Olten
Die katholische Kirche Olten strebt das Umweltlabel «Grüner Güggel» an

Das Umweltteam und die Pastoralraumleitung der katholischen Kirche Olten luden am Dienstag zu einem Informationsabend ein. An der öffentlichen Veranstaltung stellten sie das Umweltlabel «Grüner Güggel» vor. Bis 2020 wolle man die Zertifizierung erhalten.

Urs Amacher
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Kirchliche Gebäude bergen ein hohes Potenzial an energetisch wirksamen Massnahmen; hier die Oltner Marienkirche.

Kirchliche Gebäude bergen ein hohes Potenzial an energetisch wirksamen Massnahmen; hier die Oltner Marienkirche.

Bruno Kissling

Damit die katholische Kirchgemeinde Olten mit dem Ökolabel zertifiziert werden, ist geplant, ein ganzheitliches Umweltmanagement einzuführen. Als Moderator durch den Abend führte der Leiter des Oltner Umweltteams, Wolfgang von Arx. Er ist optimistisch, den «Grünen Güggel» im nächsten Jahr zum Krähen zu bringen und die Zertifizierung 2020 zu erreichen.

Zehn Schritte führen zum Ziel

Der Umweltberater und Theologe Andreas Frei von der Zürcher Firma Naska zeigte die zehn Schritte zur Einführung des Umweltmanagements auf. Ziel ist, den ökologischen Fussabdruck zu verringern. Der Weg beginnt mit einer Bestandsaufnahme, um den Ist-Zustand festzustellen und zu schauen, was man verbessern müsste. Anschliessend gilt es, die Massnahmen aufzulisten und nach und nach umzusetzen. Dabei geht es nicht nur um Energieeffizienz und Ressourcenschonung, sondern auch um Arbeitssicherheit und naturnahe Umgebung. Zudem liegt auf der Hand, dass immer auch Betriebskosten gesenkt werden können. Frei erwähnte ein Beispiel wie mit kleinen Eingriffen 15 Prozent Energie gespart werden kann.

Wolfgang von Arx ergänzte, man habe Stufe acht erreicht; der aktuelle Zustand sei erfasst und bewertet, so dass das Umweltteam den Umweltbericht erarbeitet werden konnte. Darin sind 54 Massnahmen aufgeführt. Nun erfolgt noch das interne Audit, der Kirchenrat wird dazu Stellung nehmen. Die Trägerorganisation des Labels«Grüner-Güggel» nimmt nach erfolgreicher Prüfung schliesslich die Zertifizierung vor.

Gaby Zimmermann aus Romanshorn und Jürg Zehnder aus Köniz berichteten von ihren Erfahrungen. Die zwei Gemeinden wurden 2015 zertifiziert. Die Massnahmen erstreckten sich auf Gebäudesanierungen ebenso wie auf eine naturnahe Umgebungsgestaltung, Abfalltrennung und vieles andere mehr. Beide Gäste betonten, dass sie mit Lust und Freude viel Kreativität entwickeln konnten. Und auch nach der Zertifizierung ist für sie klar: «Wir bleiben dran.»

Antonia Hasler, die Leiterin des Pastoralraums Olten, erinnerte an das gemeinsame Fundament. «Macht euch die Erde untertan» heisst es zwar im Schöpfungsbericht des Alten Testaments. Das ist aber keine Lizenz zur Ausbeutung der Erde. Es soll eine Kultur mit ökologischem und sozial-karitativem Tun gelebt werden.

Umweltberater Patrik Küttel zeigte die verschiedenen Handlungsfelder auf, angefangen bei den Gebäude und der darin eingesetzten Technik. Ein Thema ist auch die Mobilität; statt Autos wären E-Bikes oft effizienter, und vielfach fehlen Veloabstellplätze. Man kann bei der Umgebungsgestaltung ebenso ansetzen wie bei der Beschaffung und Entsorgung.

Ein Infoabend mit Abstimmung

Zum Schluss der Veranstaltung waren die rund fünfzig Besucherinnen und Besucher eingeladen, ihre Meinungen in einer Umfrage abzugeben. Die Auswertung ergab, dass sie auf einer Skala von 1 bis 5 die Erhaltung der Schöpfung mit 4,84 Punkten als wichtig erachten und mit 4,74 Punkten eine höhe Befürwortung, dass sich die Kirchgemeinde effektiv dafür einsetzt.

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