«Stimmen Sie der Abstimmungsvorlage zum Kiesabbaukonzept Gemeinde Fulenbach zu?» Über diese Frage hatte der Fulenbacher Souverän gestern Sonntag an der Urne zu befinden. Und – er hat Ja gesagt. Doch eher überraschend klar.

404 Ja-Stimmen (55,12 Prozent) standen 329 Nein-Stimmen (44,88 Prozent) gegenüber. Und dies bei einer Stimmbeteiligung von recht hohen 57,34 Prozent. 11 Stimmen waren ungültig, deren 5 leer. Damit haben die politischen Beobachter im Dorf recht behalten. Sie sagten zwar einen Sieg der Befürworter voraus, allerdings mit knappem Vorsprung.

«Eine Riesenchance»

Für Gemeindepräsident Thomas Blum eröffnet das Abstimmungsresultat eine Riesenchance, wie er auf Anfrage gegenüber dieser Zeitung erklärte. «Der Entscheid beziehungsweise der damit verbundene Erlös aus dem Kiesverkauf gibt der Gemeinde Fulenbach Spielraum für die künftige Entwicklung.»

Für die Gemeinderatssitzung von kommendem Mittwoch sind die Abstimmungsanalyse und das weitere Vorgehen traktandiert. «Es ist klar: Wir werden im Rat die Nein-Stimmen in dieser Angelegenheit auf jeden Fall würdigen», gibt Blum zu verstehen. In welcher Form dies konkret geschehen wird, steht derzeit noch nicht fest. Blum: «Es wird sicher im Rahmen der weiterführenden Nutzungsplanung geschehen.»

In 20 Jahren soll’s losgehen

Damit steht dem Kiesabbau im sogenannten Dreiangel, im Grenzgebiet zu Boningen und Härkingen nichts mehr im Weg, unter Vorbehalt allfälliger Abstimmungsbeschwerden. Der Abbau soll etappenweise in den Jahren 2038 bis 2046 erfolgen.

Um den Kies abbauen zu können, muss eine Waldfläche von rund 188'000 m2 gerodet werden. Ein Teil der aus dem Abbau zu erwartenden Gelder (rund 12 Millionen Franken) ist für die anschliessende Wiederaufforstung vorgesehen. Zwischenzeitlich wird von nicht bestätigten rund 2 bis 3 Millionen Franken ausgegangen.

Gegen die Abholzung des Waldes hatte sich an der Budgetgemeindeversammlung vom 4. Dezember 2018 Opposition formiert. Sie führte sozioökologische Gründe an, die gegen einen Kiesabbau sprechen würden. Die Gemeindeversammlung befand damals, die Frage an der Urne zu klären.