Die 14-köpfige, ziemlich wilde Mädchenbande mit einem Buben präsentierten ein Stück über Schilda, die Stadt der Superlative. Die Kinder zwischen 7 und 12 Jahren wagten sich ans Absurde heran. In dieser Stadt leben unter anderen die schönsten Menschen, die stärkste Schmiedin, die beste Bürgermeisterin und ihr eifersüchtiger Bürgermeister, die freundlichsten Polizistinnen, welche ganz anständig fragen: «Wänd Sie e Buess?», worauf die schlaueste Bäuerin freudig sagt: «Jo gärn.» Dennoch schafften es die Schildbürgerinnen und ihr Möchtegernbürgermeister, ein Rathaus ohne Fenster zu bauen. Es folgt ein energiereiches Abenteuer mit lustvollen Umwegen und Nebengeschichten, witzigen Überraschungen und überraschender Schlusspointe mit ansteckender Spielfreude gewürzt.

Die Jugendlichen zwischen 13 und 16 Jahren liessen sich hingegen von der Langeweile und Langsamkeit herausfordern. Robert telefoniert mit Moses, Lukas, Johannes und Abraham, und verbindet. Unaufgeregt freundlich. Derweil vereinzelt Mensch eintrudelt, traurig, wütend, enttäuscht, ängstlich, zufrieden oder entspannt. Was sie verbindet: Sie alle sind tot. Nur Robert vermutlich nicht. Sie warten im Vorzimmer vor dem, was auch immer noch kommt. Sie zweifeln, hadern, hoffen, halten Rückblenden und quälen sich mit der sich ins Unendliche dehnenden Langeweile.

An der Frage, was danach noch kommt, scheiden sich die Geister. Ist es die Reinkarnation, ein schwarzes Loch? Himmel und Hölle ernten heftigen Widerspruch. Da es keine guten und schlechten Menschen gäbe, seien Himmel und Hölle sinnlos. Das Spiel mit der Langsamkeit ist gewagt, der Grat ist dünn. Eine Durchsage setzt dem schier ewigen Warten vor der Ewigkeit ein Ende. Die Wartenden werden gebeten, sich zur nächsten Dimension zu begeben. Das Ende bleibt offen. Nur Robert scheint zu wissen, was die andern erwartet. «Die hei’s guet», sagt er. Hoffen wir es.

Beide Theaterkurse besuchten Kinder und Jugendliche, die bereits mehrmals dabei waren. Die Kurse wurden unter der inzwischen bewährten Leitung der Theaterpädagoginnen Simone Wyss, Sonja Hartmann und ihrem Berufskollegen Till Burkart angeboten. Die Verantwortlichen von Theater JUcKT freuen sich, dass die nachfolgenden Kurse unter derselben Leitungen stattfinden werden. Diese starten im Februar 2019.