmüllers Kündigung nicht überraschend. «Der Kommandant ist ein ‹Macher›», sagt sie, habe in Olten ganze Arbeit geleistet und hinterlasse ein gut aufgestelltes Korps. «Nur schon der Blick auf die unbesetzten Stellen verrät seine konsequente Arbeit; bis auf eine Vakanz sind alle Stellen besetzt», so Iris Schelbert. Das sei auch schon anders gewesen. Auch für sie ist klar: eine hoch qualifizierte Fachkraft im Alter Haggenmüllers strebt nach neuen Herausforderungen.

Der Stadtrat hat Haggenmüllers Kündigung per Ende Oktober genehmigt. «Die Exekutive wird über die künftige Strategie der Kommandoneubesetzung zu beraten haben», meint Dietler. Das sei bislang nicht geschehen, weil die Exekutive noch nicht komplett aus der Sommerpause zurückgekehrt sei.

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