Olten
Die Kirchgasse als Märetplatz ist keine Alternative für Oltner Sicherheits-Direktion

Die Messe in Olten verunmöglicht heuer die Durchführung des samstäglichen Bifangmarkts. Die Kirchgasse als Alternative kommt aber nicht infrage, sagt die Direktion Sicherheit. Das passt nicht allen.

Urs Huber
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Am MIO-Wochenende fällt der Bifangmarkt aus; nächstes Jahr soll er in die Messe integriert werden.

Am MIO-Wochenende fällt der Bifangmarkt aus; nächstes Jahr soll er in die Messe integriert werden.

Bruno Kissling

Üblicherweise findet der Bifangmarkt am MIO-Wochenende eben nicht auf der Bifangstrasse statt, sondern auf der Engelbergstrasse beziehungsweise auf dem Krummackerweg. Aber heuer ist alles anders: Das Messegelände ist grösser geworden, sodass sich die Engelbergstrasse nicht mehr als Märetplatz anbietet. Und der Krummackerweg ist – zumindest bei den Marktfahrern – wenig beliebt, wie eine Umfrage der Gewerbepolizei ans Tageslicht brachte. Lediglich ihrer vier wollten heuer dort ihre Ware feilhalten; andere schlugen als Ausweichszenario die Kirchgasse vor.

Für die Direktion Sicherheit der Stadt allerdings war dies wiederum keine Alternative. Aus politischen Gründen wies heisst. So wurde der Markt auf der rechten Aareseite am MIO-Samstag gestrichen; gekoppelt aber mit der festen Absicht, diesen im kommenden Jahr als Bestandteil der Messe in Olten zu präsentieren. «Der Umstand, dass nur wenige Marktfahrer am Krummackerweg ihre Stände aufstellen wollten, hat schliesslich zum aktuellen Entscheid geführt», so Sicherheitsdirektorin Iris Schelbert. Infrastrukturmässig wäre die Nutzung des Wegs etwas abseits des Zentrums gelegen zwar aufwendiger geworden, aber durchaus machbar gewesen, schiebt sie hinterher.

Was sauer aufstösst

Die Tatsache aber, dass die Stadtverantwortlichen die Alternative der Kirchgasse nicht ins Auge fassten, stösst doch einigen Oltnerinnen und Oltnern – bezeichnenderweise vornehmlich solchen auf der linken Stadtseite, sauer auf. Ob die Befürchtung «einmal Kirchgasse – immer Kirchgasse» den Entscheid der Direktion Sicherheit beeinflusst hat? Iris Schelbert: «Es ist uns durchaus bewusst, dass die Märkte der beiden Stadtseiten ihren eigenen Charakter haben, ja ihre eigene Kultur pflegen.» Insofern seien die Anlässe vom Cachet her kaum miteinander zu vergleichen. Allein schon deshalb habe die Direktion von einem Markttransfer abgesehen. Und keinesfalls habe man präjudizierend vorgehen und die linke Stadtseite ins städtische Marktlicht rücken wollen, so Iris Schelbert.

Obwohl den Offiziellen immer wieder die Botschaft zugetragen wird, die Marktatmosphäre auf der Kirchgasse wirke jetzt so charmant wie die eines französischen Landstädtchens. Der Bifangmarkt sei, so die Sicherheitsdirektorin, eine eigenständige Institution, die nicht einfach disloziert werden könne, wenns an Platz mangle. «Es gibt auf der linken Stadtseite immer Stimmen, welche das scheinbare Ungleichgewicht zwischen dem Schönen und dem weniger Schönen auf den beiden Stadtseiten betonen.» Und diese Stimmen zu bedienen, sei nicht im Sinne der Sicherheitsdirektion.